Potentialberatung
Förderkriterien
Förderart: Zuschuss
Förderbereich: Beratung; Unternehmensfinanzierung
Fördergebiet: Nordrhein-Westfalen
Förderberechtigte: Unternehmen
Ansprechpartner: Beratungsstellen für Potentialberatung; Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH - G.I.B.

Kurzübersicht

Potentialberatung

Ziel und Gegenstand

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds (ESF) die beteiligungsorientierte Beratung (Potentialberatung) kleiner und mittlerer Unternehmen.
Mit der Beratung sollen die Stärken und Schwächen des Unternehmens ermittelt, Lösungswege und Handlungsziele entwickelt, ein Handlungsplan zur Verbesserung der Geschäftsprozesse festgelegt und entsprechende Umsetzungsschritte eingeleitet werden.
Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmern und Beschäftigung der Mitarbeiter zu sichern und auszubauen.

Antragsberechtigte

Antragsberechtigt sind Unternehmen mit zehn bis weniger als 250 Beschäftigten mit Sitz und Betriebsstätte in Nordrhein-Westfalen.
Die Unternehmen müssen älter als zwei Jahre sein und sich überwiegend in Privatbesitz befinden.

Voraussetzungen

Das Unternehmen muss mindestens einen sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter in Vollzeit beschäftigen.
Die Beratung hat grundsätzlich mit Beteiligung von Unternehmensvertretern und in der Regel im Unternehmen stattzufinden. Telefonische Beratungen werden nicht gefördert.
Die Zuschüsse werden nur für die Beratung gewährt, Vor- und Nachbereitungszeiten sind nicht förderfähig.
Die Förderung soll innerhalb von neun Monaten nach der Beratung in der Beratungsstelle für Potenzialberatung beantragt werden.
Wird der zulässige Umfang von maximal zehn Beratungstagen nicht ausgeschöpft, kann innerhalb von 36 Monaten eine weitere Potentialberatung im Umfang der noch nicht beanspruchten Beratungstage gefördert werden.
Eine weitere Potentialberatung mit einem Umfang von maximal zehn Beratungstagen kann frühestens nach 36 Monaten gefördert werden.

Art und Höhe der Förderung

Die Förderung erfolgt in Form eines Zuschusses.
Die Höhe der Förderung beträgt 50% der tatsächlichen Beratungskosten, maximal 500 EUR pro Beratungstag. Ein Beratungstag umfasst acht Stunden.
Die Förderung umfasst 1 bis 10 Beratungstage innerhalb von drei Jahren.

Antragsverfahren

Voraussetzung für die Förderung ist die Beratung des Unternehmens durch eine Beratungsstelle für Potentialberatung.
Bei positiver Stellungnahme der Beratungsstelle kann die Potentialberatung begonnen werden. Die Förderung wird nach Abschluss der Beratung auf dem vorgesehenen Antragsformular beantragt. Bei negativer Stellungnahme besteht die Möglichkeit der Antragstellung mit einem bei der Bewilligungsbehörde anzufordernden Formular.
Die Liste der Beratungsstellen kann im Internet abgerufen werden.
Träger des Programms ist die:
Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH – G.I.B.
Im Blankenfeld 4
46238 Bottrop
Tel. (0 20 41) 7 67-0
Fax (0 20 41) 7 67-2 99
E-Mail: mail@gib.nrw.de
Internet: http://www.gib.nrw.de

Quelle

Informationsblatt, Stand Mai 2016; Runderlass vom 23. Dezember 2014 ( ESF-Förderrichtlinie), Ministerialblatt für das Land Nordrhein-Westfalen Nr. 4 vom 20. Februar 2015, S. 82; zuletzt geändert durch Runderlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen vom 11. Juli 2018, Ministerialblatt für das Land Nordrhein-Westfalen Nr. 18 vom 27. Juli 2018, S. 408; Informationen der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH – G.I.B., Stand Mai 2018.

Wichtige Hinweise

Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen können das ESF-geförderte Bundesprogramm „unternehmensWert:Mensch” nutzen. 15.10.15
Die Förderung erfolgt als De-minimis-Beihilfe.

Richtlinie

Hinweise für Beratungsstellen zur Durchführung der Beratung von Unternehmen zur Fachkräftesicherung in Nordrhein-Westfalen
Potentialberatung
(Stand Mai 2016) 01.11.16

Ziel der Potentialberatung

Die Potentialberatung soll Unternehmen und Beschäftigte dabei unterstützen, gemeinsam Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung zukunftsorientiert zu sichern und auszubauen.

Gegenstand und Grundsätze der Potentialberatung

Eine Potentialberatung ist eine integriert angelegte, beteiligungsorientierte Beratung kleiner und mittlerer Unternehmen in Nordrhein-Westfalen.
Eine Potentialberatung beinhaltet:
die Analyse der Stärken und Schwächen des Unternehmens hinsichtlich der mit einer Beratungsstelle für Potentialberatung identifizierten Problem- und Aufgabenstellungen sowie der Unternehmensstrategie.
die Entwicklung von Lösungswegen und Handlungszielen zur Verbesserung der Organisations- und Personalentwicklung sowie deren Verortung im Zusammenhang der Themenfelder
Arbeitsorganisation (Strukturen/Prozesse, Arbeitszeit, interne/externe Kommunikation und Kooperation)
Kompetenzentwicklung (insbesondere Personalentwicklung, Qualifizierung, Stärkung der Ausbildungsfähigkeit)
Demographischer Wandel (insbesondere Wissensmanagement, alternsgerechte Arbeitsorganisation, Arbeitszeit)
Digitalisierung (insbesondere Gestaltung von Arbeit und Technik, Partizipation)
Gesundheit (insbesondere Einführung eines nachhaltigen betrieblichen Gesundheitsmanagements, Work-Life-Balance)
Dokumentation des Beratungsprozesses in Tagesprotokollen
Festlegung von Maßnahmen in einem Handlungsplan
Umsetzung dieser Maßnahmen gemäß den zeitlichen Möglichkeiten
Die Beratung hat in der Regel im Unternehmen stattzufinden.
Prozessbezogenes Ergebnis der Potentialberatung ist ein unter Einbeziehung der Beschäftigten entwickelter betrieblicher Handlungsplan, als Mittel zur Selbsthilfe für das Unternehmen nach Ablauf der Potentialberatung.
Für Auswertungs- und Evaluationszwecke ist ein Unternehmensfragebogen am Ende der Potentialberatung obligatorisch.

Für welche Unternehmen kann ein Beratungsscheck ausgestellt werden?

Voraussetzung für die Inanspruchnahme einer Potentialberatung ist die fachliche Beratung des Unternehmens durch eine zugelassene Beratungsstelle. Diese kann bei positivem Verlauf (das Vorhaben ist inhaltlich mit dem Ziel und mit den Grundsätzen der Potentialberatung kompatibel) am Ende des Beratungsprozesses einen Beratungsscheck ausstellen, wenn das Unternehmen folgende weiteren Bedingungen erfüllt:
Sitz und Arbeitsstätte des zu beratenen Unternehmens liegt in Nordrhein-Westfalen.
Einverständniserklärung der betrieblichen Interessenvertretung (soweit vorhanden)
„de-minimis-Regelung”
Unternehmen älter als 2 Jahre
Der Antrag auf Förderung der durchgeführten Potentialberatung bei der Bewilligungsbehörde sollte innerhalb eines Zeitraums von 9 Monaten nach der Beratung in der Beratungsstelle für Potentialberatung erfolgen.

Beschränkungen für die Ausgabe von Beratungsschecks

Beratungsschecks sind nicht auszustellen für Beratungen,
die mit dem Beratungsunternehmen vor der Beratung in der Beratungsstelle für Potentialberatung vertraglich vereinbart wurden,
für die eine Drittfinanzierung in Anspruch genommen wird,
durch Unternehmensangehörige oder durch ein mit dem Unternehmen mehrheitlich unmittelbar oder mittelbar verbundenes Beratungsunternehmen,
durch Angehörige der Vertretungsberechtigten des Unternehmens,
die allgemeine Rechts- sowie Versicherungs- und Steuerfragen und/oder die Erarbeitung von Verträgen zum Inhalt haben,
die Personalabbau anstreben
ohne Berücksichtigung der Verbindungen zu bzw. zwischen Arbeitsorganisation/Personalentwicklung/Gesundheitsförderung/Gestaltung von Technik,
ohne die Beteiligung der Beschäftigten an Entwicklung und Umsetzung vorgesehener Maßnahmen
die Existenzgründungsberatung, Akquisitionstätigkeiten, Qualifizierungs-/Coaching-Maßnahmen, Konkursabwehr- und Beschäftigtentransferberatung, Zertifizierungsverfahren zum Inhalt haben, 19.05.18
Architekten- und Ingenieurleistungen.

Art und Umfang der Beratungstage, zweiter Beratungsschritt

Innerhalb von 36 Monaten kann ein Unternehmen bis zu 10 Beratungstage in Anspruch nehmen. Innerhalb dieses Zeitraums kann auf Basis der Ergebnisse (Handlungsplan) der ersten Potentialberatung ein zweiter Beratungsscheck ausgegeben werden, sofern das Kontingent von 10 Beratungstagen noch nicht ausgeschöpft ist.
Unternehmen, die im Rahmen der ersten Beratung bereits 10 Beratungstage in Anspruch genommen haben, können erst nach Ablauf von 36 Monaten nach Ende der letzten Beratung (Datum Ausgabedatum des Beratungsschecks) erneut eine Potentialberatung in Anspruch nehmen.
Ein Beratungstag umfasst 8 Std. Die Beratung hat grundsätzlich mit Beteiligung von Unternehmensangehörigen und in der Regel im Unternehmen stattzufinden. Vor- und Nachbereitungszeiten (auch Fahrtzeiten) für die Beratungen und telefonische Beratungen sind nicht extra anzusetzen, weil bereits in dem Fördersatz enthalten. Die Aufteilung eines Beratungstages ist zulässig, abrechnungsfähig sind nur ganze Beratungstage.
Beratungen, die von mehreren Beratern zeitgleich mit gleichem Personenkreis durchgeführt werden, zählen als eine Beratung.
Pro Beratungstag sind 50% der tatsächlichen Kosten, höchstens jedoch 500 EUR erstattungsfähig.

Verfahren zur Beantragung einer Förderung für Potentialberatung

Voraussetzung für die Inanspruchnahme einer geförderten Potentialberatung ist die Beratung des Unternehmens durch eine Beratungsstelle für Potentialberatung. Bei dieser Beratung darf sich das Unternehmen nicht durch eine Unternehmensberatung vertreten lassen. Die Beratungsstellen geben mittels eines Beratungsprotokolls gegenüber den Bewilligungsbehörden eine fachliche Stellungnahme zur grundsätzlichen Förderfähigkeit hinsichtlich des Beratungsinhaltes und des -volumens ab.
Bei positiver Stellungnahme (Ausgabe eines Beratungsprotokolls mit Beratungsscheck) kann die Potentialberatung nach dem Tag der Beratung begonnen und nach Abschluss der Potentialberatung mit dem als Anlage zum Beratungsprotokoll ausgegebenen Antragsformular bei der Bewilligungsbehörde beantragt werden.
Die Bewilligung und Auszahlung der Förderung erfolgen nach Prüfung des Antrags und der dem Antrag beizufügenden Unterlagen. Antragsteller und Zuwendungsempfänger ist das zu beratende Unternehmen.
Bei negativer Stellungnahme (Ausgabe einer Bescheinigung über die erfolgte negative Beratung) besteht die Möglichkeit der Antragstellung mit einem bei der Bewilligungsbehörde anzufordernden Formular. Die Bewilligung erfolgt nach Prüfung des Antrags. Die Auszahlung erfolgt nach Überprüfung des Verwendungsnachweises.
Potentialberatungen, die vor der Bewilligung begonnen haben, sind von der Förderung ausgeschlossen. Als Beginn ist bereits der Abschluss eines Vertrags mit dem Berater zu werten.
Die Förderung der Potentialberatung erfolgt im Rahmen der Arbeitspolitik der Landesregierung Nordrhein-Westfalen mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds.
Weitere Informationen zur Potentialberatung, inklusive der Liste der Beratungsstellen für Potentialberatung erhalten Sie unter http://www.potentialberatung.nrw.de
Fußnoten

Checkliste

Werden die wichtigsten Voraussetzungen zur Gewährung von Zuschüssen für eine Potentialberatung erfüllt?
Sämtliche Fragen müssen mit „ja” beantwortet werden, wenn die wichtigsten Fördervoraussetzungen gegeben sein sollen!
Ja Nein
 
 
1. Dient die geplante Beratung der Ermittlung von Stärken und Schwächen des Unternehmens, der Entwicklung von Lösungswegen und der Festlegung eines Handlungsplanes zur Verbesserung der Geschäftsprozesse?
 
 
2. Handelt es sich bei dem Antragsteller um ein Unternehmen mit mindestens zehn und weniger als 250 Beschäftigten mit Sitz und Betriebsstätte in Nordrhein-Westfalen?
 
 
3. Ist das Unternehmen älter als zwei Jahre?
 
 
4. Ist sichergestellt, dass nach Abschluss der Beratung die erarbeiteten Umsetzungsschritte in die Wege geleitet werden?
 
 
5. Findet die Beratung mit Beteiligung von Unternehmensvertretern und i.d.R. im Unternehmen statt?
 
 
6. Liegt eine Befürwortung der Maßnahme durch eine Beratungsstelle für Potentialberatung vor?
 
 
7. Ist sichergestellt, dass die Förderung innerhalb von neun Monaten nach der Beratung in der Beratungsstelle beantragt wird?
 
 
8. Ist sichergestellt, dass der Beratungsvertrag nicht vor der Beratung in der Beratungsstelle geschlossen wird?
 
 
9. Bei Unternehmen, die bereits im Rahmen des Programms gefördert wurden: Wird eine erneute Förderung frühestens nach Ablauf von drei Jahren beantragt?


Ansprechpartner

Beratungsstellen für Potentialberatung
Internet

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Im Blankenfeld 4
46238 Bottrop
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