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15.2.2019

Mobilität für den Menschen: sauber, sicher, attraktiv

Bund

Damit umweltfreundliche Mobilität akzeptiert wird, darf sie nicht zur sozialen, ökologischen oder wirtschaftlichen Belastung werden. Doch wie kann das gelingen? Um das zu klären, stärkt das BMBF jetzt die Mobilitätsforschung mit einer neuen Agenda.

Die Mobilität ist im Wandel: Die Automatisierung kann das Fahren sicherer, die Elektrifizierung sauberer und die Digitalisierung attraktiver machen. Gleichzeitig wandelt sich auch die Einstellung vieler Menschen: Sie nutzen Car- oder Bike-Sharing, rufen ihr Taxi per App oder suchen Mitfahrgelegenheiten im Internet. Doch trotz der zunehmenden Flexibilität und Vernetzung im Mobilitätssektor sind wir heute noch weit von einer nachhaltigen Mobilität entfernt. Denn der Wandel kommt nicht überall gleichermaßen an: Soziale, ökologische und wirtschaftliche Belastungen behindern oftmals den Fortschritt. Um diesen Belastungen zu begegnen, braucht es eine starke Forschung - die Innovationen entwickelt und in der Praxis erprobt. Das Bundesforschungsministerium wird daher die Mobilitätsforschung weiter stärken - mit der Forschungsagenda "Nachhaltige urbane Mobilität", für die in dieser Legislaturperiode 34 Millionen Euro bereitstehen.

Welche Innovationen brauchen wir?

Technologische Ansätze alleine reichen nicht aus, um die Nachhaltigkeitsprobleme im Verkehrssektor zu lösen. Denn Technik muss auch von den Menschen akzeptiert werden. Sie muss individuellen Wünschen gerecht werden, Freiheiten schaffen und für alle Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen zugänglich sein - unabhängig von ihrem Wohnort. Das Bundesforschungsministerium setzt deshalb auf einen systemischen Ansatz. Das heißt: Veränderungen entstehen im Zusammenspiel von gesellschaftlichen und individuellen Bedürfnissen, sozialem Verhalten, Stadt- und Infrastrukturplanung sowie technologischen Innovationen. Durch die Förderung der systemischen Mobilitätsforschung will das BMBF aufzeigen, welche Ansatzpunkte für eine nachhaltigere Mobilität geeignet sind.

Wieviel Verkehr ist nachhaltig?

Ziel ist es, durch Forschung zu nachhaltigeren kommunalen Mobilitätssystemen beizutragen. Nachhaltigkeit bedeutet hier, dass die individuellen Bedürfnisse nach Mobilität und Teilhabe erfüllt werden, die Umwelt- und Lebensqualität steigt sowie der Wirtschaftsstandort attraktiv bleibt.

Für den Wandel hin zu nachhaltiger Mobilität möchte das Bundesforschungsministerium

  • unabhängige, wissenschaftlich fundierte Orientierung geben;
  • technologische Lösungsansätze zu gesellschaftlich akzeptierten, nachhaltigen Innovationen weiterentwickeln;
  • über die Optimierung von Verkehr hinausdenken und zu systemischen Lösungen für Stadt-, Raum- und Verkehrsplanung kommen, mit denen sich Mobilitätsbedürfnisse entfalten und Verkehre reduzieren lassen.

Was wird konkret gefördert?

Das Bundesforschungsministerium wird im ersten Schritt Kommunen dabei unterstützen, zusammen mit Akteuren aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft die verschiedenen Anforderungen an nachhaltige Mobilität miteinander zu vereinbaren und lokal Antworten zu finden. Der Wandel des Mobilitätssystems ist ein langfristiger Prozess - gleichzeitig sind rasch wirksame Impulse zur Entlastung der Städte notwendig und möglich. Ziel der Forschungsagenda ist es deshalb zum einen, Nachhaltigkeitsinnovationen in die Praxis zu bringen. Zum anderen soll eine fundierte Basis für das langfristige Innovations- und Transformationsmanagement in Kommunen geschaffen werden. Derzeit sind zwei Fördermaßnahmen geplant:

  • MobilitätsWerkStadt 2025
    Mit der Fördermaßnahme sollen innovative kommunale Modellprojekte im Rahmen eines wettbewerblichen Phasenmodells unterstützt werden. Im Vordergrund steht die partizipative und wissenschaftlich fundierte Entwicklung von integrierten, lokal passenden Konzepten für eine nachhaltige Mobilität. Diese sollen mit einem experimentellen Setting umgesetzt und evaluiert werden.
  • MobilitätsZukunftsLabor 2050
    Gefördert werden sollen Projekte, die neue systemische Ansätze entwickeln und Grundlagen für innovative Mobilitätskonzepte der Zukunft schaffen. Die verschiedenen Förderinitiativen werden eng miteinander verzahnt. Angestrebt wird ein Gesamtbild, das mehr als die Einzelteile umfasst. Deshalb wird die Förderung durch einen gemeinsamen Austausch- und Syntheserahmen unterstützt.

Quelle: Meldung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) vom 8. Februar 2019