Förderprogramm

Förderung von Seilbahnen und Nebenanlagen in kleinen Skigebieten

Förderart:
Zuschuss
Förderbereich:
Unternehmensfinanzierung, Regionalförderung
Fördergebiet:
Bayern
Förderberechtigte:
Unternehmen
Ansprechpunkt:

zuständige Bezirksregierung Bayern

Weiterführende Links:
Tourismusförderung

Kurzzusammenfassung

Kurztext

Wenn Sie als Unternehmen in die technische Erneuerung oder Modernisierung von Seilbahnen in einem kleinen bayerischen Skigebiet investieren, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss bekommen.

Volltext

Der Freistaat Bayern unterstützt Sie, wenn Sie in kleinen bayerischen Skigebieten die Seilbahnen und betriebsnotwendigen Nebenanlagen technisch erneuern oder modernisieren, um die technischen Standards, den Komfort und die Qualität der Seilbahnen zu verbessern.

Sie erhalten dafür einen Investitions- oder einen Zinszuschuss, der ein Darlehen verbilligt. Sie können auch beides kombinieren.

Die Höhe der Förderung beträgt

  • für kleine Unternehmen maximal 35 Prozent,
  • für mittlere Unternehmen maximal 25 Prozent,
  • für Großunternehmen mit Beteiligung kommunaler Gebietskörperschaften maximal 15 Prozent

Ihrer förderfähigen Kosten. Wenn Sie als Antragsteller nur aufgrund der Beteiligung kommunaler Gebietskörperschaften als Großunternehmen gelten und die Gesamtfinanzierung Ihres Vorhabens wegen des auf 15 Prozent begrenzten Fördersatzes zu scheitern droht, können die Fördersätze je nach Einzelfall auf bis zu 30 Prozent erhöht werden. Diese Regelung gilt für bereits vorliegende oder neue Anträge befristet bis zum 31.12.2021.

Richten Sie Ihren Antrag bitte vor Beginn Ihres Vorhabens zusammen mit einer Gesamtfinanzierungsbestätigung Ihrer Hausbank an die Regierung, in deren Bezirk das Vorhaben durchgeführt werden soll.

Zusatzinfos 

rechtliche Voraussetzungen

Die Förderung ist an folgende Bedingungen geknüpft:

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der gewerblichen Wirtschaft gemäß KMU-Definition der EU. Großunternehmen sind von der Förderung ausgeschlossen, wenn keine Beteiligung kommunaler Gebietskörperschaften vorliegt.

Sie müssen in einem kleinen bayerischen Skigebiet investieren, das eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt:

  • Es hat nicht mehr als 3 Pisten mit einer Gesamtlänge von höchstens 3 Kilometern.
  • Die Gemeinde, in der die Seilbahnen liegen, hat maximal 2.000 Hotelzimmer und verkauft weniger als 15 Prozent der Skipässe als Wochenskipässe. Hier gilt der Mittelwert der letzten 3 Jahre.

Liegt der Investitionsbetrag unter EUR 500.000, muss das Vorhaben zumindest dazu beitragen können, das Gesamteinkommen in dem Gebiet unmittelbar und auf Dauer merklich zu erhöhen (Primäreffekt).

Sie müssen

  • innerhalb von 36 Monaten investieren,
  • sich als Investor angemessen beteiligen.

Umschuldung, Sanierung und Ersatzinvestitionen werden nicht gefördert.

Rechtsgrundlage

Richtlinie

Richtlinien zur Förderung von Seilbahnen und Nebenanlagen in kleinen Skigebieten

Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie
vom 29. November 2019, Az. III/2a-3300/524/3
[geändert durch Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie
vom 5. November 2020, Az. 73-4884-3/3/9]

Der Freistaat Bayern gewährt nach den allgemeinen Bestimmungen – insbesondere Art. 23 und 44 der Bayerischen Haushaltsordnung, Art. 48, 49 und 49a des Bayerischen Verwaltungsverfahrensgesetzes und der Allgemeinen Verwaltungsvorschriften für die Gewährung von Zuwendungen an die gewerbliche Wirtschaft (AVG) in der jeweils geltenden Fassung – sowie nach Maßgabe dieser Richtlinien Zuwendungen für Investitionen in Seilbahnen einschließlich betriebsnotwendiger Nebenanlagen in Kleinskigebieten. Die Europäische Kommission sieht in einer staatlichen finanziellen Unterstützung von Seilbahnanlagen, die tendenziell eher einen lokalen Einzugsbereich haben und in Orten mit nur wenigen Einrichtungen für den Wintersport bzw. beschränkten Kapazitäten zur Aufnahme von Touristen liegen („kleine Skigebiete”), keine Beihilfe im Sinn von Art. 107 Abs. 1 AEUV 1). Die Richtlinien halten sich daher insbesondere hinsichtlich der Definition von „kleinen Skigebieten” streng an die Vorgaben der EU-Kommission in ihrer Entscheidung vom 27. Februar 2008 für das italienische Skigebiet Venetien (N 731/2007). Die Förderung erfolgt ohne Rechtsanspruch im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.

I. Allgemeine Beschreibung des Förderbereichs

1. Zweck der Zuwendung

Die Förderung nach diesen Richtlinien soll zu Investitionen führen, durch die die technischen Standards, der Komfort und die Qualität der Seilbahnen in kleinen Skigebieten in Bayern erhöht werden.

2. Gegenstand der Förderung

2.1 Gefördert werden die technische Erneuerung und die Modernisierung von Seilbahnen einschließlich betriebsnotwendiger Nebenanlagen. Betreiber einer vor allem für Skifahrer bestimmten Seilbahn erbringen die grundlegende Dienstleistung für die Ausübung des Skisports. Soweit zusätzliche, in unmittelbarem Zusammenhang stehende Leistungen angeboten werden, die für den Skisport ebenso wichtig sind, wie z.B. die künstliche Beschneiung, werden diese Investitionen ebenfalls gefördert. Eine Förderung scheidet aus, soweit Investitionen mit der grundlegenden Dienstleistung nicht unmittelbar zusammenhängen (z.B. Leihskiausrüstung, Zusatzeinrichtungen für Skischulen).

2.2 Förderfähig sind die Aufwendungen für Anschaffung bzw. Herstellung der zum Investitionsvorhaben zählenden Wirtschaftsgüter des aktivierten Sachanlagevermögens sowie unter bestimmten Voraussetzungen auch für die Anschaffung von immateriellen, geleasten, gemieteten oder gepachteten Wirtschaftsgütern. Zu den förderfähigen Aufwendungen gehören nicht:

  • Investitionen, die der Ersatzbeschaffung dienen.

  • Aufwendungen für die Anschaffung gebrauchter Wirtschaftsgüter, es sei denn, das erwerbende Unternehmen ist ein kleines oder mittleres Unternehmen und die Wirtschaftsgüter werden nicht von verbundenen oder sonst wirtschaftlich, rechtlich oder personell verflochtenen Unternehmen angeschafft.

2.3 Die durch Investitionshilfen geförderten Wirtschaftsgüter müssen mindestens 10 Jahre nach Abschluss des Investitionsvorhabens in der geförderten Betriebsstätte verbleiben, es sei denn, sie werden durch gleich- oder höherwertige Wirtschaftsgüter ersetzt. Das ersetzende Wirtschaftsgut ist nicht erneut förderfähig.

2.4 Die Zuwendungen werden grundsätzlich nur für ein Investitionsvorhaben gewährt, das innerhalb von 36 Monaten durchgeführt wird.

3. Zuwendungsempfänger

3.1 Die Zuwendungen werden förderungswürdigen gewerblichen Unternehmen gewährt.

3.2 Antragsberechtigt ist, wer die betrieblichen Investitionen vornimmt oder die betrieblichen Maßnahmen durchführt. Sind Investor und Nutzer einer geplanten Investition nicht identisch, kann eine Förderung nur erfolgen, wenn zwischen Investor und Nutzer eine steuerlich anerkannte Betriebsaufspaltung, Mitunternehmerschaft im Sinn des § 15 EStG, ein Leasingverhältnis oder ein gewerbliches Pachtverhältnis vorliegt.

Antragsberechtigt ist jeweils der Nutzer der zu fördernden Maßnahme. Investor und Nutzer haften für die Zuwendung gesamtschuldnerisch.

3.3 Die Förderung darf folgende Prozentsätze nicht überschreiten:

  • 35% bei kleinen Unternehmen,

  • 25% bei mittleren Unternehmen,

  • 15% bei Großunternehmen, die wegen einer Beteiligung kommunaler Gebietskörperschaften nach Art. 3 Abs. 4 Anhang KMU-Empfehlung vom 6. Mai 2003 als Großunternehmen gelten. Sonstige Großunternehmen werden nicht gefördert. Droht die Gesamtfinanzierung eines Vorhabens eines Antragstellers, der nur aufgrund der Beteiligung kommunaler Gebietskörperschaften nach Art. 3 Abs. 4 Anhang KMU-Empfehlung vom 6. Mai 2003 als Großunternehmen gilt, aufgrund der Begrenzung der Fördersätze auf 15% zu scheitern, können die Regierungen befristet für vorliegende oder neue Anträge bis zum 31. Dezember 2021 ausnahmsweise Fördersätze in Höhe von bis zu 25% bei nach den sonstigen Kriterien der KMU-Empfehlung mittleren und in Höhe von bis zu 30% bei kleinen Unternehmen gewähren. Der Antragsteller hat darzulegen, dass eine Finanzierung des Vorhabens anderweitig nicht möglich ist. Im Rahmen der Prüfung von Ziffer 5.1 ist auch die Finanzkraft der beteiligten Gemeinden im Verhältnis zum Vorhaben zu berücksichtigen.

Die Unternehmensgröße wird nach der Empfehlung der Kommission vom 6. Mai 2003 betreffend die Definition von Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen 2003/361/EG, ABl. Nr. L 124/36 vom 20. Mai 2003 bestimmt.

4. Definition „Kleines Skigebiet”

Förderfähig sind nur Vorhaben in kleinen Skigebieten. Diese müssen eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Das Skigebiet verfügt über maximal drei Pisten und die Gesamtlänge der Pisten beträgt weniger als 3 km.

oder

  • Die Gemeinde, in der das Seilbahnunternehmen liegt, verfügt über eine maximale Hotelzimmerkapazität von 2.000 und die Anzahl der verkauften Wochenskipässe beträgt weniger als 15% der Gesamtzahl der verkauften Skipässe (Mittelwert der letzten drei Jahre).

5. Sonstige Zuwendungsvoraussetzungen

5.1 Die Mittel des Programms sind stets zusätzliche Hilfen. Der Antragsteller hat entsprechend seiner Vermögens-, Liquiditäts- und Ertragslage für die Finanzierung in angemessenem Umfang Eigenmittel oder sonstige Fremdmittel einzusetzen, die nicht durch öffentliche Finanzierungshilfen zinsverbilligt sind.

5.2 Eine Förderung kann nur gewährt werden, wenn der Investitionsbetrag mindestens 500.000 Euro beträgt oder das Vorhaben zumindest geeignet ist, das Gesamteinkommen in dem jeweiligen Wirtschaftsraum unmittelbar und dauerhaft nicht unwesentlich zu erhöhen (sog. Primäreffekt).

5.3 Für die Förderung kommen nur Investitionen in Betracht, die eine besondere Anstrengung des Betriebs erfordern. Investitionsvorhaben sind nur förderfähig, wenn der Investitionsbetrag bezogen auf ein Jahr die Summe der in den letzten drei Jahren durchschnittlich verdienten Abschreibungen ohne Berücksichtigung von Sonderabschreibungen und des durchschnittlichen Gewinns der letzten drei Jahre überschreitet.

5.4 Für ein Vorhaben, mit dem vor Antragstellung bei der Regierung (Antragseingang gemäß Nr. 6) bereits begonnen worden ist, werden Zuwendungen nicht gewährt. Beginn ist grundsätzlich der Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrages. Bei Baumaßnahmen gelten Planung und Bodenuntersuchung nicht als Beginn des Vorhabens.

5.5 Die Gewährung von Mitteln zur Ablösung von Krediten (Umschuldung) und zur Sanierung ist ausgeschlossen.

5.6 Für ein Vorhaben, dessen Antragsteller einer Rückforderungsanordnung aufgrund einer Entscheidung der Europäischen Kommission über die Rückzahlung einer Beihilfe nicht Folge geleistet hat, kann eine Förderung erst gewährt werden, wenn der Rückforderungsbetrag zurückgezahlt worden ist.

5.7 Förderfähig sind nur Investitionsvorhaben, denen keine öffentlich-rechtlichen Hindernisse entgegenstehen und die mit den Belangen des Umweltschutzes sowie der Raumordnung, insbesondere dem Alpenplan und dem Regionalplan in Einklang stehen.

6. Art und Umfang der Zuwendung

6.1 Die Förderung wird auf Antrag gewährt. Sie kann dem Zuwendungsempfänger als Investitionszuschuss oder als Zinszuschuss zur Verbilligung eines von der LfA gewährten Darlehens gewährt werden, das zur Mitfinanzierung des antragsgegenständlichen Vorhabens verwendet wird. Eine Kombination von Investitionszuschüssen und zinsgünstigen Darlehen ist im Rahmen der zulässigen Förderhöchstsätze grundsätzlich möglich.

6.2 Der Subventionswert der für das Investitionsvorhaben aus öffentlichen Mitteln insgesamt gewährten Förderung darf die Höchstsätze nach Ziffer 3.3 nicht überschreiten. Die Förderhöchstsätze drücken den Wert der zulässigen öffentlichen Hilfe (Subvention) in Prozent der förderfähigen Ausgaben gemäß Ziffer 2 aus. Die einzelnen Teile der Subvention werden mit ihrem Subventionswert angesetzt.

II. Verfahren

7. Anträge

7.1 Für Anträge sind die entsprechenden Formblätter zu verwenden. Die Formblätter sind bei den Regierungen, den Hausbanken, der LfA Förderbank Bayern, den Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern sowie im Internet erhältlich.

7.2 Anträge sind vom Antragsteller samt Anlagen bei der Regierung einzureichen, in deren Bezirk das Vorhaben durchgeführt werden soll. Dem Antrag ist eine Bestätigung beizufügen, dass die Gesamtfinanzierung des Vorhabens bei Gewährung der Förderung unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gesichert ist. Die Bestätigung kann durch die Hausbank oder einen Wirtschaftsprüfer, bei konzerninterner Finanzierung auch durch die Muttergesellschaft erfolgen. Ihr Inhalt gehört zu den subventionserheblichen Tatsachen.

7.3 Zu den Anträgen holen – soweit erforderlich – die Regierungen möglichst gleichzeitig Äußerungen der zur Begutachtung bestimmten Stellen ein. Der örtlich zuständige regionale Planungsverband ist am Verfahren zu beteiligen. Die Regierungen können für die Abgabe der Äußerung eine angemessene Frist setzen, nach deren Ablauf sie davon ausgehen können, dass keine Einwendungen gegen das Vorhaben und seine Förderung erhoben werden.

7.4 Unvollständig ausgefüllte Anträge sowie Anträge, denen die erforderlichen Unterlagen nicht vollzählig beigelegt sind, werden von der Regierung in der Regel zurückgegeben, sofern der Antragsteller sie trotz Aufforderung nicht innerhalb einer angemessenen Frist nach Antragseingang bei der Regierung vervollständigt. Sie gelten dann als nicht gestellt.

7.5 Über die Anträge entscheiden die Regierungen in eigener Zuständigkeit, sofern nicht wegen Art und Bedeutung eine Einschaltung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie geboten ist oder das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie eine andere Behandlung vorgibt. Die Entscheidung über den Antrag wird dem Antragsteller durch Bescheid der für die Antragsbearbeitung zuständigen Regierung bekannt gegeben.

7.6 Die Zuwendung wird durch die LfA Förderbank Bayern ausbezahlt. Die Regierung überwacht deren ordnungsgemäße, insbesondere zweckentsprechende Verwendung. Zuwendungsbescheide können widerrufen und bereits gewährte Fördermittel können ganz oder teilweise zurückgefordert werden, insbesondere dann, wenn die der Bewilligung zugrunde liegenden Fördervoraussetzungen nach Abschluss des Investitionsvorhabens nicht erfüllt sind bzw. der Zuwendungszweck nicht erreicht wird.

III. Hinweis

8. Die Angaben im Antrag sowie in den dazu eingereichten ergänzenden Unterlagen sind subventionserheblich im Sinn des § 264 StGB in Verbindung mit § 2 des Subventionsgesetzes vom 29. Juli 1976 (BGBl I S. 2037) und Art. 1 des Bayerischen Subventionsgesetzes (BayRS 453-1-W).

IV. Inkrafttreten

9. Diese Bekanntmachung tritt am 1. Januar 2020 in Kraft und mit Ablauf des 31. Dezember 2022 außer Kraft. 

                        

1) Entscheidungen der Kommission vom 9. April 2002 (2003/521/EG) und vom 27. Februar 2008 (N 731/2007)

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