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21.12.2017

6,8 Millionen Euro EU-Mittel für grenzübergreifende Projekte

Rheinland-Pfalz / Europa

Der Begleitausschuss für das Interreg V A-Programm "Oberrhein" hat in seiner jüngsten Sitzung im französischen Gambsheim sieben neue Projekte genehmigt. Dafür stehen dem Oberrheingebiet insgesamt 6,8 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereit.

Auch Rheinland-Pfalz profitiert von Interreg A, dem EU-Förderinstrument für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. So ist zum Beispiel die KABS (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage) ein Partner beim Projekt "TIGER" (Tri-national Initiative Group of Entomology in Upper Rhine Valley). Ziel ist es, die Behörden bei der Einschätzung des Gesundheitsrisikos, das durch invasive Stechmücken ausgeht, kompetent zu unterstützen. Im Mittelpunkt steht dabei die Tigermücke, die Dengue- und Chikungunya-, und Zikavirus übertragen kann. Es werden Verbreitungskarten der krankheitsübertragenden Stechmücken für den Oberrhein erstellt und passende Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt. Gleichzeitig wird die Bevölkerung auf beiden Seiten des Rheins über die möglichen Gesundheitsrisiken informiert.

Im Begleitausschuss des Programms Interreg V A "Oberrhein" versammeln sich die politischen Vertreter aus der Südpfalz, Baden, dem Elsass und der Nordwest-Schweiz. Ihnen wurde die Entscheidungsgewalt von der Europäischen Union über die Vergabe der Fördermittel an regionale Projekte übertragen. Gefördert werden Projekte, die einen besonders strukturierenden Effekt für die grenzübergreifende Oberrheinregion haben. Das europäische Programm Interreg V A verfügt für den Zeitraum von 2014 bis 2020 über insgesamt 109,7 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Seit 2014 wurden bereits 73 Projekte auf den Weg gebracht. Bis 2020 stehen noch rund 51 Mio. Euro für die Förderung weiterer Projekte zur Verfügung.

Das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz ist Strategischer Partner beim  Projekt "ATMO-Vision": Hier möchten die Behörden geeignete Instrumente zur Verbesserung der Luftqualität im Oberrhein liefern. Hierfür werden die Projektpartner die für die grenzüberschreitende Region bereits vorhandenen Daten zur Energieerzeugung, zu Emissionen von Luftschadstoffen und Treibhausgasen zusammenführen. Auch neue Messungen der Luftqualität mithilfe von Mikrosensoren stehen auf dem Arbeitsplan. Anschließend werden die Partner die Herkunft der Luftverschmutzung genau bestimmen und analysieren, wie sich verschiedene geplante Maßnahmen auf die Luftqualität dies- und jenseits des Rheins auswirken.

Beim Projekt "SONAR" ist die Wasserschutzpolizei Rheinland-Pfalz ein Strategischer Partner. Hier wurde es mit Interreg-Mitteln ermöglicht, der deutsch-französischen Wasserschutzpolizei Kehl/Straßburg das gemeinsam genutzte veraltete Sonargerät durch ein neues zu ersetzen. Ein solches Gerät ist vor allem bei polizeilichen Sucheinsätzen unabdingbar. Bei Unfällen kann damit schnell und effizient eingegriffen werden. Es spielt aber auch bei der Gefahrenvorbeugung und der Gewährleistung der Hafensicherheit eine entscheidende Rolle. Die Aufgabe der deutsch-französischen Wasserschutzpolizei ist es, gemeinsam die Handels- und Sportschifffahrt auf dem Rhein zu überwachen.

Des Weiteren ist die Johannes Gutenberg-Universität Mainz als Partner beim Projekt "RhinÉdits" dabei. Hier steht die Sicherung des Erbes an Amateurfilmen im Oberrhein im Mittelpunkt. Amateurfilme werden immer häufiger als zusätzliche Geschichtsquelle benutzt, mithilfe derer eine neue Perspektive auf die Vergangenheit der Region eingenommen werden kann. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts wollen die Partner eine deutsch-französische Plattform schaffen und Bürgerinnen und Bürger bei verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen aktiv einbinden.

Auf der Internetseite http://www.interreg-oberrhein.eu erfahren Sie mehr über das Programm INTERREG Oberrhein und über alle genehmigten Projekte.

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz vom 13. Dezember 2017