Förderprogramm

Landwirtschaft - Liquiditätssicherung

Förderart:
Darlehen
Förderbereich:
Corona-Hilfe, Unternehmensfinanzierung
Fördergebiet:
Baden-Württemberg
Förderberechtigte:
Unternehmen
Fördergeber:
Staatsbank für Baden-Württemberg (L-Bank)
Ansprechpunkt:

L-Bank

Staatsbank für Baden-Württemberg

Börsenplatz 1

70174 Stuttgart

Weiterführende Links:
Landwirtschaft - Liquiditätssicherung

Kurzzusammenfassung

Kurztext

Wenn Sie sich als ein landwirtschaftliches Unternehmen in einer außergewöhnlichen wirtschaftlichen Schieflage befinden, bekommen Sie mit dem Programm „Landwirtschaft-Liquiditätssicherung“ unter bestimmten Voraussetzungen ein Darlehen von bis zu EUR 10 Millionen. Die Landwirtschaft - Liquiditätssicherung steht auch zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten der L-Bank.

Volltext

Die Landwirtschaft - Liquiditätssicherung der L-Bank unterstützt Sie als Betrieb aus der Landwirtschaft, dem Gartenbau und Weinbau, wenn Ihr Einkommen durch

  • Tierseuchen,
  • wetterbedingte Ernteausfälle,
  • existenzbedrohende Ertragseinbußen und/oder Kostensteigerungen

bedroht ist.

Die Darlehenshöhe beträgt zwischen EUR 5.000 und EUR 10 Millionen. Damit können Sie bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten finanzieren.

Sind für Ihr Vorhaben keine ausreichenden Kreditsicherheiten verfügbar, kann Ihre Hausbank eine Agrar-Bürgschaft bei der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg beantragen.

Die Landwirtschaft – Liquiditätssicherung beantragen Sie bei Ihrer Hausbank oder einem anderen Kreditinstitut Ihrer Wahl. Der Antrag wird von dort an die L-Bank weitergeleitet.

Zusatzinfos 

rechtliche Voraussetzungen

Es gelten folgende Bedingungen:

Sie können einen Kredit bekommen, wenn Sie ein Unternehmen der landwirtschaftlichen Primärproduktion betreiben. Dazu gehören Betriebe

  • der Landwirtschaft,
  • des Gartenbaus,
  • des Obstbaus sowie
  • des Weinbaus.

Ihr Betrieb muss in Baden-Württemberg liegen.

Sie können Ergebnisrückgänge von mindestens 30 Prozent im betroffenen Betriebszweig nachweisen.

Ausgeschlossen von der Förderung sind Unternehmen der Fischerei oder Aquakultur.

Rechtsgrundlage

Richtlinie

Landwirtschaft - Liquiditätssicherung

Merkblatt (Stand: 01.02.2018)

Die L-Bank fördert mit diesem Programm die Stabilität landwirtschaftlicher Unternehmen. Die wirtschaftliche Situation der Landwirtschaft wird in hohem Maße von externen Faktoren beeinflusst. Das verstärkte Auftreten von Tierseuchen, wetterbedingten Ernteausfällen oder auch die zunehmende Volatilität der Agrarmärkte können Auslöser eines erhöhten Finanzierungsbedarfs sein.

Die Darlehen werden von der L-Bank in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank ausgereicht.

1. Was wird gefördert?

Finanziert werden der Betriebsmittelbedarf und andere notwendige betriebliche Ausgaben. Auch der Kapitaldienst für bereits bestehende Darlehen kann finanziert werden.

2. Wer wird gefördert?

Es werden Unternehmen der landwirtschaftlichen Primärproduktion gefördert. Das sind Unternehmen der Landwirtschaft, des Garten- und Weinbaus unabhängig von der gewählten Rechtsform und der steuerlichen Einkunftsart.

In Abhängigkeit von der aktuellen Branchensituation gelten zusätzliche Fördervoraussetzungen. Die Betriebe müssen deutliche Ergebnisrückgänge gegenüber der Hausbank nachweisen, also mindestens 30 % im betroffenen Betriebszweig.

Antragsberechtigt sind:

  • Futterbau- sowie Veredlungsbetriebe (einschließlich Ferkelerzeuger), die aufgrund niedriger Erzeugerpreise und/oder höherer Kosten, beispielsweise für notwendige Futterzukäufe, Liquiditätsbedarf haben
  • Unternehmen der Landwirtschaft, des Garten- und Weinbaus, die aufgrund der Frühjahrsfröste in 2017 Ertragseinbußen und/oder Kostensteigerungen zu verzeichnen haben (bis 30.6.2018)
  • Unternehmen der Landwirtschaft, des Garten- und Weinbaus, die aufgrund der Trockenheit in 2017 Ertragseinbußen und/oder Kostensteigerungen zu verzeichnen haben (bis 30.6.2018)

Der Betriebssitz muss in Baden-Württemberg liegen.

Von einer Förderung ausgeschlossen sind:

  • Unternehmen, die in der Fischerei und Aquakultur tätig sind
  • Unternehmen in Schwierigkeiten gemäß Ziffer 5 dieses Merkblatts

3. Wie wird gefördert?

3.1 Art der Finanzierung

Die Förderung erfolgt in Form von zinsvergünstigten Darlehen.

Die Darlehen werden ausschließlich zu beihilfefreien Konditionen vergeben. Die Gewährung eines Förderzuschusses ist ausgeschlossen.

3.2 Umfang der Finanzierung

Finanzierungsanteil: bis zu 100 % der förderfähigen Investitionskosten.

Die Darlehen sollen je Darlehensnehmer 1 und Jahr 10 Millionen Euro nicht übersteigen.

3.3 Laufzeitvarianten

LaufzeittilgungsfreiSollzinsbindung
6 Jahre1 Jahr6 Jahre
10 Jahre1 Jahr10 Jahre

Nach Rücksprache mit der L-Bank kann auch ein zweites tilgungsfreies Jahr gewährt werden. Gegebenenfalls erhebt die L-Bank einen angemessenen Zinsaufschlag auf Basis der aktuellen Kapitalmarktsituation.

3.4 Auszahlung

Die Darlehen werden grundsätzlich zu 100 % ausbezahlt.

Die Hausbank ist berechtigt, einmalig bei Auszahlung eine Bearbeitungsgebühr für den ihr entstehenden erhöhten Aufwand für die Bearbeitung des Förderdarlehens einzubehalten. Die Bearbeitungsgebühr beträgt bei Darlehen bis einschließlich 125.000 Euro bis zu 1 % des Bruttodarlehensbetrags, bei höheren Darlehen maximal 1.250 Euro.

3.5 Sollzinssätze

3.5.1 Risikogerechtes Zinssystem

Da Kreditsicherheiten und Bonität der Kreditnehmer stark variieren, müssen die Sollzinssätze die Risikokosten der Hausbank berücksichtigen. Im risikogerechten Zinssystem gibt die L-Bank neun risikoabhängige Preisklassen A bis I vor. Sie entsprechen verschiedenen Kombinationen von wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit (Bonität) des Unternehmens und Besicherung des Darlehens.

Die Hausbank stuft das Unternehmen in eine Bonitäts- und eine Besicherungsklasse ein und ermittelt daraus die zugehörige Preisklasse. Für jede Preisklasse legt die L-Bank eine Zinsobergrenze fest. Die Hausbank vereinbart mit dem Unternehmen innerhalb dieser Grenzen unter Berücksichtigung der individuellen Platzierung in den zugrunde liegenden Bonitätsund Besicherungsklassen einen Angebotszinssatz.

Die Preisklasse und der individuelle Angebotszinssatz werden bei Antragstellung festgelegt. Der endgültige Sollzinssatz wird jeweils am Tag der Zusage durch die L-Bank festgelegt.

Ein Merkblatt mit detaillierten Informationen zum risikogerechten Zinssystem kann im Internet unter www.l-bank.de/rgzs heruntergeladen werden.

3.5.2 Sollzinsbindungsfrist

Die Darlehenszinsen werden für die gesamte Kreditlaufzeit, maximal für 10 Jahre, festgeschrieben.

3.5.3 Bereitstellungsprovision

0,15 % pro Monat für Darlehensbeträge, die 6 Wochen nach Zusagedatum noch nicht bei der L-Bank abgerufen sind.

3.5.4 Konditionenübersicht

Die aktuellen Sollzinssätze sind in der Konditionenübersicht „Landwirtschaftsförderung“ im Internet unter www.l-bank.de ausgewiesen.

Unter der Telefonnummer 0711 122 - 2666 informieren wir Sie gerne über beihilfefreie Konditionen. Ob der aktuelle Sollzinssatz des Darlehens beihilfefrei ist, hängt vom allgemeinen Zinsniveau ab. Dies kann über den EU-Beihilfewertrechner unter www.l-bank.de/eubeihilfewertrechner festgestellt werden.

3.5.5 Zinstermine

Die Sollzinsen sind vierteljährlich nachträglich zum Quartalsende fällig.

3.6 Tilgung

Die Tilgung erfolgt nach Ablauf der Tilgungsfreiheit vierteljährlich nachträglich zum Quartalsende in gleich hohen Raten.

Die Darlehen können grundsätzlich während der Sollzinsbindungsfrist nicht vorzeitig zurückgezahlt werden. Bei einem berechtigten Interesse des Endkreditnehmers kann die L-Bank im Ausnahmefall einer außerplanmäßigen Rückzahlung gegen Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung zustimmen.

3.7 Sicherheiten

Das Förderdarlehen ist banküblich abzusichern.

Wenn Sicherheiten fehlen, können Unternehmen und Hausbank eine Agrar-Bürgschaft für Betriebsmittelkredite bei der Bürgschaftsbank beantragen. Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter www.buergschaftsbank.de oder direkt bei der Bürgschaftsbank unter Telefonnummer 0711 1645 - 731.

3.8 Kombination mit anderen Förderprogrammen

Die Förderdarlehen sind mit anderen Fördermitteln kombinierbar.

4. Wie wird das Darlehen beantragt?

4.1 Hausbankenverfahren

Der Darlehensantrag wird bei der Hausbank gestellt. Diese leitet den Antrag gegebenenfalls über ihr Zentralinstitut an die L-Bank weiter. Die Hausbank erhält von der L-Bank das Förderdarlehen, das sie im eigenen Namen und im eigenen Risiko an das Unternehmen auszahlt.

4.2 Antragsunterlagen

Der Förderantrag wird auf dem Antragsformular der L-Bank „Antrag auf ein Darlehen zur Förderung von Unternehmen im Ländlichen Raum“ (VordruckNummer 9069) gestellt.

Antragsvordrucke liegen den Hausbanken vor oder können im Internet unter www.l-bank.de/ls heruntergeladen werden.

4.3 Rechtzeitige Antragstellung

Der schriftliche Antrag ist vor Beginn des Vorhabens bei der Hausbank zu stellen.

4.4 Verwendungsnachweis

Das Unternehmen muss gegenüber seiner Hausbank in banküblicher Form nachweisen, dass es die ausbezahlten Darlehensbeträge gemäß den Bestimmungen des Darlehensvertrages verwendet hat. Ein zusätzlicher Nachweis gegenüber der L-Bank ist nicht notwendig.

5. Unternehmen in Schwierigkeiten

In Anlehnung an die Leitlinien für staatliche Beihilfen zur Rettung und Umstrukturierung von nichtfinanziellen Unternehmen in Schwierigkeiten (Amtsblatt der EU, C 249/1 vom 31.07.2014) befindet sich ein Unternehmen dann in Schwierigkeiten, wenn mindestens eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

a) Im Falle von Gesellschaften mit beschränkter Haftung: Mehr als die Hälfte des gezeichneten Kapitals ist infolge aufgelaufener Verluste verlorengegangen. Dies ist der Fall, wenn sich nach Abzug der aufgelaufenen Verluste von Rücklagen (und allen sonstigen Elementen, die im Allgemeinen den Eigenmitteln des Unternehmens zugerechnet werden) ein negativer kumulativer Betrag ergibt, der mehr als der Hälfte des gezeichneten Kapitals entspricht.

b) Im Falle von Gesellschaften, bei denen zumindest einige Gesellschafter unbeschränkt für die Schulden der Gesellschaft haften: Mehr als die Hälfte der in den Geschäftsbüchern ausgewiesenen Eigenmittel ist infolge aufgelaufener Verluste verlorengegangen.

c) Das Unternehmen ist Gegenstand eines Insolvenzverfahrens oder erfüllt die im innerstaatlichen Recht vorgesehenen Voraussetzungen für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens auf Antrag seiner Gläubiger.

d) Bei einem Unternehmen, das kein KMU ist, lag in den vergangenen beiden Jahren der buchwertbasierte Verschuldungsgrad über 7,5 und das Verhältnis des EBITDA zu den Zinsaufwendungen unter 1,0.

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