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Aufstiegs-BAföG (Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz - AFBG)

Förderkriterien
Förderart: Zuschuss; Darlehen
Förderbereich: Aus- & Weiterbildung
Fördergebiet: Bund
Förderberechtigte: Privatperson
Ansprechpartner: Antrag annehmende Stellen in den einzelnen Bundesländern; KfW Bankengruppe
Aufstiegs-BAföG (Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz – AFBG)

Ziel und Gegenstand

Der Bund fördert die Teilnahme an Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung durch Beiträge zu den Kosten der Maßnahme und – bei Bedarf – zu den Kosten des Lebensunterhalts.
Gefördert wird die Teilnahme an Fortbildungsmaßnahmen öffentlicher und privater Träger, die
auf Fortbildungsabschlüsse zu öffentlich-rechtlich geregelten Prüfungen auf der Grundlage des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) oder der Handwerksordnung (HWO),
auf gleichwertige Fortbildungsabschlüsse nach bundes- oder landesrechtlichen Regelungen oder
auf gleichwertige Fortbildungsabschlüsse an anerkannten Ergänzungsschulen auf der Grundlage staatlich genehmigter Prüfungsordnungen
vorbereiten.
Unterstützt wird die berufliche Fortbildung in grundsätzlich allen Berufsbereichen unabhängig davon, in welcher Form sie durchgeführt wird (Vollzeit/Teilzeit, schulisch/außerschulisch, mediengestützt/Fernunterricht).

Antragsberechtigte

Antragsberechtigt sind Teilnehmer an Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung, z.B. zum Meister, Techniker, Fachwirt, Erzieher oder Betriebswirt.
Neben deutschen Staatsangehörigen sind unter bestimmten Voraussetzungen auch ausländische Staatsangehörige antragsberechtigt.
Eine Altersbeschränkung besteht nicht.

Voraussetzungen

Der Teilnehmer muss vor Beginn der Maßnahme über die nach der jeweiligen Fortbildungsordnung für die Prüfungszulassung erforderliche berufliche Vorqualifikation verfügen.
Gefördert werden auch Teilnehmer, die über einen Bachelorabschluss oder einen vergleichbaren Hochschulabschluss verfügen, nicht jedoch Teilnehmer, die einen höheren Hochschulabschluss oder einen als gleichwertig anerkannten sonstigen Abschluss erworben haben.
Der Teilnehmer hat die regelmäßige Teilnahme an der geförderten Maßnahme nachzuweisen. Die Leistungen müssen einen erfolgreichen Abschluss der Maßnahme erwarten lassen.
Die Fortbildungsmaßnahme muss mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen und bei Vollzeitmaßnahmen innerhalb von 36 Monaten, bei Teilzeitmaßnahmen innerhalb von 48 Monaten abgeschlossen werden.

Art und Höhe der Förderung

Die Förderung erfolgt als Kombination von Zuschuss und Darlehen zu den Kosten der Maßnahme sowie – bei Vollzeitmaßnahmen – den Kosten des Lebensunterhalts.
Bei den Fortbildungskosten beträgt die Höhe der Förderung
für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis zu 15.000 EUR,
für das Prüfungsstück (Meisterstück oder vergleichbare Arbeiten) bis zu 50% der notwendigen entstandenen Materialkosten, höchstens jedoch 2.000 EUR.
Die Förderung erfolgt zu 40% als Zuschuss, darüber hinaus als Darlehen.
Das auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren entfallende Darlehen wird bei bestandener Prüfung zu 40% erlassen. Bei Existenzgründung bzw. Übernahme oder Erweiterung eines Betriebes besteht bei Beschäftigung von Auszubildenden oder Arbeitnehmern die Möglichkeit eines Restschulderlasses von max. 66%.
Bei Vollzeitmaßnahmen wird einkommens- und vermögensabhängig zusätzlich der Unterhaltsbedarf gefördert. Die Höhe der Förderung beträgt monatlich
bis zu 768 EUR als Beitrag zum Lebensunterhalt,
bis zu 235 EUR als Aufschlag für Verheiratete/Verpartnerte,
bis zu 235 EUR als Aufschlag je Kind sowie
130 EUR als Pauschale für die Kinderbetreuungskosten von Alleinerziehenden.
Die Förderung erfolgt für Teilnehmer, Ehegatten und Lebenspartner zu 50%, für Kinder zu 55% als Zuschuss, darüber hinaus als Darlehen.
Die Höchstdauer der Förderung beträgt bei Vollzeitfortbildungen 24 Monate, bei Teilzeitfortbildungen 48 Monate. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Verlängerung erfolgen.

Antragsverfahren

Anträge sind auf den vorgeschriebenen Formularen vor Beginn der Maßnahme an die untenstehenden Behörden zu richten. Die Entscheidung erfolgt in Form eines öffentlich-rechtlichen Bescheides. Der Teilnehmer erhält zugleich mit dem Bescheid eine Bescheinigung, mit der er innerhalb von drei Monaten ein Darlehen bei der KfW beantragen kann.
Weiterführende Informationen zum Aufstiegs-BAföG können im Internet unter der Adresse http://www.aufstiegs-bafoeg.de abgerufen oder über die gebührenfreie Hotline unter der Rufnummer (0 800) 6 22 36 34 erfragt werden.
Von den Bundesländern wurden folgende Vollzugsbehörden benannt:
Baden-Württemberg:
kommunale Ämter für Ausbildungsförderung
Bayern:
kommunale Ämter für Ausbildungsförderung
Berlin:
Ämter für Ausbildungsförderung
Brandenburg:
kommunale Ämter für Ausbildungsförderung
Bremen:
Investitions- und Förderbank Niedersachsen (NBank)
Hamburg:
Handwerkskammer Hamburg
Hessen:
Ämter für Ausbildungsförderung bei den Studentenwerken
Mecklenburg-Vorpommern:
kommunale Ämter für Ausbildungsförderung
Niedersachsen:
Investitions- und Förderbank Niedersachsen (NBank)
Nordrhein-Westfalen:
Bezirksregierung Köln
Beratung und Antragsannahme auch durch die Kammern
Rheinland-Pfalz:
kommunale Ämter für Ausbildungsförderung
Saarland:
kommunale Ämter für Ausbildungsförderung
Sachsen:
Sächsische Aufbaubank – Förderbank –
Sachsen-Anhalt:
kommunale Ämter für Ausbildungsförderung
Schleswig-Holstein:
Investitionsbank Schleswig-Holstein
Thüringen:
Thüringer Landesverwaltungsamt
Die Anschriften der Antrag annehmenden Stellen in den einzelnen Bundesländern finden Sie im Internet.
Der Darlehensantrag ist zu stellen bei der
KfW Bankengruppe
Palmengartenstraße 5–9
60325 Frankfurt am Main
Tel. (0 69) 74 31-99 96
Fax (0 69) 74 31-95 00
E-Mail: meisterbafoeg@kfw.de
Internet: http://www.kfw.de

Quelle

Bekanntmachung der Neufassung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes vom 15. Juni 2016 (BGBl. I, S. 1450); zuletzt geändert durch Artikel 5 des Sechsundzwanzigsten Gesetzes zur Änderung des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (26. BAföGÄndG) vom 8. Juli 2019 (BGBl. I 1048); Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom 28. Juni 2019.

Wichtige Hinweise

Rund 167.000 Menschen haben 2018 das Aufstiegs-BAföG genutzt, um sich beruflich weiterzuqualifizieren. Das sind 1,6% mehr als im Vorjahr. Vor allem der Anteil an geförderten Frauen ist gestiegen. Bis Herbst 2020 soll die Förderung weiter ausgebaut werden. 29.07.19
Rund 250 Mio. EUR werden Bund und Länder bis 2020 zusätzlich für das „Aufstiegs-BAföG” ausgeben. Jährlich können doppelt so viele Fördermittel eingesetzt werden als vor zehn Jahren. 08.06.16

Ansprechpartner

Antrag annehmende Stellen in den einzelnen Bundesländern
Hotline: (08 00) 62 23 63 4 (gebührenfrei)
Internet

KfW Bankengruppe
Palmengartenstraße 5-9
60325 Frankfurt am Main
Tel. (0 69) 74 31-99 96
Fax (0 69) 74 31-95 00
E-Mail
Internet