Förderprogramm

KfW-Kredit für Wachstum

Förderart:
Darlehen
Förderbereich:
Unternehmensfinanzierung, Corona-Hilfe, Forschung & Innovation (themenoffen), Forschung & Innovation (themenspezifisch)
Fördergebiet:
bundesweit
Förderberechtigte:
Unternehmen
Fördergeber:

KfW Bankengruppe

Ansprechpunkt:

KfW Bankengruppe

Palmengartenstraße 5-9

60325 Frankfurt am Main

Tel: 0800 5399001

KFW

Weiterführende Links:
Internetseite der KfW - KfW-Kredit für Wachstum 

Kurzzusammenfassung

Kurztext

Wenn Sie Investitionen und Betriebsmittel für größere Vorhaben in den Bereichen Innovation und Digitalisierung finanzieren möchten, kann die KfW Sie mit dem KfW-Kredit für Wachstum unterstützen. Mit dem KfW-Kredit für Wachstum beteiligt sich die KfW an Finanzierungen mit einem KfW-­Risikoanteil bis maximal EUR 100 Millionen.

Volltext

Die KfW Bankengruppe unterstützt Sie als Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft bei der Finanzierung großer Vorhaben in diesen Bereichen:

  • Produkt- und Prozessinnovationen zur Erschließung neuer Märkte oder neuer Kundengruppen und
  • Digitalisierungsvorhaben, die zur Intensivierung der Digitalisierung ihres Unternehmens beitragen.

Die KfW beteiligt sich direkt als Konsortialpartner oder indirekt als Risikounterbeteiligung an Fremdkapitalfinanzierungen von Finanzierungspartnern. Der Umfang der Risikoübernahme beträgt

  • bei Vorhaben bis EUR 50 Millionen maximal 70 Prozent der Vorhabenfinanzierung, sofern die Risikoübernahme der KfW 50 Prozent der Gesamtfinanzierung nicht übersteigt,
  • bei Vorhaben über EUR 50 Millionen maximal 50 Prozent der Vorhabenfinanzierung.

Alle am Konsortium teilnehmenden Banken können bilateral von der KfW refinanziert werden.

Der Risikoanteil der KfW beträgt meistens zwischen EUR 7,5 Millionen bis maximal EUR 100 Millionen. Das Gesamtvolumen von Risikounterbeteiligung zuzüglich Refinanzierungsmittel ist je Maßnahme auf maximal EUR 100 Millionen begrenzt.

Sie erhalten den KfW-Kredit für Wachstum bei einem Kreditinstitut oder Finanzierungspartner Ihrer Wahl. Die Beteiligung der KfW erfolgt auf Einladung des Finanzierungspartners über eine gesonderte Vereinbarung (Risikounterbeteiligungsvertrag) zwischen dem jeweiligen Finanzierungspartner und der KfW. Der Antrag wird von ihrem Finanzierungspartner an die KfW weitergeleitet.

Der KfW-Kredit für Wachstum schließt andere Förderungen nicht aus. Sie können zusätzlich weitere Förderprogramme für Ihr Unternehmen nutzen. Sie können aber zum Beispiel nicht den KfW-Kredit für Wachstum mit anderen haftungsfreigestellten Förderprogrammen der KfW kombinieren.

Zusatzinfos 

rechtliche Voraussetzungen

Für den KfW-Kredit für Wachstum gelten folgende Bedingungen:

Antragsberechtigt sind:

  • in- und ausländische Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, die sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden und deren Gruppenumsatz 2 Mrd. EUR nicht überschreitet, sowie
  • Unternehmen, die im Rahmen einer Contracting-Vereinbarung (Energie-) Dienstleistungen für einen Dritten erbringen.

Für Innovationsvorhaben gilt:

  • Sie müssen einen Businessplan vorgelegen.
  • Die geplanten jährlichen Innovationsausgaben im Planungszeitraum müssen die durchschnittlichen jährlichen Innovationsausgaben der letzten drei Jahre um mindestens 100 Prozent überschreiten oder
  • die geplanten jährlichen Innovationsausgaben im Planungszeitraum müssen 5 Prozent des durchschnittlichen Jahresumsatzes der letzten drei Jahre übersteigen.

Für Digitalisierungsvorhaben gilt:

  • Sie müssen ein Digitalisierungskonzept vorgelegen.
  • Die geplanten jährlichen Digitalisierungsausgaben im Planungszeitraum müssen die durchschnittlichen jährlichen Digitalisierungsausgaben der letzten drei Jahre um 100 Prozent überschreiten oder
  • die geplanten jährlichen Digitalisierungsausgaben im Planungszeitraum müssen 5 Prozent des durchschnittlichen Jahresumsatzes der letzten drei Jahre übersteigen.

Rechtsgrundlage

Richtlinie

Wachstum gewerblicher Unternehmen

Produktnummer 290 Kredit

Investitions- und Betriebsmittelkredite für größere Vorhaben in den Bereichen Innovation und Digitalisierung gewerblicher Unternehmen.

Die KfW beteiligt sich in marktüblicher Art und Weise zu gleichen Bedingungen wie andere Banken an Finanzierungen. Dabei übernimmt die KfW anteilig Kreditrisiken des finanzierten Unternehmens und bietet den beteiligten Banken optional eine Refinanzierung an. Die Finanzierungsstrukturen sind auf die individuellen Bedürfnisse des Kreditnehmers abgestimmt.

Die KfW wird die übernommenen Kreditrisiken nach Möglichkeit durch die Europäische Investitionsbank (Europäische Investitionsbank) im Rahmen einer 50%igen Garantie aus dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) absichern.

Der Europäische Fonds für strategische Investitionen ("EFSI") hat zum Ziel, die Finanzierung und Durchführung produktiver Investitionen in der Europäischen Union zu fördern sowie den verbesserten Zugang zu Finanzierungen sicherzustellen. Durch die Garantie können in dem Programm den Finanzierungspartnern eine Risikoübernahme von bis zu 70 % für Kredite für Vorhaben angeboten werden, die im besonderen Maße auf Innovation und Digitalisierung einzahlen.

Wer kann Anträge stellen?

  • Das Programm wendet sich an in- und ausländische Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, (die sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden und) deren Gruppenumsatz bis in der Regel 2 Milliarden Euro beträgt.
  • Unternehmen, die im Rahmen einer Contracting-Vereinbarung (Energie-) Dienstleistungen für einen Dritten erbringen.

Auch Auslandsvorhaben von deutschen Unternehmen und deren Tochtergesellschaften mit Sitz im Ausland können finanziert werden. Vorhaben ausländischer Unternehmen sind auf Vorhaben in Deutschland beschränkt.

Die Finanzierungen erfolgen als Risikounterbeteiligungen. Optional kann zusätzlich eine Refinanzierung der Partnerbanken durch einen Durchleitungskredit in deren Risiko erfolgen.

Was wird mitfinanziert?

Innovation und Digitalisierung

  • Innovation

Es können Vorhaben finanziert werden, die dazu dienen, einen neuen Markt oder eine neue Kundengruppe zu erschließen, was aus dem vorgelegten Business Plan hervorgehen muss und die von Unternehmen durchgeführt werden,

  • deren geplanten jährlichen Innovationsausgaben im Planungszeitraum die durchschnittlichen jährlichen Innovationsausgaben der letzten 3 Jahre um mindestens 100% überschreiten oder
  • deren geplanten jährlichen Innovationsausgaben im Planungszeitraum 5% des durchschnittlichen Jahresumsatzes der letzten 3 Jahre übersteigen.
  • Digitalisierung

Es können Vorhaben finanziert werden, die zur deutlichen Intensivierung der Digitalisierung eines Unternehmens beitragen, was aus einem Digitalisierungskonzept des Unternehmens hervorgehen muss und die von Unternehmen durchgeführt werden,

  • deren geplanten jährlichen Digitalisierungsausgaben im Planungszeitraum die durchschnittlichen jährlichen Digitalisierungsausgaben der letzten drei Jahre um 100% überschreiten oder
  • deren geplanten jährlichen Digitalisierungsausgaben im Planungszeitraum 5% des durchschnittlichen Jahresumsatzes der letzten drei Jahre übersteigen.

Bei Vorhaben in Deutschland müssen die gesetzlich geltenden umwelt- und sozialrechtlichen Standards eingehalten werden. Bei Vorhaben im Ausland müssen die gesetzlich geltenden umwelt- und sozialrechtlichen Standards des Investitionslandes erfüllt werden. Vorhaben mit Investitionsort in Ländern, die weder EU-Mitglied noch OECD-Hocheinkommensland sind, werden von der KfW im Einzelfall geprüft. Hier sind der KfW auf Anforderung ggf. weitere Unterlagen zur Durchführung einer Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung nach internationalen Standards zur Verfügung zu stellen.

Anrechenbare Innovations- und Digitalisierungsausgaben:

Eine detaillierte Übersicht über anrechenbare Innovations- und Digitalisierungsausgaben sowie Anforderungen an die Vorhabenbeschreibung, den Business Plan und Digitalisierungskonzept finden Sie in der Anlage „Definitionen und Vorhabenbeschreibung“

Von einer Finanzierung ausgeschlossen sind:

Eine Umschuldung beziehungsweise die Nachfinanzierung bereits abgeschlossener Vorhaben.

Die KfW schließt zudem bestimmte Vorhaben generell von einer Finanzierung aus oder gibt einzuhaltende Bedingungen vor. Details können Sie der Ausschlussliste und den Sektorleitlinien der KfW Bankengruppe entnehmen.

https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Nachhaltigkeit/Ausschlussliste.

Finanzierungsanteil / Refinanzierungsoption für Partnerbanken

Die KfW beteiligt sich mit Risikounterbeteiligungen an Fremdkapitalfinanzierungen, wobei der KfW-Risikoanteil in der Regel 7,5 Millionen Euro bis maximal 100 Millionen Euro beträgt. Die Risikoübernahme der KfW

  • kann maximal 70 % der Vorhabenfinanzierung bei Vorhaben bis 50 Millionen Euro betragen, sofern die Risikoübernahme der KfW 50% der Gesamtfinanzierung nicht übersteigt.
  • kann maximal 50% der Vorhabenfinanzierung bei Vorhaben über 50 Millionen Euro betragen.
  • darf nicht dazu führen, dass die KfW größter Risikoträger wird, um eine adäquate Risikopartnerschaft zwischen KfW und Finanzierungspartnern sicherzustellen.

Optional können alle am Konsortium teilnehmenden Banken bilateral von der KfW refinanziert werden. Das Gesamtvolumen von Risikounterbeteiligung zzgl. Refinanzierungsmittel ist je Maßnahme auf maximal 100 Millionen Euro begrenzt.

Konditionen

Die KfW beteiligt sich an Finanzierungen pari passu zu Marktkonditionen. Das heißt die KfW übernimmt für die Risikounterbeteiligung die von den Finanzierungspartnern vereinbarten Konditionen (unter anderem Laufzeit, Tilgungsmodus, Margen, Bereitstellungsprovision, Gebühren, Besicherungsstruktur), sofern diese auf Basis einer Bonitäts- und Risikoeinschätzung durch die KfW als marktüblich angesehen werden.

Ist eine Kombination mit anderen Förderprogrammen möglich?

Die Kombination eines Kredites aus dem "KfW-Kredit für Wachstum" mit anderen Fördermitteln (Kredite oder Zulagen/Zuschüsse) ist grundsätzlich möglich, sofern die Summe aus Krediten, Zuschüssen oder Zulagen die Summe der förderfähigen Aufwendungen nicht übersteigt und sofern der Risikoanteil der öffentlichen Hand inklusive KfW-Finanzierung insgesamt nicht mehr als 50 % der gesamten Fremdfinanzierung beträgt.

Eine Kombination mit folgenden Förderangeboten ist ausgeschlossen:

  • Nachrangfinanzierungen aus dem Programm ERP-Mezzanine für Innovationen und haftungsfreigestellte Kredit aus ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit.

Mittelverwendung

Nach Durchführung der Maßnahmen ist der programmgemäße Einsatz der Mittel nachzuweisen.

Die KfW behält sich eine Vor-Ort-Prüfung der finanzierten Maßnahmen vor.

Anlage "Definition und Vorhabensbeschreibung"

Produktnummer 290 Kredit

A. Definitionen zu „anrechenbare Innovations- und Digitalisierungsausgaben“

1. Innovationsausgaben sind definiert als alle finanziellen Aufwendungen und Investitionen, die für die Entwicklung und Einführung von Produkt- und Prozessinnovationen anfallen, zu ihnen zählen insbesondere:

  • sämtliche interne und externe Forschungs- und Entwicklungs-Ausgaben (auch solche, die nicht direkt für konkrete Produkt- und Prozessinnovationen getätigt werden),
  • Ausgaben für die Anschaffung von Kapitalgütern und Software für Innovationen,
  • innovationsbezogene Ausgaben für den Erwerb von externem Wissen und gewerblichen Schutzrechten,
  • innovationsbezogene Ausgaben für Weiterbildung, Marketing, Design, Konstruktion, Testen und Prüfen,
  • Ausgaben für die Produktions- und Vertriebsvorbereitung für Innovationen
  • sowie alle weiteren Ausgaben, die für Innovationen anfallen (zum Beispiel Konzeption, Bewertung von Innovationsideen, Innovationsmanagement).
  • Produktinnovationen sind neue oder verbesserte Produkte (Waren oder Dienstleistungen), die gegenüber den vom Unternehmen bisher im Markt angebotenen Produkten merklich verbessert sind.
  • Prozessinnovationen sind neue oder verbesserte Prozesse, die gegenüber den vom Unternehmen bisher genutzten Prozessen merklich verbessert sind. Prozesse umfassen Fertigungsverfahren, Verfahren zur Erbringung von Dienstleistungen sowie Verfahren im Bereich von Administration und Organisation, inklusive IT-Prozesse.

2. Digitalisierungsausgaben sind definiert als Ausgaben für

a. Projekte und Maßnahmen zur Erneuerung oder Verbesserung der IT-Struktur und zur Nutzung digitaler Anwendungen in einem Unternehmen, zum Beispiel

  • Anschaffung von neuartiger oder deutlich verbesserter IT-Hardware, zum Beispiel mobile Endgeräte, Videokonferenzsysteme, 3-D-Drucker.
  • Programmierung oder Einführung neuer Software im Unternehmen, zum Beispiel Unternehmenssoftware, Software in der Fertigungssteuerung, Social Media, Datenanalysetools.
  • Einführung von neuen Formen des Bezuges der Rechner- oder Speicherkapazität oder der Software, insbesondere über Cloud-Computing.
  • Grundlegende Neugestaltung einer Unternehmenswebseite mit neuen Funktionalitäten, zum Beispiel interaktiven Anwendungen für Kunden.
  • Verknüpfung der IT zwischen Geschäftsprozessen oder Geschäftsbereichen, zum Beispiel der Webseite mit dem Kundenmanagementsystem
  • Einführung neuer IT-Sicherheitskonzepte und -anwendungen

b. sowie Maßnahmen zum Ausbau von firmenspezifischem Wissen im Zusammenhang mit digitalen Anwendungen, zum Beispiel

  • IT-Beratung
  • Reorganisation des Workflows zur Einbindung neuer digitaler Arbeitsschritte
  • IT-Weiterbildung im Umfang von mindestens einem Schulungstag pro IT-Nutzer im Unternehmen
  • Entwicklung eines neuen Konzeptes für Marketing oder Vertrieb über das Internet

B. Mindestanforderungen an die Beschreibung des Vorhabens

Generell

1. Unternehmen

Beschreibung des Unternehmensgegenstands inklusive

  • Branche
  • Produkt- und/oder Dienstleistungsangebot
  • Relevante Geschäftsfelder und organisatorische Aufstellung

2. Vorhaben allgemein

  • „Arbeitstitel“ und Beschreibung des Vorhabens
  • Beginn und geplante Fertigstellung des Vorhabens
  • Investitionsplan: Investitionen und Kosten im Zusammenhang mit dem Vorhaben, zum Beispiel gewerbliche Baukosten, Investitionen in Maschinen / Geräte / Einrichtungen, Personalkosten, Materialkosten, Kosten für Schulungen / Ausbildung, dem Vorhaben direkt zurechenbare Gemeinkosten, et cetera
  • Welche Erwartungen und Ziele sind mit dem Vorhaben verbunden? Zum Beispiel: Umsatzwachstum, Verbesserung der Wettbewerbssituation, Optimierung des Produktionsverfahrens, Senkung der Produktionskosten, et cetera

Abhängig vom Finanzierungsanlass

3. Innovation und Digitalisierung

3.1 Innovationsvorhaben: Business Plan

Ein Business-Plan ist vorzulegen, der die Investitionen gemäß Investitionsplan mit abbilden muss. Darüber hinaus muss aus diesem hervorgehen:

  • Welcher neue Markt oder welche neue Kundengruppe wird wie erschlossen?
  • Ist die Entwicklung oder Weiterentwicklung eines Produkts, eines Produktionsverfahrens oder einer Dienstleistung geplant? Wie passt diese Weiterentwicklung in die Strategie des Unternehmens.

Wie ist die aktuelle Situation beziehungsweise der Stand der Technik bezüglich des Vorhabens? Welcher Aufgaben- / Problemstellung widmet sich das Entwicklungsvorhaben? Wo liegt die (technische) Neuerung?

3.2 Digitalisierung: Digitalisierungskonzept

Ein Digitalisierungskonzept für das Unternehmen ist vorzulegen, aus dem deutlich wird, dass die Investitionen gemäß Investitionsplan zur Umsetzung des Konzepts beitragen. Darüber hinaus muss aus diesem hervorgehen:

  • Wie ordnet sich das Vorhaben in die Anstrengungen des Unternehmens zu seiner Digitalisierung ein?
  • Wie trägt das Vorhaben zur deutlichen Intensivierung der Digitalisierung des Unternehmens bei?
  • Wie trägt das Vorhaben zur digitalen Transformation des Unternehmens beziehungsweise dessen Wertschöpfungskette bei?
  • Welche Auswirkungen hat das Vorhaben auf das Geschäftsmodell des Unternehmens?
Service
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