Förderprogramm

Corona Venture Capital – Kapitalbeteiligungen an kleine und mittlere Unternehmen

Förderart:
Beteiligung
Förderbereich:
Corona-Hilfe, Unternehmensfinanzierung
Fördergebiet:
Rheinland-Pfalz
Förderberechtigte:
Unternehmen
Ansprechpunkt:

Wagnisfinanzierungsgesellschaft für Technologieförderung in Rheinland-Pfalz mbH (WFT)

Holzhofstraße 4

55116 Mainz

Weiterführende Links:
Corona Venture Capital

Kurzzusammenfassung

Kurztext

Wenn Sie als kleines oder mittleres Unternehmen durch die Auswirkungen der Corona-Krise in Liquiditätsschwierigkeiten geraten sind, kann die Wagnisfinanzierungsgesellschaft für Technologieförderung (WFT) eine stille Beteiligung in Höhe von bis zu EUR 500.000 übernehmen.

Volltext

Die Investitionsbank Rheinland-Pfalz (ISB) und das Land Rheinland-Pfalz fördern mit Unterstützung der KfW Sie als kleines oder mittleres Unternehmen, wenn Ihnen infolge der Corona-Krise ein zusätzlicher Liquiditätsbedarf enstanden ist und Sie Eigenkapital benötigen.

Sie bekommen die Förderung für

  • Kleinstinvestitionen und
  • Mitfinanzierung aller laufenden Kosten wie Miete, Gehälter und Warenlager (Betriebsmittel).

Sie bekommen die Förderung als stille Beteiligung über die Wagnisfinanzierungsgesellschaft für Technologieförderung (WFT).

Die Höhe der Förderung beträgt höchstens 80 Prozent Ihrer finanzierungsfähigen Kosten, jedoch höchstens EUR 500.000. Beteiligungen unter EUR 100.000 werden nicht gefördert.

Die Laufzeit beträgt 10 Jahre, davon 5 Jahre tilgungsfrei.

Das Antragsformular stellt Ihnen die ISB auf Anfrage zur Verfügung.

Richten Sie bitte Ihren Antrag an die WFT.

Zusatzinfos 

Fristen

Reichen Sie bitte Ihren Antrag bis zum 30.4.2021 ein.

rechtliche Voraussetzungen

Antragsberechtigt sind Sie als kleines oder mittleres Unternehmen (KMU), wenn Sie

  • maximal 250 Mitarbeitende,
  • einen Gruppenumsatz von weniger als EUR 75 Millionen,
  • einen Sitz, eine Hauptverwaltung oder den Schwerpunkt Ihrer Geschäftstätigkeit oder mindestens 50 Prozent Ihrer Vollzeitbeschäftigten in der Bundesrepublik Deutschland und
  • eine Betriebsstätte in Rheinland-Pfalz

haben.

Die Förderung ist an folgende Bedingungen geknüpft:

  • Ihr Unternehmen hat ein etabliertes Geschäftsmodell.
  • Die Ertragskraft Ihres Unternehmens sowie die fachlichen und kaufmännischen Eigenschaften Ihrer Unternehmensführung müssen langfristig eine ausreichende Rendite und Beschäftigungseffekte sowie eine vertragsmäßige Abwicklung der Beteiligungerwarten lassen.
  • Ihr Unternehmen muss eigenständig sein. Das bedeutet, es darf keine Beteiligung eines größeren Unternehmens zu mehr als 24,9 Prozent – außer Kapitalbeteiligungsgesellschaften – an Ihrem Unternehmen vorliegen.
  • Von der Förderung ausgeschlossen sind Beteiligungen, die der Finanzierung von Umschuldungen bereits abgeschlossener und durchfinanzierter Vorhaben dienen.

Rechtsgrundlage

Richtlinie

Richtlinien für Kapitalbeteiligungen an kleinen und mittleren Unternehmen aus dem Sonderprogramm Corona Venture Capital

Vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Krise und der damit verbundenen wirtschaftlichen Unsicherheit in der Realwirtschaft hat das Land Rheinland-Pfalz verschiedene Maßnahmen ergriffen, um vor allem kleine und mittlere Unternehmen als entscheidenden Wirtschaftsfaktor zu stabilisieren. Als weitere Maßnahme stellt das Land gemeinsam mit der KfW gewerblichen Mittelständlern Beteiligungskapital zur Verfügung.

Das Sonderprogramm Corona Venture Capital ist bei der WFT (Fondsgesellschaft) angesiedelt, über die die Beteiligungen ausgereicht werden. Die WFT hat die Aufgabe, Unternehmen in Rheinland-Pfalz nach Maßgabe dieser Richtlinien Beteiligungskapital zu günstigen Bedingungen zur Verfügung zu stellen, um deren Eigenkapitalbasis zu stärken bzw. zu erweitern.

1. Zweck der Beteiligung

Mit der Gewährung von Beteiligungskapital soll die Sicherung nachhaltig wettbewerbsfähiger, selbständiger Existenzen erreicht werden, die aufgrund der Auswirkungen der Corona Krise Liquiditätsschwierigkeiten haben.

Finanzierungsfähig sind vorrangig zur Deckung des erhöhten Liquiditätsbedarfs erforderliche Betriebsmittel wie Miete, Gehälter und Warenlager. Die Mitfinanzierung erforderlicher Kleininvestitionen ist möglich. Gefördert werden alle bilanzstärkenden Maßnahmen. Sonstige Entnahmen und Auszahlungen an Gesellschafter sind ausgeschlossen. Die Finanzierung von Umschuldungen bereits abgeschlossener und durchfinanzierter Vorhaben ist nicht zulässig.

2. Beteiligungsnehmer

2.1 Eine Beteiligung ist nur an kleinen und mittleren Unternehmen im Sinne des Anhangs I der AGVO möglich. Das Unternehmen darf einen kumulierten Gruppenumsatz von 75 Mio. EUR im Jahr nicht übersteigen und muss seinen Sitz, Hauptverwaltung oder den Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit oder mindestens 50% der Vollzeitbeschäftigten in der Bundesrepublik Deutschland und eine Betriebsstätte in Rheinland-Pfalz haben. Die Fondsmittel werden für Unternehmen zur Verfügung gestellt, die damit Vorhaben in der rheinland-pfälzischen Betriebsstätte verwirklichen.

2.2 Das Unternehmen muss eigenständig sein, d.h., es darf keine Beteiligung von größeren Unternehmen im Sinne der vorstehenden Regelung zu mehr als 24,9% – außer Kapitalbeteiligungsgesellschaften – an dem Unternehmen des Beteiligungsnehmers vorliegen.

3. Art und Voraussetzungen

3.1 Die WFT wird sich in der Regel an dem Unternehmen als typisch stiller Gesellschafter beteiligen.

3.2 Die Ertragskraft des Unternehmens sowie die fachlichen und kaufmännischen Eigenschaften der Unternehmensführung müssen langfristig eine ausreichende Rendite und Beschäftigungseffekte sowie eine vertragsmäßige Abwicklung der Beteiligung erwarten lassen. Dies ist im Antragsverfahren hinreichend zu belegen.

3.3 Ausgeschlossen sind Beteiligungen, die der Sanierung oder ausschließlich der Konsolidierung der Finanzverhältnisse dienen.

4. Höhe, Laufzeit und Kündigung

4.1 Die Beteiligung dient zur Deckung des infolge der Corona-Pandemie entstandenen zusätzlichen Liquiditätsbedarfs und darf einen Betrag je Unternehmen in Höhe von 500.000 EUR im Einzelfall nicht überschreiten und soll 100.000 EUR nicht unterschreiten.

4.2 Die Laufzeit der Beteiligung beträgt grundsätzlich 10 Jahre. Nach Ablauf des 5. Jahres der Beteiligungslaufzeit erfolgt eine ratierliche Rückführung der Beteiligungssumme über die restliche Laufzeit von 5 Jahren. Die Haftung beschränkt sich auf die geleistete Einlage; eine Nachschusspflicht ist ausgeschlossen.

4.3 Die Beteiligung kann in den ersten 5 Jahren der Beteiligungslaufzeit vom Beteiligungsnehmer jederzeit mit einer Frist von 12 Monaten ganz oder teilweise gekündigt und zurückgezahlt werden. In diesem Fall kann ein Aufgeld verlangt werden. Nach Ablauf des 5. Jahres der Beteiligungslaufzeit kann die Beteiligung jeweils zum Quartalsende ohne Kündigungsfrist gekündigt und zurückgezahlt werden.

4.4 Die WFT wird die Beteiligung vorzeitig nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes kündigen.

4.5 Nach Ablauf der vereinbarten Zeit ist bei typisch stillen Beteiligungen der Beteiligungsbetrag zum Nennwert zuzüglich ausstehender Beteiligungsentgelte zurückzuzahlen.

5. Verlusthaftung und Sicherung

5.1 Die typisch stille Beteiligung nimmt nur im Falle des Insolvenzverfahrens am Verlust teil.

5.2 Zur Absicherung der Beteiligung der WFT wird grundsätzlich eine Garantie der Gesellschafter/Inhaber verlangt. Eine persönliche Bürgschaft der Ehegatten der Gesellschafter wird in der Regel nicht verlangt.

Es ist sicherzustellen, dass Vermögensverschiebungen während der Beteiligungslaufzeit insbesondere durch Veränderungen in der Gesellschafterstruktur, Betriebsaufspaltung, Ausschüttungen an die Gesellschafter, Erhöhung von Geschäftsführergehältern, Veräußerungen von Betriebsvermögen an Angehörige, Anstellung von Angehörigen zu nicht marktmäßigen Bedingungen unterbleiben. Der Beteiligungsnehmer ist im Beteiligungsvertrag zu verpflichten, für oben genannte Rechtsgeschäfte die Zustimmung der WFT einzuholen. Die Nichteinhaltung dieser Verpflichtung berechtigt die WFT zur außerordentlichen Kündigung der Beteiligung. Die Geschäftsführer haften für die Einhaltung der genannten Pflichten für jeden schuldhaften Verstoß.

5.3 Die WFT behält sich vor, die erfolgreiche Umsetzung der Beteiligung durch weitere Regelungen zu sichern, die in den Beteiligungsvertrag aufgenommen werden.

6. Beratung und Berichterstattung

6.1 Einzelheiten der Berichterstattung werden im Beteiligungsvertrag geregelt. Der Beteiligungsnehmer hat der WFT zeitnah seine Jahresabschlüsse vorzulegen, alle für das Beteiligungsverhältnis bedeutsamen Ereignisse unverzüglich mitzuteilen und bei wichtigen Geschäften, die im Beteiligungsvertrag im Einzelnen genannt werden, die Zustimmung der WFT einzuholen.

6.2 Der Beteiligungsnehmer wird verpflichtet, jederzeit eine Prüfung nach Maßgabe des Beteiligungsvertrages zu gestatten.

7. Kosten der Beteiligung

Das Entgelt für die stille Beteiligung setzt sich aus einer gewinnunabhängigen Festvergütung sowie einer gewinnabhängigen Vergütung zusammen.

8. Antragstellung

8.1 Anträge auf Übernahme einer Beteiligung sind bei der WFT in einfacher Ausfertigung einzureichen. Die Beratung durch die WFT ist kostenlos.

8.2 Dem Antrag ist eine positive Stellungnahme (alternativ aktuelles Kreditprotokoll) der Hausbank beizufügen.

8.3 Das Sonderprogramm Corona Venture Capital wurde zeitlich beschränkt zur Verfügung gestellt. Eine Antragstellung ist derzeit bis zum 01.11.2020 möglich.

9. Beihilferegelung

Zweite Geänderte Bundesregelung Kleinbeihilfen 2020

Die Beteiligung im Rahmen des Sonderprogramms Corona Venture Capital stellt eine Kleinbeihilfe im Sinne der „Zweiten Geänderten Bundesregelung Kleinbeihilfen 2020“ in der jeweils gültigen Fassung dar. Die Bundesregelung wurde bei der Europäischen Kommission notifiziert und von ihr genehmigt (Genehmigung der Europäischen Kommission SA.58021 vom 27.07.2020). Die Bundesregelung erging auf der Grundlage des „Befristeten Rahmens für staatliche Beihilfen zur Stützung der Wirtschaft angesichts des derzeitigen Ausbruchs von COVID-19“ (Mitteilung der Europäischen Kommission C(2020) 1863 final vom 19.03.2020) in der Fassung, die dieser durch die Mitteilung der Europäischen Kommission C(2020) 4509 final vom 29. Juni 2020 erhalten hat.

Nach der „Zweiten Geänderten Bundesregelung Kleinbeihilfen 2020“ dürfen alle dem Unternehmen bis 31.12.2020 gewährten Kleinbeihilfen den maximal zulässigen Höchstbetrag von 800.000 EUR nicht übersteigen. Für Unternehmen, die im Fischerei- und Aquakultursektor tätig sind, gilt ein Höchstbetrag von 120.000 EUR. Für Unternehmen, die in der Primärproduktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse tätig sind, gilt ein Höchstbetrag von 100.000 EUR.

10. Auf die Übernahme einer Beteiligung besteht kein Rechtsanspruch.

11. Weitere Einzelheiten werden im Beteiligungsvertrag geregelt.

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