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9.11.2018

Drittes Quartal 2018: KfW setzt Förderschwerpunkte auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Bund

Die KfW Bankengruppe hat in den ersten drei Quartalen 2018 ihr Fördergeschäft leicht zurückgefahren und ein Fördervolumen von 51,3 Mrd. EUR (Vorjahreszeitraum 54,7 Mrd. EUR) erzielt. In Deutschland hat die KfW angesichts der starken konjunkturellen Entwicklung und des anhaltenden guten Finanzierungsumfelds für private und gewerbliche Investoren ihre Förderung auf 34,7 Mrd. EUR (41,1 Mrd. EUR) reduziert. Eine besonders starke Nachfrage kann das im vergangenen Jahr neu aufgelegte Programm zur Digitalisierung und Innovation verzeichnen (3 Mrd. EUR, Vorjahreszeitraum 1 Mrd. EUR). Auch das im September neu eingeführte Baukindergeld, mit dem Familien beim Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum unterstützt werden, erfreut sich einer sehr hohen Nachfrage (Stand 31. Oktober 2018: rd. 30.000 Anträge i.H.v. knapp 600 Mio. EUR). Die internationalen Finanzierungen der KfW sind auf 15,8 Mrd. EUR (12,9 Mrd. EUR) angestiegen. Zu dieser Entwicklung trägt hauptsächlich die KfW IPEX-Bank bei, die durch den Abschluss von großvolumigen Finanzierungen einen Zusageanstieg auf 11,9 Mrd. EUR (8,8 Mrd. EUR) erreicht. Auch die DEG schließt das dritte Quartal positiv mit 0,8 Mrd. EUR (0,7 Mrd. EUR) ab. Der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank bewegt sich mit einem Zusagevolumen von 3,0 Mrd. EUR fast auf dem Vorjahresniveau (3,3 Mrd. EUR). Die Anteile an Finanzierungen mit Mittelstandsbezug wie auch die Quote der Kima- und Umweltschutzförderung in der KfW entwickeln sich weiter stabil (Mittelstandsquote 43%, Umweltquote 40%).

Ergebnisse der Förderaktivitäten im Einzelnen

Das Geschäftsfeld Mittelstandsbank & Private Kunden erzielt zum Ende des dritten Quartals Zusagen in Höhe von 28,4 Mrd. EUR (33,9 Mrd. EUR). Auf das Segment Mittelstandsbank entfällt davon ein Fördervolumen von 13,2 Mrd. EUR (16,8 Mrd. EUR).

Der Förderschwerpunkt Innovation übertrifft mit einem Zusagevolumen von 3 Mrd. EUR das hohe Vorjahresniveau von knapp 1 Mrd. EUR. Die Nachfrage hat sich im Wesentlichen auf den bereits im zweiten Halbjahr 2017 eingeführten ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit konzentriert. Um der hohen Nachfrage gerecht zu werden und dieses wichtige Finanzierungsangebot auch weiterhin anbieten zu können, wurden die Förderbedingungen zwischenzeitlich stärker fokussiert.

Gründung & Unternehmensinvestitionen erreichen ein Fördervolumen von insgesamt 4,7 Mrd. EUR (7,7 Mrd. EUR). Eine rückläufige Entwicklung hat hierbei der KfW-Unternehmerkredit aufgrund des allgemein guten Finanzierungsumfeld verzeichnet (1,6 Mrd. EUR; Vorjahreszeitraum 4,5 Mrd. EUR), wohingegen die Gründungsfinanzierung mit 2,6 Mrd. EUR das starke Vorjahresvolumen hält (2,7 Mrd. EUR).

Der Schwerpunkt Energieeffizienz & Erneuerbare Energien bei gewerblichen Kunden erzielt insgesamt ein Zusagevolumen von 5,4 Mrd. EUR (8,1 Mrd. EUR). Der Rückgang beruht im Wesentlichen auf der schwächeren Nachfrage im Bereich Erneuerbare Energien. Das KfW-Programm Erneuerbare Energien Standard erzielte erwartungsgemäß niedrigere Nachfrage als im Vorjahreszeitraum, die insbesondere auf Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zurückzuführen sind. (1,1 Mrd. EUR, Vorjahresniveau 3,5 Mrd. EUR).

Das Segment Private Kunden erreicht zum 30. September 2018 ein Fördervolumen von 15,3 Mrd. EUR (17,1 Mrd. EUR).

Das zum 18. September 2018 gestartete Baukindergeld erfreut sich hoher Nachfrage. In den ersten zwei Wochen bis zum Quartals Ende gingen bereits Anträge i.H.v. rund 320 Mio. EUR ein. Dies entspricht einer Förderung von rd. 15.000 Antragstellern. Zum 31. Oktober 2018 liegen Anträge i.H.v. knapp 600 Mio. EUR von rd. 30.000 Antragstellern vor.

Im Förderschwerpunkt Energieeffizienz & Erneuerbare Energie bei Privatkunden beträgt das Fördervolumen 10,4 Mrd. EUR (11,7 Mrd. EUR). Dazu hat die Programmfamilie Energieeffizient Bauen und Sanieren den Hauptbeitrag geleistet. Dabei liegt das energieeffiziente Bauen knapp unter dem sehr hohen Vorjahresniveau. Stärker nachgefragt wurden jedoch die Programme zur energieeffizienten Sanierung von Bestandsimmobilien (3,3 Mrd. EUR, Vorjahreszeitraum 2,8 Mrd. EUR).

Leicht rückläufig ist die Nachfrage in den Förderschwerpunkten Bildung sowie Wohnen & Leben, zu dem auch das Programm Altersgerecht Umbauen zählt. Hier wird ein Fördervolumen von insgesamt 4,8 Mrd. EUR (5,4 Mrd. EUR) erreicht.

Das Geschäftsfeld Individualfinanzierung & Öffentliche Kunden erzielt zum Ende des dritten Quartals ein Zusagevolumen von 6,2 Mrd. EUR und liegt damit unter dem Vorjahreswert (7,2 Mrd. EUR).

Das Zusagevolumen für Kommunale & Soziale Infrastruktur von 2,3 Mrd. EUR unterschreitet das Vorjahresniveau (2,9 Mrd. EUR). Diese Entwicklung ist maßgeblich auf die verbesserte Finanzsituation der Kommunen bei gleichzeitigen Kapazitätsengpässen in Verwaltung und Bauwirtschaft zurückzuführen. Neben der Basisförderung für allgemeine Infrastrukturinvestitionen von Kommunen mit einem Zusagevolumen von 1,6 Mrd. EUR leistet auch die Förderung für Energieeffizientes Bauen und Sanieren im kommunalen Bereich mit 0,6 Mrd. EUR einen substanziellen Anteil.

Die Individualfinanzierung Banken erreicht mit einem Vertragsvolumen von 3,8 Mrd. EUR in Summe den Vorjahreswert (3,8 Mrd. EUR). Maßgeblich hierfür ist insbesondere die lebhafte Nachfrage nach Globaldarlehen für Leasinginvestitionen und Refinanzierungen bundesgedeckter Exportkredite. Die Allgemeine Refinanzierung der Landesförderinstitute liegt mit einem Vertragsvolumen von 1,7 Mrd. EUR unter dem Vorjahreswert von 3,0 Mrd. EUR.

In der Individualfinanzierung Unternehmen beträgt das Zusagevolumen 98 Mio. EUR und liegt damit deutlich unter dem Vorjahresniveau (469 Mio. EUR). Zwei große Einzelengagements im Offshore-Windenergiebereich hatten 2017 zu dem deutlich höheren Wert geführt. Der neu gestartete KfW Kredit für Wachstum als Nachfolgeprogramm des KfW Konsortialkredits befindet sich noch in der Markteinführungsphase.

In den ersten drei Quartalen des Jahres 2018 hat sich das Fördervolumen der Beteiligungsfinanzierung mit 94,7 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt (49 Mio. EUR, + 93%). Der Grund für den Anstieg sind höhere ERP-Venture Capital-Fondsinvestments (von 18,4 Mio. EUR auf 79,2 Mio. EUR). Im August 2018 wurde die KfW Capital, als 100%ige Beteiligungstochter der KfW, gegründet; zum 15. Oktober 2018 hat das Finanzunternehmen das operative Geschäft aufgenommen. Die KfW Capital wird mit Unterstützung des ERP-Sondervermögens die Wagniskapital- und Beteiligungsfinanzierung substantiell ausbauen: In den nächsten zehn Jahren werden rd. 2 Mrd. EUR in Venture Capital-Fonds investiert, um den Zugang zu Kapital für junge, innovative Technologieunternehmen in der Wachstumsphase in Deutschland durch finanzstärkere Fonds zu verbessern.

Im Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung, das durch die KfW IPEX-Bank verantwortet wird, wurde Neugeschäft in Höhe von 11,9 Mrd. EUR zugesagt. Das Volumen der Neuzusagen liegt damit deutlich über dem Niveau des Vorjahreszeitraumes (8,8 Mrd. EUR). Ausschlaggebend hierfür sind insbesondere hohe Einzelzusagen wie z.B. die für ein LNG-angetriebenes Kreuzfahrtschiff, das auf der Meyer Werft für Carnival gebaut wird, sowie eine Reihe mittelgroßer Finanzierungen im Bereich Erneuerbare Energien wie z.B. die des Windparks Triton Knoll vor der britischen Küste. Schwerpunkte der Gesamtzusagen bilden die Geschäftssparten Energie und Umwelt mit 2,3 Mrd. EUR (1,6 Mrd. EUR), Grundstoffindustrie mit 2,1 Mrd. EUR (1,3 Mrd. EUR) sowie Maritime Industrie mit 1,6 Mrd. EUR (1,2 Mrd. EUR).

Das Zusagevolumen im Geschäftsfeld Förderung der Entwicklungs- und Schwellenländer liegt bei 3,8 Mrd. EUR (4,0 Mrd. EUR). Im dritten Quartal haben sich die Zusagen des Geschäftsbereichs KfW Entwicklungsbank deutlich erhöht und erreichen zum Stichtag 30. September 2018 3,0 Mrd. EUR. Damit liegen sie fast auf Vorjahresniveau (3,3 Mrd. EUR). Der überwiegende Teil der Haushaltsmittel (69%) und knapp die Hälfte der Gesamtzusagen gingen an Länder in Afrika und dem Nahen Osten. Für das Gesamtjahr 2018 wird ein ähnlich hohes Zusagevolumen wie im Vorjahr (ca. 8,2 Mrd. EUR) erwartet. Auch das Neugeschäft der DEG hat im dritten Quartal deutlich zugelegt. Zum 30. September 2018 konnte sie 809 Mio. EUR (732 Mio. EUR) für Investitionen privater Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern zusagen. 314 Mio. EUR davon sind für Afrika bestimmt (168 Mio. EUR). Finanziert werden damit unternehmerische Vorhaben insbesondere in den Sektoren Infrastruktur und Finanzdienstleistungen. Auch das deutsche Geschäft entwickelte sich erfreulich: 218 Mio. EUR stellte die DEG für Investitionen deutscher Firmen und mit deutscher Beteiligung bereit (157 Mio. EUR).

Quelle: Pressemitteilung der KfW Bankengruppe vom 7. November 2018


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