Bürgschaften der Bürgschaftsbank Hessen
Förderkriterien
Förderart: Bürgschaft
Förderbereich: Existenzgründung & -festigung; Unternehmensfinanzierung
Fördergebiet: Hessen
Förderberechtigte: Existenzgründer/in; Unternehmen
Ansprechpartner: Bürgschaftsbank Hessen GmbH

Kurzübersicht

Bürgschaften der Bürgschaftsbank Hessen

Ziel und Gegenstand

Die Bürgschaftsbank Hessen übernimmt Ausfallbürgschaften für Kredite an kleine und mittlere Unternehmen, sofern bankübliche Sicherheiten nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen.
Verbürgt werden Investitions- und Betriebsmittelkredite, die der Finanzierung eines wirtschaftlich sinnvollen und vertretbaren Vorhabens dienen, insbesondere
Existenzgründungen,
Geschäftsübernahmen,
Gesellschafterauszahlungen,
Unternehmensbeteiligungen,
Betriebserweiterungen und -verlagerungen,
bauliche und maschinelle Investitionen sowie die
Stellung von Bürgschaften für Anzahlungen, Vertragserfüllungen und Gewährleistungen,
Betriebsmittelkredite für Wachstums-, Auftrags-, Lager- und Vorratsfinanzierungen.

Antragsberechtigte

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen sowie Angehörige der Freien Berufe.

Voraussetzungen

Im Unternehmen müssen geordnete wirtschaftliche Verhältnisse vorliegen.
Das Unternehmen muss fachlich und kaufmännisch qualifiziert geleitet werden und dauerhaft ausreichende Erträge erwirtschaften.
Der Kreditnehmer ist verpflichtet, dem Kreditinstitut und der Bürgschaftsbank jederzeit Auskunft über seine wirtschaftlichen Verhältnisse zu geben, fristgemäß den Jahresabschluss zu übermitteln und alle für das Kreditverhältnis wichtigen Ereignisse mitzuteilen.
Bei ungenügender Besicherung des verbürgten Kredits oder einer wesentlichen Minderung der Sicherheiten hat der Antragsteller auf Verlangen der Bürgschaftsbank zusätzliche Sicherheiten für den Kredit zu stellen, wenn er dazu in der Lage ist.
Künftige Investitionen und deren Finanzierung sind, soweit sie die jährlichen Abschreibungen übersteigen, mit dem Kreditinstitut abzustimmen.
Privatentnahmen sind so zu bemessen, dass die Verzinsung und Tilgung des verbürgten Kredits nicht gefährdet wird.
Sanierungskredite und Kredite zur Umschuldung von Bankkrediten werden nicht verbürgt.
Sind unternehmerische Fehlentwicklungen absehbar, wird die Durchführung einer Unternehmensberatung nahe gelegt.

Art und Höhe der Förderung

Bürgschaften können für Investitionsfinanzierungen bis zu 80% und für Betriebsmittelfinanzierungen bis zu 60% der Kreditsumme und maximal 1,25 Mio. EUR übernommen werden.

Antragsverfahren

Bürgschaftsanträge sind über die Hausbank an die
Bürgschaftsbank Hessen GmbH
Gustav-Stresemann-Ring 9
65189 Wiesbaden
Tel. (06 11) 15 07-0
Fax (06 11) 15 07-22
E-Mail: info@bb-h.de
Internet: http://www.bb-h.de
zu richten.

Quelle

Allgemeine Bürgschaftsbestimmungen der Bürgschaftsbank Hessen GmbH in der Fassung vom 1. Juli 2015; Presseinformation der Bürgschaftsbank Hessen GmbH vom 6. Januar 2014.

Wichtige Hinweise

Die Bürgschaftsbank Hessen bietet zusätzlich Express-Bürgschaften an, mit denen bestehende Unternehmen und Freiberufler für Finanzierungen bis zu 150.000 EUR von ihrer Hausbank geforderte Sicherheiten ersetzen können. Die Bürgschaftsbank besichert bis zu 60% der Finanzierung, also max. 90.000 EUR. Antragsberechtigt sind Unternehmen gemäß KMU-Definition der EU, die folgende Kriterien erfüllen: Sie müssen seit mindestens drei Jahren bestehen, positives Eigenkapital haben, einen (wenn auch kleinen) Jahresgewinn ausweisen, in der Lage sein, Kredite auch zurückzuzahlen und ihrer Hausbank dürfen keine negativen Merkmale bekannt sein. Das Gesamtvolumen der Express-Bürgschaften ist im ersten Schritt auf insgesamt 10 Mio. EUR begrenzt. Anträge können ausschließlich elektronisch gestellt werden und der Bescheid wird in der Regel innerhalb von 24 Stunden erteilt. Weitere Informationen sind im Internet abrufbar. 13.07.15

Richtlinie

Allgemeine Bürgschaftsbestimmungen – Kredit –
vom 1. Juli 2015 13.07.15
Für das Bürgschaftsverhältnis gelten die Besonderen Bestimmungen der Bürgschaftsurkunde und die folgenden Allgemeinen Bürgschaftsbestimmungen – Kredit –:

Allgemeines

1. Umfang der Ausfallbürgschaft

Die Ausfallbürgschaft erstreckt sich auf das Kapital, die Zinsen und Avalprovisionen in marktüblicher Höhe, soweit die ursprüngliche Bürgschaftshöhe je Kredit nicht überschritten wird (Höchstbetragsbürgschaft), die Kosten der zweckentsprechenden Rechtsverfolgung und die notwendigen Auslagen bei der Verwertung der Sicherheiten, nicht jedoch auf Zinseszinsen und Gebühren (vgl. Ziffer 26). 25.07.14

2. Wirksamwerden der Bürgschaft

Die Bürgschaft wird wirksam, wenn dem Kreditinstitut die Bürgschaftsurkunde zugegangen ist, zwischen dem Kreditinstitut und dem Kreditnehmer ein Kreditvertrag abgeschlossen wurde, die Bedingungen der Bürgschaftsurkunde erfüllt sind und das Kreditinstitut die Annahme der Bürgschaft bestätigt hat.
Die Annahme der Bürgschaft soll innerhalb von drei Monaten ab Datum der Urkunde erklärt werden. Bei Annahme in den folgenden drei Monaten ist eine ausdrückliche Erklärung des Kreditinstituts erforderlich, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers seit Übernahme der Bürgschaft nicht verschlechtert haben. Danach bedarf es einer erneuten Bestätigung der Bürgschaft durch die Bürgschaftsbank.
Die Bürgschaft kann von der Bürgschaftsbank nach Eintritt des Sicherungsfalles nicht einseitig gekündigt oder deren Laufzeit auf andere Weise einseitig verkürzt werden. 13.07.15

3. Tilgung

Tilgungsraten mindern anteilig den verbürgten und den nicht verbürgten Kreditteil. Dies gilt auch für außerplanmäßige Rückzahlungen und – entsprechend – für den Fall, dass der Kredit nicht voll in Anspruch genommen wird.

4. Sicherheiten

Für den verbürgten Kredit bestellte Sicherheiten haften anteilig für den verbürgten und den nicht verbürgten Kreditteil und nachrangig für die Forderung der Bürgschaftsbank auf Bürgschaftsprovision.
Eine Sonderbesicherung des nicht verbürgten Kreditteils ist unzulässig. Sicherheiten, die dem Kreditinstitut für andere Kredite an den Kreditnehmer dienen, haften nachrangig für den verbürgten Kredit.

Pflichten des Kreditinstituts

5. Kreditvertrag

Der mit dem Kreditnehmer abzuschließende Kreditvertrag ist unter Beachtung der Besonderen Bestimmungen der Bürgschaftsurkunde auszufertigen. Die Allgemeinen Bürgschaftsbestimmungen – Kredit – sind zum Bestandteil des Kreditvertrages zu machen. Das Datum des Kreditvertrages ist der Bürgschaftsbank bei Annahme der Bürgschaft mitzuteilen (Fristen s. Ziffer 2).

6. Sorgfaltspflicht

Das Kreditinstitut ist verpflichtet, bei der Gewährung und Verwaltung des verbürgten Kredits einschließlich der vereinbarten Sicherheiten bankübliche Sorgfalt anzuwenden.
Die Verpflichtungen der Bürgschaftsbank nach § 3 Geldwäschegesetz werden von der Hausbank wahrgenommen. Werden der Hausbank abweichende wirtschaftliche Berechtigte bekannt oder Umstände, nach denen die Sorgfaltspflichten gemäß § 6 Geldwäschegesetz zu beachten sind, ist dies der Bürgschaftsbank umgehend mitzuteilen. 10.06.13

7. Gesonderte Verwaltung

Der verbürgte Kredit und die dafür gestellten Sicherheiten sind gesondert von den übrigen Geschäften des Kreditinstituts mit dem Kreditnehmer zu verwalten.

8. Abtretung

Die Abtretung oder Verpfändung der verbürgten Kreditforderungen bedarf der Zustimmung der Bürgschaftsbank. Erfolgt die Abtretung oder Verpfändung ohne die erforderliche Zustimmung, erlischt die Bürgschaft. Die Zustimmung gilt für die Abtretung an refinanzierende Zentralinstitute als erteilt.
Werden ohne Zustimmung der Bürgschaftsbank Vereinbarungen über die verbürgte Kreditforderung oder sonstige Maßnahmen getroffen, aufgrund derer Rechte an dieser Forderung ganz oder teilweise auf Dritte übertragen werden oder Dritten ganz oder teilweise die wirtschaftliche Verfügungsgewalt über die Forderung übertragen wird, so wird die Ausfallbürgschaft unwirksam. Bei Inanspruchnahme der Bürgschaftsbank hat der Kreditgeber schriftlich zu bestätigen, dass sich die verbürgte Kreditforderung in seinem uneingeschränkten rechtlichen und wirtschaftlichen Eigentum befindet, nicht mit Rechten Dritter belastet ist und Dritte nicht die Übertragung der Forderung beanspruchen können.

9. Sicherheiten

Die für den verbürgten Kredit bestellten Sicherheiten dürfen nicht ohne vorherige Zustimmung der Bürgschaftsbank geändert oder freigegeben werden. Ausgenommen hiervon ist der Austausch von Kraftfahrzeugen oder anderen beweglichen Anlagegegenständen, wenn sich der Wert der Sicherheiten nicht wesentlich vermindert.
Die Neu- und Aufvalutierung eines Grundpfandrechts, das unverbürgte Kredite der Hausbank besichert und gegenüber einem Grundpfandrecht für verbürgte Kredite vor- oder gleichrangig ist, bedarf der Zustimmung der Bürgschaftsbank. Im Verhältnis zur Bürgschaftsbank kann die Hausbank aus einem vorrangigen Grundpfandrecht nicht den dinglichen Zinssatz, sondern lediglich den im Vertrag des besicherten Darlehens vereinbarten Zinssatz geltend machen. 10.06.13
Weitere Bürgen müssen sich verpflichten, Ausgleichsansprüche, die ihnen im Falle einer Inanspruchnahme aus der Bürgschaft untereinander zustehen, nur nach vorheriger Zustimmung des Kreditinstituts und der Bürgschaftsbank geltend zu machen.

10. Berichterstattung

Der Bürgschaftsbank ist auf Verlangen Auskunft über den verbürgten Kredit und die wirtschaftliche Lage des Kreditnehmers zu erteilen.
Die vom Kreditnehmer gemäß Ziffer 13 einzureichenden Jahresabschlüsse sind unmittelbar nach Eingang beim Kreditinstitut ggfs. mit weiteren Erläuterungen an die Bürgschaftsbank weiterzuleiten.
Der Bürgschaftsbank ist unverzüglich Mitteilung zu machen, wenn
a)
der Kreditnehmer mit der Zahlung der vereinbarten Zins- oder Tilgungsbeträge auf verbürgte Kredite länger als zwei Monate in Verzug geraten ist,
b)
der Kreditnehmer sonstige wesentliche Kreditbedingungen verletzt hat,
c)
die Angaben des Kreditnehmers über seine wirtschaftlichen Verhältnisse sich nachträglich als unrichtig oder unvollständig erweisen,
d)
die Eröffnung des Verfahrens nach der Insolvenzordnung über das Vermögen des Kreditnehmers beantragt wurde,
e)
sonstige Umstände bekannt werden, durch die die Bedienung des verbürgten Kredits als gefährdet anzusehen ist,
f)
der Kreditnehmer den Betrieb ganz oder teilweise aufgibt oder außerhalb von Hessen verlagert.
Eine gesonderte Berichterstattung ist auch über sonstige bedeutsame Umstände (z.B. Wechsel in der Person des Unternehmers, Todesfall, Änderung der Rechtsform und/oder der Beteiligungsverhältnisse, Ablauf eines Zwangsversteigerungsverfahrens) erforderlich.

11. Kündigung

Die Kündigung des verbürgten Kredits bedarf der vorherigen Zustimmung der Bürgschaftsbank.
Auf Verlangen der Bürgschaftsbank ist der Kredit zu kündigen, wenn ein wichtiger Grund, insbesondere ein Tatbestand oder eine Pflichtverletzung nach Ziffer 10 Absatz 3a-f oder Ziffer 13 vorliegt.

12. Prüfung

Das Kreditinstitut hat jederzeit eine Prüfung der sich auf den verbürgten Kredit beziehenden Unterlagen durch die Bürgschaftsbank oder deren Beauftragte und die Rechnungshöfe zu dulden. Die Kosten dieser Prüfung sowie einer Prüfung gemäß Ziffer 14 hat das Kreditinstitut zu tragen; es ist berechtigt, die Kosten dem Kreditnehmer weiterzuberechnen.

Pflichten des Kreditnehmers

13. Auskunftspflicht

Der Kreditnehmer verpflichtet sich, dem Kreditinstitut und der Bürgschaftsbank jederzeit Auskunft über seine wirtschaftlichen Verhältnisse zu geben und dem Kreditinstitut in angemessener Frist (bei Kapitalgesellschaften 6 Monate, sonst 9 Monate nach Bilanzstichtag) den Jahresabschluss einzureichen.
Dem Kreditinstitut sind ferner alle für das Kreditverhältnis bedeutsamen Ereignisse unverzüglich mitzuteilen.

14. Prüfung

Der Kreditnehmer ist verpflichtet, jederzeit eine Prüfung seiner wirtschaftlichen Verhältnisse durch die unter Ziffer 12 genannten Stellen oder deren Beauftragte zu dulden.

15. Schweigepflicht

Der Kreditnehmer entbindet das Kreditinstitut und das Finanzamt von der Schweigepflicht gegenüber den unter Ziffer 12 genannten Stellen und deren Beauftragten.

16. Beteiligung des Kreditnehmers an einer Gesellschaft

Beteiligt sich der Kreditnehmer mit dem verbürgten Kredit an einer Gesellschaft, so erkennt diese die Verpflichtungen gemäß Ziffer 13–15 ebenfalls an.

17. Sicherheiten

Der Kreditnehmer ist verpflichtet, im Falle ungenügender Besicherung des verbürgten Kredits oder einer wesentlichen Minderung der Sicherheiten auf Verlangen der Bürgschaftsbank zusätzliche Sicherheiten zu stellen, wenn er dazu in der Lage ist. Das Sicherungsgut ist angemessen zu versichern.

18. Investitionen

Der Kreditnehmer verpflichtet sich, künftige Investitionen, soweit sie die jährlichen Abschreibungen (ohne Sonderabschreibungen) übersteigen, und deren Finanzierung vor Auftragserteilung mit dem Kreditinstitut abzustimmen.
Das gleiche gilt für den Abschluss entsprechender Leasing-Verträge bezüglich des Wertes der Leasing-Gegenstände.

19. Privatentnahmen

Privatentnahmen sind so zu bemessen, dass die Verzinsung und Tilgung des verbürgten Kredits nicht gefährdet wird. Das Gleiche gilt für Leistungen an GmbH-Gesellschafter.

20. Einschaltung von Unternehmensberatern

Bei sich abzeichnenden oder drohenden ungünstigen wirtschaftlichen Entwicklungen des Kreditnehmers kann die Bürgschaftsbank anregen, dass der Kreditnehmer sich einer Unternehmensberatung unterzieht.

21. Auseinandersetzungsansprüche

Ist die Kreditnehmerin eine Gesellschaft, so verpflichten sich die Gesellschafter (bei Zugewinngemeinschaft mit Zustimmung des Ehegatten), sämtliche Ansprüche, die ihnen im Falle einer Auseinandersetzung oder einer Änderung des Beteiligungsverhältnisses zustehen, gegenüber der Gesellschaft und ihren Mitgesellschaftern bis zur vollständigen Rückzahlung des verbürgten Kredits zu stunden.
Dies gilt nicht nur für Geschäftsanteile oder -einlagen, sondern auch für Gesellschafterdarlehen und sonstige Ansprüche. Die Gesellschaft verpflichtet sich ihrerseits, derartige Ansprüche nicht vor Tilgung des verbürgten Kredits zu erfüllen.

22. Kündigung

Der Kreditnehmer erkennt ein Kündigungsrecht gemäß Ziffer 11 Absatz 2 an.

23. Kosten

Der Kreditnehmer verpflichtet sich zur Zahlung folgender Kosten an die Bürgschaftsbank bzw. deren Beauftragte:
a)
Bei Antragstellung einmaliges Entgelt von z.Zt. 1,5% des beantragten Kredits. Das Entgelt ist bei Aushändigung der Bürgschaftsurkunde bzw. -zusage zahlbar. 25.07.14
b)
Für die Bearbeitung von Änderungsanträgen von wesentlicher Bedeutung ein jeweils im einzelnen festzulegendes angemessenes Entgelt.
c)
Laufende Bürgschaftsprovision von z.Zt. 1,5% p.a. des jeweiligen verbürgten Kredits am 31. Dezember des Vorjahres. Im Jahr der Bürgschaftsübernahme beträgt die Provision 1/12 der Jahresprovision je angefangenen Monat, beginnend mit der Aushändigung der Bürgschaftsurkunde. Die Bürgschaftsprovision wird einmal jährlich im voraus erhoben. Bei Rückgabe der Bürgschaftsurkunde erfolgt keine zeitanteilige Erstattung.
d)
Für Zeiten, in denen eine mit der Genehmigung verbundene, aufschiebende Bedingung nicht eingetreten ist, erfolgt keine Rückvergütung entrichteter Bürgschaftsprovisionen. 10.06.13
e)
Kosten gemäß Ziffer 14.
Die Kosten zu a) und c) sind variabel. Sie können auf Veranlassung der Bürgschaftsbank angepasst werden.
Die Bürgschaftsbank wird den Kunden in einem schriftlichen Erhöhungsverlangen auf eine Änderung mindestens zwei Monate vor deren Wirksamwerden durch schriftliche Erklärung hinweisen.
Ist der Hinweis erfolgt, so gilt die Änderung als genehmigt, wenn der Kunde ihr nicht binnen sechs Wochen nach Zugang schriftlich – oder wenn im Rahmen der Geschäftsbeziehung der elektronische Kommunikationsweg vereinbart wurde, auf diesem Wege – widerspricht.
Der Widerspruch ist nur wirksam, wenn der Kunde zugleich mit dem Widerspruch der Bürgschaftsbank eine schriftliche Bestätigung des Sicherungsnehmers (Hausbank) vorlegt, dass die Bürgschaftsbank aus sämtlichen Bürgschaftsverpflichtungen entlassen wird. Der Vertrag wird in diesem Fall mit Wirkung für die Zukunft aufgehoben. Für den Fall des nicht wirksamen oder verspäteten Widerspruchs wird die Bürgschaftsbank die geänderten Kosten der weiteren Geschäftsbeziehung zugrunde legen.
Zu den Kosten a) bis e) wird die gesetzliche Mehrwertsteuer berechnet. Der Kreditnehmer wird der Bürgschaftsbank ein Basis-Lastschrift-Mandat erteilen, damit diese die fälligen Entgelte und Provisionen vom Bankkonto des Kreditnehmers mittels Lastschrift einziehen kann. 10.06.13

Inanspruchnahme der Bürgschaftsbank

24. Feststellung des Ausfalls

Der Ausfall gilt als festgestellt, wenn die Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers durch Zahlungseinstellung, Eröffnung des Verfahrens nach der Insolvenzordnung, durch Abgabe der eidesstattlichen Versicherung gemäß § 807 ZPO oder auf sonstige Weise erwiesen ist und wesentliche Eingänge aus der Verwertung der Sicherheiten oder des sonstigen Vermögens des Kreditnehmers nicht oder nicht mehr zu erwarten sind.
Unabhängig davon gilt der Ausfall dem Grunde nach spätestens ein Jahr nach Nichtbezahlung fälliger Zins- oder Tilgungsbeträge als festgestellt.

25. Abschlagszahlungen

Das Kreditinstitut ist berechtigt, bei Eintritt des Sicherungsfalls von der Bürgschaftsbank eine vorläufige Zahlung zu verlangen, die den robust geschätzten wirtschaftlichen Verlust abdeckt, der durch die Einstellung der vom Kreditnehmer vertraglich geschuldeten Zinsen und sonstigen Zahlungen verursacht wird. Die Inanspruchnahme der Bürgschaftsbank kann jedoch nur entsprechend dem Verhältnis der Höhe der übernommenen Bürgschaft zum ursprünglichen Kreditbetrag und nur im Rahmen des in der Bürgschaftsurkunde festgelegten Höchstbetrages erfolgen. 13.07.15

26. Verzinsung ab Kündigung oder Verzug

Ab Eintritt des Verzuges des Kreditnehmers ist der Zinssatz in die Bürgschaft einbezogen, der gegenüber dem Kreditnehmer als Schadenersatzanspruch geltend gemacht werden kann. Die Höhe des Schadenersatzanspruchs ist auf den Basiszinssatz nach § 247 BGB zzgl. 3% begrenzt, es sei denn, im Einzelfall wird ein höherer Schadenersatzanspruch nachgewiesen. In keinem Fall darf jedoch der vertraglich vereinbarte Regelzinssatz überschritten werden.
Wenn das Kreditinstitut die Bürgschaftsbank nicht unverzüglich zur Zahlung aufgefordert hat, obwohl es hierzu aufgrund dieser Bürgschaftsbestimmungen berechtigt gewesen wäre, so kann es den hierdurch entstandenen Mehraufwand an Zinsen dem Ausfall nicht hinzurechnen.
Die Haftung der Bürgschaftsbank für Zinsen erstreckt sich im Rahmen des Bürgschaftshöchstbetrages auf einen Zeitraum von längstens 12 Monaten.

27. Zahlungen des Kreditnehmers nach Kündigung

Zahlungen des Kreditnehmers nach Kündigung des Kreditverhältnisses durch das Kreditinstitut sind quotal auf alle bestehenden Restkredite aufzuteilen. Dies gilt auch für Zahlungen aufgrund von Gehaltsabtretungen, Pfändungen und Zahlungen Dritter zugunsten des Kreditnehmers. 10.06.13

28. Vertragsverletzungen

Erfüllt das Kreditinstitut eine ihm auferlegte Verpflichtung nicht und hat es dies zu vertreten, so ist die Bürgschaftsbank so zu stellen, wie sie stehen würde, wenn die Verpflichtung ordnungsgemäß erfüllt worden wäre.

29. Verpflichtungen des Kreditinstituts nach Ausfallzahlung

Gehen nach der Ausfallzahlung noch Erlöse aus der Verwertung von für den verbürgten Kredit bestellten Sicherheiten ein, so sind diese vom Kreditinstitut unverzüglich anteilig an die Bürgschaftsbank abzuführen.
Nach Inanspruchnahme der Bürgschaftsbank aus der von ihr übernommenen Bürgschaft sind nicht nur die gemäß § 774 BGB auf sie übergehenden Forderungen und Rechte, sondern auch solche Forderungen und Rechte, die nicht kraft Gesetzes auf den Bürgen übergehen, auf die Bürgschaftsbank zu übertragen und auf Verlangen durch das Kreditinstitut treuhänderisch gegen Ersatz der Barauslagen zu verwalten und zu verwerten.
Dieses Treuhandverhältnis schließt das Recht der gerichtlichen Rechtsverfolgung mit ein.

30. Gerichtsstand

Erfüllungsort und Gerichtsstand für alle sich aus dem Antrag auf Übernahme einer Bürgschaft und aus der Übernahme von Bürgschaften ergebenden Rechte und Pflichten ist Wiesbaden.
[...]
Fußnoten

Checkliste

Werden die wichtigsten Voraussetzungen für die Übernahme einer Ausfallbürgschaft durch die Bürgschaftsbank Hessen erfüllt?
Sämtliche Fragen müssen mit „ja“ beantwortet werden, wenn die wichtigsten Fördervoraussetzungen gegeben sein sollen!
Ja Nein
 
 
1. Handelt es sich bei dem Antragsteller um ein kleines oder mittleres Unternehmen oder einen Angehörigen der Freien Berufe?
 
 
2. Ist sichergestellt, dass im Unternehmen des Antragstellers geordnete finanzielle Verhältnisse vorliegen?
 
 
3. Dient die Bürgschaft der Finanzierung eines wirtschaftlich sinnvollen und vertretbaren betrieblichen Vorhabens?
 
 
4. Erwirtschaftet das Unternehmen ausreichende Erträge und wird es kaufmännisch und fachlich qualifiziert geführt?
 
 
5. Sind die Privatentnahmen so bemessen, dass die Verzinsung und die Tilgung des verbürgten Kredites nicht gefährdet sind?
 
 
6. Ist der Kreditnehmer bereit, das Kreditinstitut und die Bürgschaftsbank jederzeit über seine wirtschaftlichen Verhältnisse und wichtige Ereignisse zu informieren?


Ansprechpartner

Bürgschaftsbank Hessen GmbH
Gustav-Stresemann-Ring 9
65189 Wiesbaden
Tel. (06 11) 15 07-0
Fax (06 11) 15 07-22
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