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Exportkreditgarantien (Hermesdeckungen)

Förderkriterien
Förderart: Bürgschaft; Garantie
Förderbereich: Außenwirtschaft
Fördergebiet: Bund
Förderberechtigte: Unternehmen
Ansprechpartner: Euler Hermes Aktiengesellschaft
Exportkreditgarantien (Hermesdeckungen)

Ziel und Gegenstand

Zur Absicherung der mit Exportgeschäften verbundenen wirtschaftlichen und politischen Risiken des Zahlungsausfalls können Exportkreditgarantien des Bundes zur Förderung des deutschen Exports in Anspruch genommen werden.
Aufgrund der unterschiedlichen Exportgeschäfte besteht ein breites Spektrum verschiedener Deckungsmöglichkeiten. Dabei wird zwischen der Absicherung von Risiken vor bzw. nach Versand der Ware, nach der Laufzeit der Kredite sowie dem ausländischen Vertragspartner unterschieden.
Ist der ausländische Kunde eine Privatperson oder eine nach zivil- oder handelsrechtlichen Vorschriften organisierte Gesellschaft, übernimmt die Bundesregierung die Deckung in Form einer Ausfuhrgarantie. Handelt es sich dagegen um den Staat oder um eine Körperschaft des öffentlichen Rechts als Besteller oder haftet eine derartige Institution aufgrund eines Gesetzes oder durch Garantieübernahme für einen privaten Käufer, übernimmt die Bundesregierung die Deckung in Form einer Ausfuhrbürgschaft.
Im Einzelnen:
Sammeldeckungen – verschiedene Angebote stehen für die Absicherung von mehreren Exportgeschäften zur Verfügung.
Mit der Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung (APG) sichert ein deutscher Exporteur, der mehrere Besteller in unterschiedlichen Ländern wiederholt beliefert, Forderungen mit einer Kreditlaufzeit von maximal 12 Monaten ab.
Die Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistung light (APG-light) sichert die kurzfristigen Forderungen mit Kreditlaufzeiten bis zu 4 Monaten vornehmlich kleiner mittelständischer Exporteure ab, die mehrere Besteller in unterschiedlichen Ländern wiederholt beliefern.
Die Revolvierende Lieferantenkreditdeckung sichert die kurzfristigen Forderungen deutscher Exporteure ab, die einen ausländischen Besteller in laufender Geschäftsbeziehung mehrmals beliefern. Die Laufzeit beträgt in der Regel 12 Monate und verlängert sich automatisch.
Die Revolvierende Finanzkreditdeckung sichert kurzfristige Darlehensforderungen ab, die aus der Finanzierung von regelmäßigen, kurzfristigen Exportgeschäften eines Exporteurs mit einem bestimmten ausländischen Abnehmer resultieren.
Die Rahmenkreditdeckung sichert einer Bank Forderungen aus Einzelkrediten, die unter einem Rahmenkredit herausgelegt werden und aus der Finanzierung deutscher Exportgeschäfte resultieren. Die Laufzeit beträgt 12 Monate und verlängert sich automatisch.
Einzeldeckungen – sichern einzelne Geschäfte gegen einen Auszahlungsausfall ab.
Die Bauleistungsdeckung schützt den Exporteur vor typischen Risiken aus Baugeschäften im Ausland.
Fabrikationsrisikodeckungen werden zur Deckung von Risiken während der Produktionsphase der Ware, also vom Beginn der Fertigung bis zum Versand, vergeben. Sie sind isoliert oder kombiniert mit einer Ausfuhrdeckung erhältlich und empfehlen sich besonders bei Spezialanfertigungen.
Die Finanzkreditdeckung sichert Darlehensforderungen einer Bank ab, die aus der Finanzierung deutscher Exportgeschäfte resultieren.
Die Finanzkreditdeckung-express ermöglicht es Banken, Darlehensforderungen abzusichern, die aus der Finanzierung von deutschen Exportgeschäften mit Auftragswerten bis zu 5 Mio. EUR (Mittelstandsfinanzierung) resultieren.
Mit einer Leistungsdeckung sichert ein deutscher Exporteur/Auftragnehmer eine Forderung aus einem Exportgeschäft ab, das die Erbringung von Leistungen zum Gegenstand hat, die nicht im Zusammenhang mit der Ausfuhr von Waren stehen.
Die Lieferantenkreditdeckung sichert eine Forderung aus einem einzelnen Ausfuhrgeschäft ab.
Sektorale Sonderbestimmungen gelten für Airbusgarantie, Eisenbahnfinanzierungen, Erneuerbare Energien, Projektfinanzierungen sowie Schiffsfinanzierungen.
Ergänzende Deckungsformen – für besondere Exportgeschäfte mit besonderen Absicherungslösungen.
Mit einer Finanzkreditdeckung für Akkreditivbestätigungsrisiken sichert eine Bank das Risiko aus der Bestätigung von Akkreditivforderungen ab, die der Finanzierung eines deutschen Exportgeschäftes dienen. Sie steht insbesondere für bestätigte Akkreditive und unwiderrufliche Ankaufzusagen zur Verfügung.
Die Avalgarantie ist eine Ergänzung zur Vertragsgarantiedeckung und ist nicht eigenständig einsetzbar. Sie ermöglicht es deutschen Exporteuren, die eigene Kreditlinie zu entlasten. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen können dadurch ihre Liquidität verbessern.
Die Beschlagnahmedeckung ermöglicht es deutschen Exporteuren, ihre typischen Risiken bei solchen Geschäften im Ausland abzusichern, bei denen bei Grenzüberschreitung der Ware noch nicht feststeht, ob diese überhaupt oder endgültig im Ausland abgesetzt wird (z.B. Lieferung in ein Konsignationslager oder Kauf auf Probe) oder der Verkauf primär nicht beabsichtigt ist (z.B. Lieferungen in ein Zoll- oder Messelager).
Die Leasingdeckung schützt die Leasingforderungen aus einem grenzüberschreitenden Leasinggeschäft eines Leasinggebers gegenüber einem ausländischen Leasingnehmer.
Die Verbriefungsgarantie bietet einer Bank, für die der Bund bereits eine Finanzkreditdeckung übernommen hat, eine kostengünstige Lösung, um sich am Kapitalmarkt über ein zwischengeschaltetes Unternehmen oder bei einem Realkreditinstitut zu refinanzieren.
Die KfW Bankengruppe stellt im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie für die deutsche Exportwirtschaft ein Programm zur langfristigen Refinanzierung bundesgedeckter Exportkredite zur Verfügung. Mit einer Verbriefungsgarantie des Bundes können Banken am KfW-Programm teilnehmen und laufzeitkongruente langfristige Refinanzierungen für Finanzkredite und Airbusgarantien erhalten.
Die Vertragsgarantiedeckung schützt den Exporteur, der zur Absicherung seiner eigenen vertraglichen Verpflichtungen eine Garantie gegenüber dem Besteller herauslegen muss, vor Verlusten aus einer politisch bedingten oder widerrechtlichen Ziehung dieser Garantie.

Antragsberechtigte

Exportkreditgarantien können deutschen Exporteuren sowie deutschen Export finanzierenden Kreditinstituten gewährt werden.

Voraussetzungen

Es muss sich um Exporte in Märkte mit erhöhten Risiken handeln, die oft nur mit Hilfe der staatlichen Exportkreditversicherung realisiert werden können.
Hermesdeckungen können gewährt werden, wenn die Kriterien Förderungswürdigkeit und risikomäßige Vertretbarkeit erfüllt sind. Die Förderungswürdigkeit kann – neben einem allgemeinen Exportinteresse – in der Sicherung von Arbeitsplätzen, in strukturpolitischen Erwägungen oder in außenpolitischen Zielen bestehen. Ökologische, soziale und entwicklungspolitische Gesichtspunkte werden zunehmend in die Entscheidungen einbezogen. Die risikomäßige Vertretbarkeit bedeutet, dass eine vernünftige Aussicht auf einen schadenfreien Verlauf gegeben sein muss.
Ob und in welchem Umfang Deckungen übernommen werden können, richtet sich nach der konkreten Beschlusslage für das jeweilige Bestellerland.
Exportkreditgarantien dürfen nur gegenüber deutschen Exporteuren oder gegenüber Kreditinstituten, die Geschäfte deutscher Exporteure finanzieren, übernommen werden.

Art und Höhe der Förderung

Die Förderung erfolgt in Form einer Ausfuhrgarantie oder Ausfuhrbürgschaft.
Für die Absicherung von Exportgeschäften sind Prämien zu zahlen, die sich aus Bearbeitungsgebühren und Entgelten für die Deckungsübernahme zusammensetzen.
Bearbeitungsgebühren sind von der Höhe des Auftragswerts abhängig. Die Höhe der Entgelte richtet sich im Wesentlichen nach der Länderkategorie, in die das Käuferland eingestuft ist. Weiterhin wird das Entgelt durch den gedeckten Auftragswert, die Zahlungsbedingungen (Laufzeit des Geschäfts) und den Status des Käufers/Sicherheitengebers – staatlich oder privat – und ggf. die Höhe der Selbstbeteiligung (Deckungsquote) – bestimmt.
Bei jeder Deckungsart ist der Deckungsnehmer im Schadenfall mit einem bestimmten Anteil am Verlust beteiligt. Diese Selbstbeteiligung beträgt regelmäßig für die politischen Risiken 5% und für die Nichtzahlungs- bzw. Insolvenzrisiken 15%. Für Finanzkredit- und Fabrikationsrisikodeckungen gilt eine Selbstbeteiligung von 5%.

Antragsverfahren

Die Bundesregierung hat die Bearbeitung von Anträgen auf staatliche Exportkreditgarantien der Euler Hermes Aktiengesellschaft und der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft übertragen. Diese sind ermächtigt, wesentliche Erklärungen im Auftrage und für Rechnung des Bundes abzugeben und entgegenzunehmen. Federführend für beide Gesellschaften ist die Euler Hermes Aktiengesellschaft. Exporteure und kreditgebende Banken richten daher Anträge auf Indeckungnahme unmittelbar an die
Euler Hermes Aktiengesellschaft
Exportkreditgarantien der Bundesrepublik Deutschland
Gasstraße 27
22761 Hamburg
Tel. (0 40) 88 34-90 00
Fax (0 40) 88 34-91 75
E-Mail: info@exportkreditgarantien.de
Internet: http://www.agaportal.de
Über die Indeckungnahme entscheidet abschließend ein Interministerieller Ausschuss unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).
Antragsformulare, Produktinformationen, Allgemeine Bedingungen und ein Entgeltberechnungs-Tool finden Sie im Internet.

Quelle

Richtlinien für die Übernahme von Exportkreditgarantien vom 4. Juni 2014; Bekanntmachung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) vom 10. Juli 2014, Bundesanzeiger Amtlicher Teil vom 23. Juli 2014, B2; zuletzt geändert am 1. Juli 2017, Informationen der Euler Hermes Aktiengesellschaft, Stand Juli 2017; Pressemitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) vom 9. Februar 2017.

Wichtige Hinweise

Im Jahr 2016 hat die Bundesregierung Lieferungen und Leistungen deutscher Exporteure im Wert von 20,6 Mrd. EUR abgesichert. Mehrheitlich beantragen kleine und mittelständische Unternehmen Exportkreditgarantien des Bundes. Über 80% der neu in Deckung genommenen Geschäfte betrafen Lieferungen und Leistungen in Schwellen- und Entwicklungsländer. Im Ländervergleich der vergebenen Hermesdeckungen steht Russland mit 3,8 Mrd. EUR an der Spitze, gefolgt von Ägypten mit 3,3 Mrd. EUR und den Vereinigten Staaten mit 2 Mrd. EUR. Die Exportkreditgarantien erzielten 2016 einen Jahresüberschuss von 1.184 Mio. EUR, der vollständig dem Bundeshaushalt zugeführt wurde. 09.02.17
Die KfW Bankengruppe bietet ein Programm zur Refinanzierung bundesgedeckter Exportkredite an. Ziel ist es, durch die Bereitstellung langfristiger Refinanzierungsmittel die Finanzierungssituation für die Exportwirtschaft zu verbessern. Das Programm kann von deutschen und ausländischen Kreditinstituten mit Zugang zu Hermesdeckungen der Bundesrepublik Deutschland zur Refinanzierung von neu vergebenen Krediten in Anspruch genommen werden. 14.02.13

Ansprechpartner

Euler Hermes Aktiengesellschaft
Exportkreditgarantien der Bundesrepublik Deutschland
Gasstraße 27
22761 Hamburg
Tel. (0 40) 88 34-90 00
Fax (0 40) 88 34-91 75
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Weiterführende Informationen

AGA-Portal
AuslandsGeschäftsAbsicherung der Bundesrepublik Deutschland