Förderprogramm

Europäische territoriale Zusammenarbeit – URBACT III (2014–2020)

Förderart:
Zuschuss
Förderbereich:
Städtebau & Stadterneuerung, Regionalförderung, Corona-Hilfe
Fördergebiet:
bundesweit
Förderberechtigte:
Hochschule, Forschungseinrichtung, Öffentliche Einrichtung, Verband/Vereinigung, Kommune
Ansprechpunkt:

Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V.

Littenstraße 10

10179 Berlin

Weiterführende Links:
Europäische territoriale Zusammenarbeit – URBACT III (2014–2020)

Europäische territoriale Zusammenarbeit – URBACT III (2014–2020)

Ziel und Gegenstand

URBACT ist ein europäisches Austausch- und Lernprogramm zur Förderung einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Das Programm unterstützt Städte aller Größen dabei, gemeinsam Lösungen für städtische Herausforderungen zu erarbeiten. Es bekräftigt die Schlüsselrolle der Städte bei der Bewältigung wachsender, komplexer und sozialer Veränderungen.

Es handelt sich um ein operationelles Programm für die im Rahmen des Ziels „Europäische territoriale Zusammenarbeit“ aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erfolgenden Strukturinterventionen der EU in allen Mitgliedstaaten unter Beteiligung Norwegens und der Schweiz.

Die konkrete Zusammenarbeit der Städte erfolgt im Rahmen von Netzwerken, an denen jeweils maximal acht bis zwölf Partner mitarbeiten. Neu bei URBACT III ist, dass es drei verschiedene Netzwerk-Typen gibt: Neben den bisherigen Aktionsplanungs-Netzwerken sind jetzt die beiden neuen Typen Transfer-Netzwerke und Umsetzungs-Netzwerke hinzugekommen.

URBACT III verfolgt im Wesentlichen die gleichen Ziele wie seine Vorgängerprogramme URBACT I und URBACT II: Das Programm hilft Städten pragmatische Lösungen zu entwickeln, die innovativ und nachhaltig sind und zugleich auch eine wirtschaftliche, soziale sowie ökologische Dimension integrieren. URBACT ermöglicht es, gute Praxisbeispiele und Erfahrungen mit Fachleuten der Stadtentwicklung aus ganz Europa auszutauschen.

Die fünf thematischen Kernziele sind:

  • Stärkung von Forschung, technologischer Entwicklung und Innovation,
  • Förderung der Bestrebungen zur Verringerung der CO2-Emissionen in allen Branchen der Wirtschaft,
  • Erhaltung und Schutz der Umwelt sowie Förderung der Ressourceneffizienz,
  • Förderung nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung und Unterstützung der Mobilität der Arbeitskräfte sowie
  • Förderung der sozialen Inklusion und Bekämpfung von Armut und jeglicher Diskriminierung.

Antragsberechtigte

Antragsteller können sein:

  • Städte, Gemeinden, Stadtbezirke, Regionen und Ballungsräume,
  • lokale Agenturen, die als (halb-)öffentliche Institutionen von einer Kommune gegründet wurden oder in ihrem Besitz sind und die in ihrem Auftrag für städtische Themen zuständig sind (z.B. Wirtschaftsförderung, Energieversorgung, Gesundheits- oder Verkehrsdienste, etc.),
  • regionale oder nationale Behörden, die mit städtischen Fragestellungen befasst sind, sowie
  • Universitäten oder Forschungseinrichtungen, die mit städtischen Fragestellungen befasst sind.

Die Teilnehmer können aus allen 28 Mitgliedsstaaten, Norwegen und der Schweiz stammen.

Voraussetzungen

In jedem Netzwerk übernimmt eine Stadt die Federführung („Lead Partner“). Zudem müssen die Städtepartner die Mehrheit in einem Netzwerk bilden – maximal drei Partner pro Netzwerk dürfen keine Städte sein. Wichtig ist auch die geografische Ausgewogenheit von Partnern aus weniger entwickelten oder Übergangsregionen und stärker entwickelten Regionen.

Zulässige Partner pro Netzwerk:

  • acht bis zwölf Partner bei den Aktionsplanungs-Netzwerken,
  • acht bis zwölf Partner bei den Umsetzungs-Netzwerken,
  • sechs bis acht Partner bei den Transfer-Netzwerken.

Budget

Das Gesamtbudget für URBACT III beläuft sich auf 96 Mio. EUR, davon 74 Mio. EUR aus EFRE-Mitteln. 70% des Budgets müssen auf fünf ausgewählte thematische Kernziele konzentriert werden. Die restlichen 30% der Mittel sollen für alle anderen Themen zur Verfügung stehen, die einen „Bottom-up“-Ansatz verfolgen.

Art und Höhe der Förderung

Die Förderung erfolgt in Form eines Zuschusses.

Die Höhe der Förderung beträgt pro Netzwerk 600.000 EUR bis 750.000 EUR.

Die Kofinanzierungsrate der EU für stärker entwickelte Regionen liegt bei 70%, für weniger entwickelte und Übergangsregionen gibt es 85% EFRE-Förderung. Zusätzlich bietet URBACT jedem Netzwerk 127.500 EUR für einen begleitenden „Lead Experten“, der die Städte fachlich-inhaltlich betreut.

Antragsverfahren

Anträge sind auf der Grundlage von Aufrufen einzureichen.

In den einzelnen an URBACT beteiligten Ländern dienen so genannte „National Dissemination Points“ als Verbreitungsstellen für Informationen aus dem URBACT-Programm. Seit 2009 übernimmt diese Funktion für Deutschland und Österreich der Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V.

Ausführliche Informationen über das Programm und die geförderten Projekte können im Internet abgerufen werden: http://www.urbact.eu

Quelle

Informationen des URBACT-Sekretariat sowie des Deutschen Verbands für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V., Stand August 2020.

Wichtige Hinweise

Am 10. April 2015 wurde ein Aufruf zur Bewerbung als Experte im URBACT-Programm veröffentlicht. Der Aufruf bleibt während der gesamten Laufzeit des URBACT III-Programms geöffnet. Weitere Informationen sind im Internet erhältlich.

URBACT hilft durch Kapazitätaufbau und Wissensaustausch des URBACT-Netzwerks kleineren Städten, die auf den Tourismus angewiesen sind, ihre Zukunft nach Covid-19 neu zu gestalten. Während Großstädte in der Regel eine größere wirtschaftliche Vielfalt aufweisen, auf die sie zurückgreifen können, haben kleinere europäische Städte, die vom Tourismus abhängig sind, schwerwiegende langanhaltende wirtschaftliche Auswirkungen erlitten.

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