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8.11.2019

KfW - Drittes Quartal 2019: Erfolgreiches Geschäftsjahr setzt sich fort

Bund

Die KfW Bankengruppe hat in den ersten neun Monaten 2019 ein Fördervolumen von 53,5 Mrd. EUR (Vorjahreszeitraum 51,3 Mrd. EUR) erzielt. Die Nachfrage nach inländischer Förderung ist infolge der weiterhin guten Finanzierungsbedingungen für gewerbliche und private Investoren im anhaltenden Niedrigzinsumfeld auf 31,6 Mrd. EUR (34,7 Mrd. EUR) zurückgegangen. In der Export- und Projektfinanzierung sind die Zusagen der KfW IPEX-Bank stark angestiegen und erreichen 17,5 Mrd. EUR (11,9 Mrd. EUR). Ein Teil dieses Zusagevolumens rührt von der lebhaften Nachfrage nach Bankenrefinanzierung aus dem Schiffs-CIRR und dem ERP-Exportfinanzierungsprogramm. Die Förderung der Entwicklungszusammenarbeit erreicht insgesamt 3,5 Mrd. EUR (3,8 Mrd. EUR). Der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank bewegt sich mit einem Zusagevolumen von 2,6 Mrd. EUR (3,0 Mrd. EUR) leicht unter dem Vorjahresniveau. Traditionell steigen die Zusagen im 4. Quartal stark an. Die DEG schließt das dritte Quartal positiv mit 0,9 Mrd. EUR (0,8 Mrd. EUR) ab.

Ergebnisse der Förderaktivitäten im Einzelnen

Zum Ende des dritten Quartals 2019 erzielt das Geschäftsfeld Mittelstandsbank & Private Kunden Zusagen in Höhe von 26,4 Mrd. EUR (28,4 Mrd. EUR). Auf das Segment Mittelstandsbank entfällt davon ein Fördervolumen von 11,4 Mrd. EUR.

  • Der Schwerpunkt Gründung & Unternehmensinvestitionen erzielt insgesamt 5,2 Mrd. EUR (4,7 Mrd. EUR). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die hohe Nachfrage von mehr als 2,6 Mrd. EUR (1,6 Mrd. EUR) nach dem KfW-Unternehmerkredit zurückzuführen.
  • Das Zusagevolumen im Schwerpunkt Energieeffizienz & Erneuerbare Energien von 5,8 Mrd. EUR übersteigt das Vorjahresniveau von 5,4 Mrd. EUR. Haupttreiber ist u. a. das KfW-Programm Erneuerbare Energien mit einem Fördervolumen von 1,6 Mrd. EUR (1,1 Mrd. EUR). Das Programm ermöglicht die Finanzierung von erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung, zur kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen sowie von Maßnahmen zur Integration erneuerbarer Energien in das Energiesystem.
  • Der Förderschwerpunkt Innovation liegt mit einem Zusagevolumen von 0,4 Mrd. EUR deutlich unter dem Rekordniveau des vergangenen Jahres von 3 Mrd. EUR. Grund für die deutliche Unterschreitung des Vorjahreswertes ist hauptsächlich die überproportional starke Nachfrage im ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit im Vorjahr. Zwischenzeitlich wurden die Förderbedingungen in diesem Programm stärker fokussiert, was zu einem Rückgang der Nachfrage führte. Mitte dieses Jahres wurde in einem weiteren Schritt diese Förderung auch für Innovative Unternehmen und Gründer erweitert.

Das Segment Private Kunden erreicht ein Fördervolumen von 15 Mrd. EUR (15,3 Mrd. EUR) und liegt damit im Wesentlichen auf Vorjahresniveau.

  • Das Zusagevolumen im Schwerpunkt Wohnen & Leben übertrifft mit 5,0 Mrd. EUR den Vorjahreswert (3,4 Mrd. EUR). Haupttreiber hierfür ist das im vergangenen Jahr neu eingeführte Baukindergeld. Mit dem Zuschuss wird aus Mitteln des Bundes der Ersterwerb von selbstgenutzten Wohnimmobilien für Familien mit Kindern gefördert. Das Baukindergeld hat das förderpolitische Ziel, die im europäischen Vergleich sehr niedrige Wohneigentumsquote von Familien in Deutschland zu erhöhen.
  • Der Förderschwerpunkt Energieeffizienz & Erneuerbare Energie bei Privatkunden liegt dabei mit 8,7 Mrd. EUR unter dem Rekordniveau des vergangenen Jahres (10,4 Mrd. EUR). Zurückzuführen ist dies vornehmlich auf die derzeit gute Kreditversorgung am Markt für Baufinanzierungen in Deutschland.
  • Leicht rückläufig ist die Nachfrage in den Förderschwerpunkten Bildung (1,3 Mrd. EUR, Vorjahreszeitraum 1,5 Mrd. EUR). Insbesondere zeigt sich dies im KfW-Studienkredit. Eine Vielzahl der Studierenden profitiert bei der guten konjunkturellen Lage von stärkerer Unterstützung aus dem Elternhaus oder der Verwandtschaft.

Das Geschäftsfeld Individualfinanzierung & Öffentliche Kunden erzielt zum dritten Quartal 2019 ein Zusagevolumen von rd. 5,1 Mrd. EUR und liegt unter dem Wert des Vorjahres (6,2 Mrd. EUR).

Das Geschäftsvolumen für Kommunale & Soziale Infrastruktur übertrifft mit 2,6 Mrd. EUR den Vorjahreswert (2,3 Mrd. EUR). Neben der Basisförderung für allgemeine Infrastrukturinvestitionen von Kommunen sowie kommunalen und sozialen Unternehmen tragen dabei auch die Programme zur Unterstützung der Energiewende im kommunalen Bereich mit 0,7 Mrd. EUR substanziell zu der positiven Entwicklung bei. Erstmalig wurden auch Zuschüsse im neuen Förderansatz "Modellprojekte Smart Cities" in Höhe von 60 Mio. EUR zugesagt.

Die Individualfinanzierung Banken & Landesförderinstitute liegt mit einem Zusagevolumen von 2,2 Mrd. EUR deutlich unter dem hohen Vorjahreswert (3,8 Mrd. EUR), welcher u.a. durch großvolumige Verträge innerhalb der Globaldarlehen Leasing geprägt war.

In der Individualfinanzierung Unternehmen beträgt das Zusagevolumen 206 Mio. EUR (98 Mio. EUR). Hierfür waren die Abschlüsse des neu eingeführten KfW-Kredites für Wachstum ausschlaggebend.

In den ersten drei Quartalen des Jahres 2019 erreicht das Geschäftsfeld KfW Capital insgesamt Zusagen von 103 Mio. EUR (95 Mio. EUR). Mit Unterstützung des ERP-Sondervermögens wurden bisher in diesem Jahr (30.09.) sieben Venture Capital-Fondsinvestments mit einem Volumen von insgesamt rd. 102 Mio. EUR zugesagt (+29% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum: 79 Mio. EUR). Nach zwölf Monaten operativer Tätigkeit ist die Deal-Pipeline bis weit ins Jahr 2020 gut gefüllt, das Interesse der VC-Fonds-Community an KfW Capital ungebrochen hoch. Für das Gesamtjahr 2019 plant KfW Capital Investmentzusagen in Höhe von mehr als 150 Mio. EUR, ab dem Jahr 2020 beabsichtigt der Fondsinvestor durchschnittlich rund 200 Mio. EUR p.a. in deutsche und europäische VC-Fonds zu investieren. Ziel von KfW Capital ist es, den VC-Markt so zu stärken, dass innovative Technologieunternehmen in Deutschland durch finanzstärkere Fonds besseren Zugang zu Wachstumskapital erhalten.

Bei der KfW IPEX-Bank, die das Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung verantwortet und Finanzierungen zur Förderung von Wettbewerbsfähigkeit und Internationalisierung deutscher und europäischer Unternehmen bereitstellt, liegen die Neuzusagen mit insgesamt 17,5 Mrd. EUR weiterhin deutlich über dem Niveau des Vorjahreszeitraums (11,9 Mrd. EUR). Wesentlicher Treiber ist der deutliche Anstieg des Geschäftsvolumens aus der Bankenrefinanzierung des Schiffs-CIRRs und ERP-Exportfinanzierungsprogramms (3,5 Mrd. EUR, Vorjahreswert 0,9 Mrd. EUR). Zum insgesamt guten Neugeschäftsvolumen des originären Kreditgeschäfts haben alle Geschäftssparten gleichmäßig beigetragen, hierin spiegelt sich die Branchenexpertise und Strukturierungskompetenz der nach Sektoren aufgestellten KfW IPEX-Bank wider. Den höchsten Anteil hat - wie bereits im Vorquartal - die Geschäftssparte Maritime Industrie mit 2,7 Mrd. EUR (1,6 Mrd. EUR). Weitere Schwerpunkte bilden die Geschäftssparten Energie und Umwelt mit 2,3 Mrd. EUR (2,3 Mrd. EUR) sowie Finanzinstitutionen und Trade Finance ebenfalls mit 2,3 Mrd. EUR (1,6 Mrd. EUR).

Das Zusagevolumen im Geschäftsfeld Förderung der Entwicklungs- und Schwellenländer liegt im dritten Quartal bei 3,5 Mrd. EUR (3,8 Mrd. EUR). Dabei haben sich die Zusagen des Geschäftsbereichs KfW Entwicklungsbank im abgelaufenen Quartal deutlich erhöht und erreichen 2,6 Mrd. EUR. Der überwiegende Teil der Haushaltsmittel - etwa eine Milliarde Euro - und knapp die Hälfte der Gesamtzusagen gingen an Länder in Afrika und dem Nahen Osten. Für das Gesamtjahr 2019 wird ein ähnlich hohes Zusagevolumen wie im Vorjahr (ca. 8,7 Mrd. EUR) erwartet. Im dritten Quartal entwickelte sich auch das Neugeschäft der DEG erfreulich. Die Zusagen für Investitionen privater Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern erreichen 869 Mio. EUR (809 Mio. EUR). Davon sind 347 Mio. EUR für Finanzinstitute bestimmt, die damit beispielsweise lokale kleine und mittlere Unternehmen mit Krediten versorgen. 217 Mio. EUR werden für Infrastruktur-Vorhaben etwa in den Sparten Erneuerbare Energien und Mobilfunk bereitgestellt. Regional betrachtet liegen die Zusagen für Investitionen in Asien mit rund 240 Mio. EUR vorn, dicht gefolgt von Lateinamerika mit 228 Mio. EUR und Afrika mit 227 Mio. EUR.

Quelle: Pressemitteilung der KfW Bankengruppe vom 6. November 2019


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