Förderprogramm

Betriebliche Beratung zur Erhöhung der grenzüberschreitenden Mobilität von Auszubildenden und jungen Fachkräften (Berufsbildung ohne Grenzen)

Förderart:
Zuschuss
Förderbereich:
Aus- & Weiterbildung, Beratung
Fördergebiet:
bundesweit
Förderberechtigte:
Öffentliche Einrichtung, Unternehmen, Verband/Vereinigung
Fördergeber:

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

Ansprechpunkt:

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

Referat 425 – Handwerksförderung, Institutionelle Förderung

Frankfurter Straße 29–35

65760 Eschborn

Tel: 06196 9082415

Fax: 06196 908112415

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

Weiterführende Links:
Berufsbildung ohne Grenzen

Kurzzusammenfassung

Kurztext

Wenn Sie junge Menschen in Betrieben zu einem beruflichen Aufenthalt im Ausland beraten oder sie dazu bewegen wollen, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss erhalten.

Volltext

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt die betriebliche Beratung zur Erhöhung der grenzüberschreitenden Mobilität von Mitarbeitenden sowie Auszubildenden und jungen Fachkräften in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU). Dies gilt auch für die Aufnahme ausländischer Auszubildender und junger Fachkräfte für ein Praktikum in einem Betrieb in Deutschland.

Gefördert werden

  • Ansprache, Information und individuelle Beratung von Unternehmen, Auszubildenden, jungen Fachkräften und Berufsbildungspersonal in Deutschland zu Auslandspraktika beziehungsweise zur Aufnahme Auszubildender und junger Fachkräfte aus dem Ausland für ein Praktikum,
  • Beratung und Unterstützung bei der Organisation und Nachbereitung von Einzel- oder Gruppenentsendungen sowie von Reisen von Berufsbildungspersonal beziehungsweise Unternehmen und Berufsbildungspersonal hinsichtlich der Aufnahme ausländischer Auszubildender und junger Fachkräfte,
  • begleitende Maßnahmen zum Aufbau nationaler und internationaler Kooperationen zur Durchführung und Verstetigung von Mobilitätsprojekten für Auszubildende und junge Fachkräfte sowie
  • Unterstützung der zentralen Koordinierung und Steuerung des bundesweiten Netzwerkes der Mobilitätsberatung.

Sie erhalten die Förderung als Zuschuss für einen Zeitraum von bis zu 4 Jahren.

Ihr Zuschuss beträgt bis zu 70 Prozent der zuschussfähigen Gesamtkosten.

Sie müssen mindestens 30 Prozent Ihrer zuwendungsfähigen Gesamtausgaben als Eigenanteil aufbringen.

Sie reichen Ihren Antrag vor Beginn des Vorhabens schriftlich beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ein.

Zusatzinfos 

Fristen

Sie können Ihren Antrag bis zum 31.10.2022 stellen.

rechtliche Voraussetzungen

Der Zuschuss zur Betrieblichen Beratung zur Erhöhung der grenzüberschreitenden Mobilität von Auszubildenden und jungen Fachkräften (Berufsbildung ohne Grenzen) ist an folgende Bedingungen geknüpft:

Antragsberechtigt sind natürliche und juristische Personen, die ausgewiesene Erfahrung in der wirtschaftsnahen Beratung und Unterstützung von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU), Auszubildenden und jungen Fachkräften zum Erwerb von Auslandserfahrung in der dualen Berufsausbildung belegen können.

Ihrem Projekt muss außerdem ein Handlungskonzept zugrunde liegen.

Sie müssen darlegen, welche Aktivitäten zur Erhöhung der grenzüberschreitenden Mobilität in der beruflichen Bildung Sie bisher durchgeführt haben und noch durchführen werden. Außerdem müssen Sie darlegen, welche Ressourcen Sie dafür einsetzen werden und welchen Mehrwert Sie durch das zu fördernde Vorhaben anstreben.

Wenn Sie mit ausländischen Partnern zusammenarbeiten, müssen Sie Ihre Kooperationsvereinbarung angeben.

Sie müssen die Gesamtfinanzierung Ihres Projekts sichergestellt haben.

Berater, die neben der geförderten Tätigkeit JOBSTARTER-, STARegio-Projekte oder andere EU-, Bundes- oder Landesprogramme mit vergleichbarem Ziel durchführen, sind von der Förderung ausgeschlossen. Ausgeschlossen sind auch Berater, die in Bereichen tätig sind, aus denen sich Interessenkonflikte zur geförderten Beratung ergeben.

Rechtsgrundlage

Richtlinie

Richtlinie zur betrieblichen Beratung zur Erhöhung der grenzüberschreitenden Mobilität von Auszubildenden und jungen Fachkräften
(Berufsbildung ohne Grenzen – BoG) – BoG-Richtlinie

Vom 20. November 2019

1 Förderpolitische Zielsetzung und Grundsätze

(1) Mit dem Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) sollen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) (= Unternehmen mit höchstens 249 Beschäftigten und einem erwirtschafteten Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro oder einer Bilanzsumme von höchstens 43 Millionen Euro) sowie deren Auszubildende und junge Fachkräfte für die Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Mobilität während der betrieblichen Ausbildung oder im Anschluss an die betriebliche Ausbildung sensibilisiert werden.

Primär besteht die Zielgruppe des Förderprogramms aus KMU und deren Mitarbeitenden. Ergänzend gehören Auszubildende/junge Fachkräfte der Zielgruppe an. Die Sensibilisierung und Beratung Auszubildender/junger Fachkräfte dient vor allem dem Zweck, KMU für das Thema Auslandsmobilität/-praktika zu öffnen. Die Auszubildenden/jungen Fachkräfte können der Schlüssel sein, um KMU auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Sie wirken insoweit grundlegend auf die KMU ein.

Die Zielgruppe soll qualitativ hochwertig und wirtschaftsnah beraten sowie bei der Realisierung von Auslandsaufenthalten unterstützt werden. Sie soll über nationale und europäische Fördermöglichkeiten für Auslandsaufenthalte während der Ausbildung oder zu Beginn der Berufstätigkeit informiert werden. Zu diesen Zwecken kann die Arbeit von Mobilitätsberatenden als Beitrag zur Stärkung der dualen Berufsausbildung sowie zur Sicherung kompetenten Fachkräftenachwuchses gefördert werden.

Die Förderung soll weiterhin dazu beitragen

  • KMU zu ertüchtigen, internationale Märkte sowohl zu bedienen als auch als Beschaffungsmärkte zu nutzen sowie mit international tätigen Unternehmen zu kooperieren;
  • die Fremdsprachenkenntnisse, die interkulturelle Kompetenz sowie das Wissen über Arbeitsorganisation und -techniken sowie über Technologien im Ausland bei Auszubildenden und jungen Fachkräften zu verbessern;
  • die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung zu garantieren;
  • die Attraktivität der beruflichen Ausbildung sowie der Ausbildungsbetriebe zu stärken.

(2) Das BMWi gewährt Zuwendungen nach Maßgabe dieser Richtlinie und nach Maßgabe der Verwaltungsvorschriften zu den §§ 23, 44 der Bundeshaushaltsordnung (BHO) für die Beratung der Inhaber beziehungsweise Geschäftsführer und Beschäftigten von KMU sowie deren Auszubildender und junger Fachkräfte mit dem Ziel, Letztere zu Auslandspraktika während der Berufsausbildung oder zu Beginn der Berufstätigkeit zu entsenden oder Auszubildende und junge Fachkräfte aus anderen Staaten für ein Auslandspraktikum in Deutschland zu gewinnen.

(3) Bewilligungs- und Abwicklungsbehörde ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), Frankfurter Straße 29 – 35, 65760 Eschborn. Das BAFA unterliegt für diese Maßnahme der Rechts- und Fachaufsicht des BMWi.

(4) Ein Anspruch des Antragstellenden auf Gewährung der Zuwendung besteht nicht. Das BAFA entscheidet auf Grund seines pflichtgemäßen Ermessens. Die Gewährung der Zuwendung steht unter dem Vorbehalt der Verfügbarkeit der veranschlagten Haushaltsmittel.

(5) Zuwendungen erfolgen nach Artikel 18 (KMU-Beihilfen für die Inanspruchnahme von Beratungsdiensten) der Verordnung (EU) Nr. 651/2014 der Kommission vom 17. Juni 2014 zur Feststellung der Vereinbarkeit bestimmter Gruppen von Beihilfen mit dem Binnenmarkt in Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (ABl. L 187 vom 26.6.2014, S. 1) – Allgemeine Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO).

(6) Von der Förderung nach dieser Richtlinie ausgeschlossen sind Unternehmen, die einer Rückforderungsanordnung aufgrund eines früheren Beschlusses der Europäischen Kommission zur Feststellung der Unzuverlässigkeit einer von demselben Mitgliedstaat gewährten Beihilfe und ihrer Unvereinbarkeit mit dem Binnenmarkt nicht nachgekommen sind, und Unternehmen in Schwierigkeiten.

2 Gegenstand der Förderung

(1) Gefördert werden Ansprache, Information und individuelle Beratung von Unternehmen, Auszubildenden, jungen Fachkräften und Berufsbildungspersonal in Deutschland zu Auslandspraktika beziehungsweise zur Aufnahme Auszubildender und junger Fachkräfte aus dem Ausland für ein Praktikum.

(2) Gefördert werden Beratung und Unterstützung von Unternehmen, Auszubildenden, jungen Fachkräften und Berufsbildungspersonal bei der Organisation und Nachbereitung von Einzel- oder Gruppenentsendungen sowie von Reisen von Berufsbildungspersonal beziehungsweise Unternehmen und Berufsbildungspersonal hinsichtlich der Aufnahme ausländischer Auszubildender und junger Fachkräfte.

(3) Gefördert werden begleitende Maßnahmen zum Aufbau nationaler und internationaler Kooperationen zur Durchführung und Verstetigung von Mobilitätsprojekten für Auszubildende und junge Fachkräfte.

(4) Gefördert wird die Unterstützung der zentralen Koordinierung und Steuerung eines bundesweiten Netzwerks zur Mobilitätsberatung.

(5) Die förderfähigen Tätigkeiten sind im Einzelnen in der Anlage „Förderfähige Tätigkeiten im Rahmen der Mobilitätsberatung” aufgeführt.


3 Zuwendungsempfänger

(1) Zuwendungsempfangender ist bei Vorliegen sämtlicher Zuwendungsvoraussetzungen der Antragstellende.

(2) Antragsberechtigt sind alle natürlichen und juristischen Personen, die ausgewiesene Expertise in der wirtschaftsnahen Beratung und Unterstützung von KMU, Auszubildenden und jungen Fachkräften beim Erwerb von Auslandserfahrung während der dualen Berufsausbildung belegen können.

(3) Antragsberechtigt für den Fördergegenstand in Nummer 2 Absatz 4 sind alle natürlichen und juristischen Personen, die anerkannte Kompetenzen in der zentralen Koordinierung bundesweiter Netzwerke und die erforderlichen Zugänge zu relevanten internationalen Kooperationspartnern nachweisen können.

(4) Verbundprojekte sind gegebenenfalls antragsberechtigt, sofern einer der Verbundprojektpartner die in Absatz 2 und/oder Absatz 3 geforderten Voraussetzungen nachweisen kann.


4 Zuwendungsvoraussetzungen

4.1 Handlungskonzept

(1) Die Antragstellenden müssen ein umfassendes und aussagekräftiges Handlungskonzept vorlegen, das sich eindeutig auf die zulässigen Fördergegenstände gemäß Nummer 2 in Verbindung mit der Anlage „Förderfähige Tätigkeiten im Rahmen der Mobilitätsberatung” bezieht.

(2) Im Handlungskonzept ist insbesondere ausführlich darzulegen, welche Aktivitäten zur Erhöhung der grenzüberschreitenden Mobilität in der beruflichen Bildung bisher durchgeführt werden, welche Ressourcen dafür aufgewendet werden und, und zwar möglichst quantifiziert, welcher Mehrwert durch das zu fördernde Vorhaben angestrebt wird.

(3) Sollten Kooperationsvereinbarungen mit vergleichbaren ausländischen Partnern vorliegen, ist dies im Handlungskonzept anzugeben.

4.2 Gesamtfinanzierung

Die Gesamtfinanzierung des zu fördernden Vorhabens muss sichergestellt sein. Der vollständige Nachweis der Sicherstellung der Gesamtfinanzierung durch den Antragstellenden ist Voraussetzung der Projektförderung.

4.3 Kumulierung mit anderen Fördermitteln

(1) Voraussetzung einer Förderung ist, dass die von den Antragstellenden eingesetzten Beratenden neben der zu fördernden Tätigkeit keine JOBSTARTER-, STARegio-Projekte oder sonstigen EU-, Bundes- oder Landesprogramme durchführen, die ein nach dieser Richtlinie vergleichbares Ziel verfolgen (Kumulierungsverbot).

(2) Die Beratenden dürfen nicht in Bereichen tätig sein oder werden, aus denen sich Interessenkonflikte zu der zu fördernden Tätigkeit ergeben.

(3) Projekte der Bundesländer, insbesondere solche der Bundesländer Baden-Württemberg und Hessen, sind erst nach Auslaufen entsprechender Landes- oder EU-Förderprogramme förderfähig.

5 Art, Umfang und Höhe der Zuwendung

5.1 Art der Zuwendung

Die Zuwendung wird im Rahmen der Projektförderung auf Ausgabenbasis in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses als Anteilsfinanzierung gewährt.

5.2 Bewilligungszeitraum

Vorhaben können über einen Zeitraum von längstens 48 Monaten gefördert werden. Die Zuwendungen dürfen auch für einen Zeitraum von bis zu zwei Haushaltsjahren gewährt werden. Sie dürfen zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht begonnen worden sein.

5.3 Bezugspunkt der Zuwendung

(1) Die Bemessungsgrundlage bilden die zuwendungsfähigen Gesamtausgaben.

(2) Zuwendungsfähige Gesamtausgaben sind insbesondere die zur bedarfsgerechten Durchführung notwendigen vorhabenbezogenen Personalausgaben, die grundsätzlich TVöD 10 entsprechen müssen.

(3) Zu den zuwendungsfähigen Gesamtausgaben zählen auch Ausgaben für erforderliche Reisen und Aufenthalte auf der Grundlage des Bundesreisekostengesetzes in seiner aktuell gültigen Fassung.

(4) Zu den zuwendungsfähigen Gesamtausgaben zählen weiterhin projektbezogene Sachausgaben, wie beispielweise Mieten und Ausgaben für Informationsmaterial. Weiterhin zählen hierzu Verwaltungsgemeinausgaben, wie beispielsweise die Ausgaben für allgemeines Verwaltungspersonal, Telekommunikation und Porto, die insgesamt 7,7% der förderfähigen Personalausgaben nicht überschreiten dürfen.

5.4 Umfang und Höhe der Zuwendung

Die maximale Zuschusshöhe für Förderungen wird auf bis zu 70% der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben festgesetzt, wobei mindestens 30% der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben von den Antragstellenden als Eigenmittel aufzubringen sind.

6 Verfahren

6.1 Antrag

(1) Der Antrag mit allen Anlagen ist an das BAFA zu richten und dort einzureichen.

(2) Das zwingend zu verwendende Antragsformular sowie der zwingend zu verwendende Finanzierungsplan sind auf der Internetseite des BAFA eingestellt.

(3) Der Antrag ist bis zum 31. Oktober 2022 einzureichen.

(4) Der Antrag muss insbesondere folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Ausgangslage und Zielsetzung,
  • schlüssige Vorhabenbeschreibung unter Darstellung von Ausgangslage und Zielsetzung sowie einer Umsetzungsstrategie einschließlich Zielmarken,
  • Beitrag zur Erreichung der Ziele des Förderprogramms,
  • regionale Anbindung mit wirtschaftsnaher Ausgestaltung (KMU-Bezug) sowie aussagefähige Beispiele zu internationalen Kooperationen im Bereich duale Berufsausbildung und
  • Angaben zur Sicherstellung der Zusätzlichkeit des geplanten Vorhabens (Abgrenzung zu den Kernaufgaben und weiteren öffentlich geförderten Vorhaben zugunsten von Auszubildenden und jungen Fachkräften).

(5) Das BAFA bearbeitet die Anträge in der Reihenfolge ihres Posteingangs nach dem im Eingangsstempel angegebenen Eingangstag. Anträge, die denselben Eingangsstempel tragen, gelten als zeitgleich eingegangen.

(6) Ist der Antrag unvollständig oder nicht hinreichend nachgewiesen beziehungsweise glaubhaft gemacht, kann das BAFA dem Antragstellenden eine Frist zur Vervollständigung des Antrags setzen. Wird der Antrag nicht innerhalb der gesetzten Frist vervollständigt, ist er vom BAFA zurückzuweisen.

(7) Alle Antragsunterlagen werden im Zeitpunkt des Eingangs Eigentum des BMWi und bleiben im Besitz des BAFA.

6.2 Bewilligung

(1) Zuwendungen im Rahmen dieser Richtlinie werden durch schriftlichen Zuwendungsbescheid bewilligt. Maßgeblich für die Reihenfolge der Bewilligung von Zuwendungen ist der Tag, an dem der Antrag mit den erforderlichen Unterlagen vollständig vorliegt. Mehrere an einem Tag vollständig vorliegende Anträge werden als gleichzeitig eingegangene Anträge behandelt.

(2) Die Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (ANBest-P), Anlage 2 zur Verwaltungsvorschrift Nummer 5.1 zu § 44 BHO, sind Bestandteil des Zuwendungsbescheids.

(3) Das BAFA kann die Erfüllung der Bewilligungsvoraussetzungen durch die Aufnahme weiterer Nebenbestimmungen in den Zuwendungsbescheid sicherstellen.

(4) Über Widersprüche entscheidet die Bewilligungsbehörde.

6.3 Anforderung und Auszahlung

(1) Die Zuwendung wird nach Erbringung sämtlicher geforderten Nachweise auf Grundlage der tatsächlich verausgabten Mittel ausgezahlt.

(2) Die Auszahlung ist zu versagen,

  • wenn die ordnungsgemäße Finanzierung des Vorhabens nicht gewährleistet ist oder
  • wenn der Antragstellende die Grundsätze sparsamer Wirtschaftsführung verletzt hat.

6.4 Verwendungsnachweisverfahren

(1) Das BAFA ist für den Nachweis und die Prüfung der Verwendung sowie für gegebenenfalls erforderliche Aufhebung des Zuwendungsbescheids und die Rückforderung der Mittel zuständig.

(2) Der Nachweis der Verwendung und die Prüfung der Mittelverwendung sind in der Regel spätestens am 30. Juni des dem Vorhabenende folgenden Haushaltsjahres zu erbringen. Bei mehrjährigen Vorhaben sind am 30. April eines jeden Haushaltsjahres Zwischennachweise einzureichen.

(3) Alle Belege sind zu Prüfzwecken mindestens fünf Jahre nach Vorlage des Verwendungsnachweises aufzubewahren, sofern nicht aus steuerlichen oder anderen Vorschriften eine längere Aufbewahrungsfrist bestimmt ist.

(4) Für die Rückzahlung der Zuwendung haftet der Antragstellende.

6.5 Zu beachtende Vorschriften

(1) Für die Zuwendungsempfänger stellt der Zuschuss nach dieser Richtlinie eine Subvention im Sinne von § 264 des Strafgesetzbuchs (StGB) dar. Die subventionserheblichen Tatsachen im Sinne von § 264 StGB in Verbindung mit § 2 des Subventionsgesetzes sind im Zuschussantrag detailliert bezeichnet. Alle, auch nach Antragstellung eintretenden und diese subventionserheblichen Tatsachen betreffenden Änderungen sind unverzüglich der Bewilligungsbehörde (Nummer 1 Absatz 3) mitzuteilen.

(2) Für die Bewilligung, Auszahlung und Abrechnung der Zuwendung sowie für den Nachweis und die Prüfung der Verwendung und die gegebenenfalls erforderliche Aufhebung des Zuwendungsbescheids und die Rückforderung der gewährten Zuwendung gelten die §§ 48 bis 49a des Verwaltungsverfahrensgesetzes sowie die §§ 23, 44 BHO und die hierzu erlassenen Allgemeinen Verwaltungsvorschriften, soweit nicht in dieser Förderrichtlinie Abweichungen von den Allgemeinen Verwaltungsvorschriften zugelassen worden sind. Der Bundesrechnungshof (BRH) ist gemäß den §§ 91, 100 BHO zur Prüfung berechtigt.

(3) Die Bewilligungsbehörde (Nummer 1 Absatz 3) ist berechtigt, die zweckentsprechende Verwendung der Zuwendung durch Einsicht in alle Bücher, Originalbelege und sonstigen Geschäftsunterlagen, zum Beispiel in die Satzung, in den Gesellschaftsvertrag oder in ein vorhandenes Erfahrungs- und Fallprofil, sowie durch vor-Ort-Kontrollen zu prüfen.

7 Verarbeitung von Daten sowie Evaluierung des Vorhabens

(1) Das BAFA verarbeitet Daten im Einklang mit den allgemeinen datenschutzrechtlichen Bestimmungen. Im Zusammenhang mit beantragten Zuwendungen stehende Daten werden auf Datenträgern gespeichert.

(2) Mit seinem Antrag erklärt sich der Antragstellende damit einverstanden, dass alle von ihm eingereichten Daten an die mit der Evaluation beauftragten Stellen weitergegeben werden können.

(3) Die Zuwendungsempfangenden sind verpflichtet, im Rahmen der Finanzkontrolle mitzuwirken und alle erforderlichen Auskünfte zu erteilen.

(4) Die Zuwendungsempfangenden sowie die Mobilitätsberatenden sind verpflichtet, mit sämtlichen Stellen zusammenzuarbeiten, die mit der programmbegleitenden beziehungsweise mit der ex-post-Evaluation des Fördervorhabens beauftragt werden. Hierfür erforderliche Auskünfte sind zu geben und notwendige Daten und Informationen für Zielmarken zu erheben.

(5) Der Zuwendungsgeber legt jährlich Zielmarken fest, und zwar betreffend

  • die Zahl der durchgeführten Mobilitätsberatungen, und zwar aufgeschlüsselt danach,
  • wie viele Kleinst-, KMU beraten wurden und welchem Wirtschaftszweig nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008, diese jeweils zuzurechnen sind und
  • wie viele Auszubildende/junge Fachkräfte beraten wurden,
  • die Zahl der durchgeführten Informationsmaßnahmen, und zwar aufgeschlüsselt nach
  • der jeweiligen Art der durchgeführten Informationsmaßnahmen und
  • nach der jeweiligen Zielgruppe der durchgeführten Informationsmaßnahmen, und
  • die Zahl der Unternehmen, die bei der Entsendung und Aufnahme von Auszubildenden/jungen Fachkräften unterstützt wurden, und zwar aufgeschlüsselt nach Kleinst-, KMU sowie danach, welchem Wirtschaftszweig nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008, diese jeweils zuzurechnen sind.

Ergänzend wird bei der zentralen Koordinierung und Steuerung des bundesweiten Netzwerks der Mobilitätsberatung jährlich eine empirische Erhebung zur Qualität der Beratungs- beziehungsweise Koordinierungs- und Steuerleistung initiiert.

(6) Erhaltene Förderungen können im Einzelfall gemäß Artikel 12 AGVO von der Europäischen Kommission geprüft werden.

8 Inkrafttreten

(1) Diese Richtlinie tritt am 1. Januar 2020 in Kraft und ersetzt die Richtlinie zur betrieblichen Beratung zur Erhöhung der grenzüberschreitenden Mobilität von Auszubildenden und jungen Fachkräften („Berufsbildung ohne Grenzen”) vom 11. Dezember 2015 (BAnz AT 28.12.2015 B1).

(2) Die Fördermaßnahme ist bis zum 31. Dezember 2023 befristet.

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