Förderprogramm

ISB-Mittelstandsförderungsprogramm ERP-Gründerkredit Rheinland-Pfalz (RLP)

Förderart:
Darlehen
Förderbereich:
Corona-Hilfe, Existenzgründung & -festigung, Unternehmensfinanzierung
Fördergebiet:
Rheinland-Pfalz
Förderberechtigte:
Existenzgründer/in, Unternehmen
Fördergeber:

Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB)

Ansprechpunkt:

Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB)

Holzhofstraße 4

55116 Mainz

Weiterführende Links:
ISB - ERP-Gründerkredit RLP

Kurzzusammenfassung

Kurztext

Wenn Sie ein Unternehmen gründen, festigen oder übernehmen, können Sie mit dem ERP-Gründerkredit Rheinland-Pfalz (RLP) beispielsweise für Investitionen einen Kredit bis zu EUR 2 Millionen erhalten. Der ERP-Gründerkredit Rheinland-Pfalz (RLP) steht auch zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB).

Volltext

Der ISB-Mittelstandsförderungsprogramm – ERP-Gründerkredit Rheinland-Pfalz (RLP), kurz ERP-Gründerkredit Rheinland-Pfalz (RLP), unterstützt Sie als Existenzgründende, freiberuflich Tätige oder auch als Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft bei der Finanzierung von Investitionen und Betriebsmittel in Rheinland-Pfalz. Das Darlehen erhalten Sie ausschließlich innerhalb der ersten 5 Jahre nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit.

Die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) gewährt Ihnen den ERP-Gründerkredit Rheinland-Pfalz (RLP) für folgende Vorhaben:

  • alle Formen der Existenzgründung, also Errichtung, Übernahme eines Unternehmens und Erwerb einer tätigen Beteiligung,
  • Existenzgründung auch im Nebenerwerb,
  • Übernahme eines Unternehmens und Unternehmensnachfolge als tätige Beteiligungen,
  • Maßnahmen zur Festigung des Unternehmenserfolgs,
  • Vorhaben zur Nutzung erneuerbarer Energien,
  • zusätzlicher Bedarf an Betriebsmitteln (nur bei Krediten ohne Haftungsfreistellung).

Die Höhe des Darlehens beträgt für Investitionen bis zu EUR 2 Millionen. Betriebsmittel werden mit bis zu EUR 500.000 gefördert. Damit können Sie bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten finanzieren. Sollten Sie von der Haftung freigestellt sein, beträgt die Höhe des Darlehens für Investitionen bis zu EUR 250.000.

Als ein kleines oder mittleres Unternehmen (KMU) können Sie den ERP-Gründerkredit Rheinland-Pfalz (RLP) mit einer 50-prozentiger Haftungsfreistellung abschließen. Das bedeutet, die ISB vereinbart mit Ihrer Bank eine Risikoverteilung in Höhe von 50 Prozent. Das Kreditausfallrisiko übernimmt dann mit 50 Prozent die ISB. Die restlichen 50 Prozent trägt Ihre Bank. Häufig sind Banken erst durch diese Risikoübernahme zur Finanzierung eines Vorhabens bereit. Als Kreditnehmer haften Sie zu 100 Prozent für die Rückzahlung.

Sie beantragen den ERP-Gründerkredit Rheinland-Pfalz (RLP) bei Ihrer Hausbank oder einem anderen Kreditinstitut Ihrer Wahl. Der Förderantrag wird von dort an die ISB weitergeleitet.

Eine Kombination mit anderen Förderprogrammen ist grundsätzlich möglich. Allerdings können Sie den ERP-Gründerkredit Rheinland-Pfalz (RLP) nicht mit dem ERP-Gründerkredit – StartGeld kombinieren.

Zusatzinfos 

rechtliche Voraussetzungen

Der ERP-Gründerkredit Rheinland-Pfalz (RLP) ist an folgende Bedingungen geknüpft:

Antragsberechtigt sind

  • natürliche Personen, die eine freiberufliche Existenz oder ein Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft einschließlich eines gewerblichen Sozialunternehmens gründen oder hierfür Festigungsmaßnahmen innerhalb der ersten fünf Jahre nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit durchführen,
  • natürliche Personen, die ein gewerbliches Unternehmen einschließlich eines gewerblichen Sozialunternehmens übernehmen oder im Rahmen von Unternehmensnachfolgen eine tätige Beteiligung oder deren Aufstockung eingehen, auch wenn sie bereits länger als 5 Jahre selbstständig sind,
  • kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der gewerblichen Wirtschaft einschließlich eines gewerblichen Sozialunternehmen sowie Angehörige der Freien Berufe innerhalb der ersten fünf Jahre nach Aufnahme ihrer Geschäftstätigkeit mit Sitz in Rheinland-Pfalz.

Sie führen Ihr Vorhaben in Rheinland-Pfalz durch.

Ihr Vorhaben lässt nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg erwarten.

Als natürliche Person verfügen Sie über die erforderliche fachliche und kaufmännische Eignung für die unternehmerische Tätigkeit sowie über hinreichenden unternehmerischen Einfluss.

Ausgeschlossen von der Förderung sind unter anderem Umschuldungen, Nach- oder Anschlussfinanzierungen.

Rechtsgrundlage

Richtlinie

ISB-Mittelstandsförderungsprogramm ERP-Gründerkredit RLP (574/577) – optional mit einer Haftungsfreistellung der ISB für das durchleitende Kreditinstitut –
Ein Programm der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) in Kooperation mit der KfW

Stand: März 2020

Die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) vergibt zinsverbilligte Kredite an Freiberufler sowie kleine und mittlere Unternehmen mit einer Geschäftstätigkeit bis zu 5 Jahren im Rahmen des § 9 des Landesgesetzes über die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISBLG) vom 20.12.2011 (GVBl. 2011, 423) zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen in Rheinland-Pfalz gemäß nachfolgender Richtlinie.

1. Antragsteller

Antragsberechtigt sind:

  • Natürliche Personen, die ein Unternehmen bzw. eine freiberufliche Existenz oder ein gewerbliches Unternehmen (produzierendes Gewerbe, Handwerk, Handel und sonstiges Dienstleistungsgewerbe) einschließlich eines gewerblichen Sozialunternehmens mit Gewinnerzielungsabsicht, gründen oder hierfür Festigungsmaßnahmen innerhalb der ersten 5 Jahre nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit durchführen.
  • Natürliche Personen, die ein gewerbliches Unternehmen einschließlich eines gewerblichen Sozialunternehmens mit Gewinnerzielungsabsicht übernehmen oder im Rahmen von Unternehmensnachfolgen eine tätige Beteiligung oder deren Aufstockung eingehen, auch wenn sie bereits länger als 5 Jahre selbstständig sind.

Natürliche Personen müssen über die erforderliche fachliche und kaufmännische Eignung für die unternehmerische Tätigkeit sowie hinreichenden unternehmerischen Einfluss verfügen.

  • Freiberufler und Unternehmen einschließlich gewerblicher Sozialunternehmen mit Gewinnerzielungsabsicht, innerhalb der ersten 5 Jahre nach Aufnahme ihrer Geschäftstätigkeit, die die Voraussetzungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Sinne der Definition der Europäischen Union erfüllen (Empfehlung der Kommission vom 06.05.2003 betreffend die Definition der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen ABl. EU L 124/36 vom 20.05.2003).
   beschäftigte MitarbeiterJahresumsatz (oder Jahresbilanzsumme)
Kleine Unternehmenunter 50max. 10 Mio. EUR (max. 10 Mio. EUR)
Mittlere Unternehmenunter 250max. 50 Mio. EUR (max. 43 Mio. EUR)

Nicht antragsberechtigt sind:

  • Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft –Unternehmen der Aquakultur und Fischerei
  • Sanierungsfälle und Unternehmen in Schwierigkeiten im Sinne der Leitlinien der Europäischen Kommission für staatliche Beihilfen zur Rettung und Umstrukturierung nichtfinanzieller Unternehmen in Schwierigkeiten (ABl. EU C 249/1 vom 31.07.2014).

2. Verwendungszweck

Förderfähig sind alle Investitionen im Rahmen von Vorhaben in einer Betriebsstätte in Rheinland-Pfalz, die einer mittel- und langfristigen Mittelbereitstellung bedürfen und einen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg erwarten lassen. Hierzu zählen:

  • Alle Formen der Existenzgründung, also Errichtung oder Übernahme eines Unternehmens sowie der Erwerb einer tätigen Beteiligung
  • Existenzgründung im Nebenerwerb
  • Im Rahmen von Nachfolgeregelungen die Unternehmensübernahme und der Erwerb oder die Aufstockung einer tätigen Beteiligung. Die alleinige Übernahme von Unternehmensanteilen im Sinne von Finanzinvestitionen ist nicht förderfähig
  • Festigungsmaßnahmen, mit denen innerhalb von 5 Jahren nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit begonnen wird
  • Erneute Unternehmensgründung
  • Vorhaben zur Nutzung erneuerbarer Energien. Eine Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist unschädlich, wenn der Kredit beihilfefrei vergeben wird.

Darüber hinaus kann zusätzlicher Betriebsmittelbedarf (nur im ERP-Gründerkredit RLP ohne Haftungsfreistellung) finanziert werden. Für den Antragsteller müssen positive Zukunftsaussichten bestehen. Dies ist in den Unterlagen der Hausbank entsprechend zu dokumentieren.

Förderfähig sind grundsätzlich nur die Nettokosten (Rechnungsbetrag ohne Umsatzsteuer), es sei denn der Antragsteller ist nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt.

Von einer Förderung ausgeschlossen sind:

  • Umschuldung bzw. Nachfinanzierung bereits abgeschlossener Vorhaben, Anschlussfinanzierungen, und Prolongationen.
  • Treuhandkonstruktionen und stille Beteiligungen ohne Zusammenhang zu tätigen Beteiligungen.
  • In-Sich-Geschäfte, wie z.B. der Erwerb aus dem Eigentum des Ehegatten bzw. Lebenspartners, Vermögensübertragungen zwischen Unternehmen einer Unternehmensgruppe oder im Rahmen von Betriebsaufspaltungen.
  • Die KfW schließt zudem bestimmte Vorhaben generell von einer Finanzierung aus oder gibt einzuhaltende Bedingungen vor. Details können Sie der Ausschlussliste und den Sektorleitlinien der KfW Bankengruppe entnehmen, wie sie im Internet unter https://isb.rlp.de abgerufen werden kann.

3. Kombination mit anderen Förderprogrammen

Die Kombination einer Finanzierung aus dem ERP-Gründerkredit RLP mit anderen Förderprogrammen ist zulässig, dabei sind insbesondere die jeweiligen Förderhöchstsätze und Kumulierungsvorschriften gemäß den entsprechenden EU-beihilferechtlichen Regelungen zu beachten.

Ausgeschlossen ist jedoch eine Kombination mit Finanzierungen aus dem ERP-Gründerkredit – StartGeld sowie eine Kombination einer Finanzierung aus einem haftungsfreigestellten ERP-Gründerkredit RLP mit anderen haftungsfreigestellten Förderprogrammen der ISB oder einer öffentlichen/öffentlich geförderten Bürgschaft.

Sofern das geförderte Vorhaben andere öffentliche Förderungen enthält, darf die Summe aus diesen und den Finanzierungmitteln der ISB nicht mehr als 100% der Gesamtkosten des Vorhabens betragen.

4. Kreditbetrag

Der Finanzierungsanteil beträgt bis zu 100% der förderfähigen Kosten. Der Kredithöchstbetrag liegt bei 2 Mio. EUR für Investitionskredite, für Betriebsmittelfinanzierungen bei höchstens 500.000 EUR. Sofern für das durchleitende Kreditinstitut eine 50%ige Haftungsfreistellung für Investitionskredite beantragt wird, liegt der Kredithöchstbetrag bei 250.000 EUR.

5. Laufzeit

Die möglichen Kreditlaufzeiten betragen

  • bis zu 5 Jahre bei höchstens 1 tilgungsfreien Anlaufjahr (bei Betriebsmittelkrediten maximale Laufzeit)
  • bis zu 10 Jahre bei höchstens 2 tilgungsfreien Anlaufjahren
  • bis zu 20 Jahre bei höchstens 3 tilgungsfreien Anlaufjahren.

Die Laufzeit des Kredites soll sich grundsätzlich an der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der zu finanzierenden Gegenstände orientieren.

6. Zinssatz

Der Programmzinssatz orientiert sich an der Entwicklung des Kapitalmarktes. Die Zinsfestschreibung erfolgt über einen Zeitraum von maximal 10 Jahren. Die jeweils geltenden Maximalzinssätze (Nominal- und Effektivzinssätze gemäß Preisangabenverordnung – PAngV) je Preisklasse sind der aktuellen Konditionenübersicht zu entnehmen, die im Internet unter https://isb.rlp.de abgerufen werden kann.

Der Kredit wird mit einem kundenindividuellen Zinssatz im Rahmen des am Tage der Zusage geltenden Maximalzinssatzes der jeweiligen Preisklasse zugesagt.

Der Zinssatz wird unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers (Bonität) und der Werthaltigkeit der für den Kredit gestellten Sicherheiten von der Hausbank festgelegt. Hierbei erfolgt eine Einordnung in eine der von der KfW vorgegebenen Bonitätsklassen und Besicherungsklassen des Risikogerechten Zinssystems (RGZS). Anhand der Kombination von Bonitäts- und Besicherungsklasse ordnet die Hausbank den Förderkredit einer von der KfW vorgegebenen Preisklasse zu. Jede Preisklasse deckt eine Bandbreite ab, die durch eine feste Zinsobergrenze (Maximalzinssatz) abgeschlossen wird. Der kundenindividuelle Zinssatz kann unter dem Maximalzinssatz der jeweiligen Preisklasse liegen.

7. Bereitstellung/Bereitstellungsprovision

Auszahlung: 100% des Kreditbetrages.

Bereitstellungsprovision: 0,15% pro Monat, beginnend 2 Bankarbeitstage und 6 Monate nach Zusagedatum für noch nicht ausgezahlte Kreditbeträge.

Kredite können in einer Summe oder in Teilbeträgen abgerufen werden. Die Abruffrist beträgt grundsätzlich 12 Monate.

Kreditabrufe sollen in bis zu zehn Tranchen zu mindestens je 5.000 EUR – ggf. mit Ausnahme der letzten Tranche – erfolgen.

8. Zins- und Tilgungsleistungen

Die Berechnung erfolgt nach der deutschen kaufmännischen Zinsmethode (30/360-Methode). Die Zins- und Tilgungsleistungen sind zum jeweiligen Ultimo eines jeden Monats fällig. Während der Tilgungsfreijahre sind lediglich die Zinsen auf die ausgezahlten Kreditbeträge zu leisten. Nach Ablauf der tilgungsfreien Anlaufjahre erfolgt die Tilgung in gleich hohen monatlichen Raten.

Außerplanmäßige Tilgungen des ausstehenden Kreditbetrages sind ganz oder teilweise während der ersten Zinsbindungsphase durch den Endkreditnehmer gegen Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung zulässig.

9. Antragstellung

Die ISB gewährt Kredite nicht unmittelbar an den Kreditnehmer, sondern ausschließlich über Kreditinstitute, die für die von ihnen durchgeleiteten Kredite die Haftung übernehmen.

Der Antrag ist daher vor Beginn des Vorhabens bei einem Kreditinstitut nach Wahl des Kreditnehmers zu stellen. Die Antragsformulare liegen den Kreditinstituten vor oder können im Internet unter https://isb.rlp.de heruntergeladen werden.

Vom Antragsteller wird erwartet, dass er der Hausbank die Schwerpunkte seiner unternehmerischen Tätigkeit darlegt sowie anhand geeigneten Zahlenmaterials die Erfolgsaussichten des Vorhabens begründet.

Der ERP-Gründerkredit RLP kann in folgenden Programmvarianten beantragt werden:

  • Investitions- und Betriebsmittelkredit (574)
  • haftungsfreigestellter Investitionskredit (577)

10. Fristwahrung

Zum Zeitpunkt der Antragstellung darf mit dem Vorhaben noch nicht begonnen worden sein. Beginn des Investitionsvorhabens ist grundsätzlich der Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrages. Bei Baumaßnahmen gelten Planung und Bodenuntersuchung nicht als Beginn des Vorhabens.

Der Antrag kann bei Vorliegen eines bei der Hausbank aktenkundigen Finanzierungsgespräches vor Vorhabensbeginn noch innerhalb von 3 Monaten nach Vorhabensbeginn eingereicht werden.

Sollte der formelle Kreditantrag nach Ablauf der 3 Monate eingereicht werden, ist eine Kreditzusage nur möglich, wenn aktenkundige Finanzierungsgespräche vor Vorhabensbeginn stattgefunden haben und das Investitionsvorhaben zum Zeitpunkt des Antragseingangs bei der ISB zu weniger als 50% realisiert ist.

11. Sicherheiten

Für den Kredit sind bankübliche Sicherheiten zu stellen.

Art und Umfang der Besicherung werden im Rahmen der Kreditverhandlungen zwischen dem Antragsteller und seiner Hausbank vereinbart.

12. Haftungsfreistellung

Im Rahmen von Investitionsfinanzierungen kann der Kredit grundsätzlich mit einer 50%-igen Haftungsfreistellung für das durchleitende Kreditinstitut beantragt und ausgereicht werden, sofern das Unternehmen bzw. das Unternehmen des Antragstellers in der Regel seit 3 Jahren besteht, bzw. am Markt aktiv ist, mindestens aber über eine Unternehmenshistorie mit aussagefähigen Jahresabschlussunterlagen von 2 Geschäftsjahren verfügt. Die Haftungsfreistellung gilt grundsätzlich bis zum Ende der ersten Zinsfestschreibungsphase.

Eine Kreditzusage setzt voraus, dass die Rückzahlung des Kredites durch den Endkreditnehmer bei normalem wirtschaftlichem Verlauf zu den vereinbarten Bedingungen erwartet werden kann.

Die Antragstellung durch natürliche Personen ist nicht möglich, sofern ein Stimmenanteil eines anderen Gesellschafters Satzungsänderungen ermöglicht.

Kreditzusagen werden auf der Grundlage einer Risikobeurteilung des durchleitenden Kreditinstitutes grundsätzlich bis zur Preisklasse G des RGZS gewährt. Die geförderten Investitionen sind angemessen zu versichern. Eine Zusage ist nicht möglich, wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Inanspruchnahme der Haftungsfreistellung gerechnet werden muss.

Die Haftungsfreistellung ist im Rahmen der Risikobeurteilung nicht zu berücksichtigen. Diese stellt keine Sicherheit wie bspw. eine Bürgschaft dar und führt nicht zu einer Verbesserung der Preisklasse für den Endkreditnehmer.

Aufgrund der Haftungsfreistellung teilen sich das durchleitende Kreditinstitut und die ISB das Risiko der Kreditvergabe. Die ISB beansprucht für ihren Risikoanteil (=haftungsfreigestellter Teil) die unter Anwendung des RGZS kalkulierte anteilige Risikomarge unter Berücksichtigung der tatsächlich mit dem Kunden jeweils vereinbarten Konditionen des durchleitenden Kreditinstituts.

Alle für den jeweiligen Kredit bestellten Sicherheiten haften anteilig und gleichrangig für den unter der Haftung des Kreditinstituts ausgereichten und den haftungsfreigestellten Kreditteil. Für den nicht haftungsfreigestellten Kreditteil dürfen keine zusätzlichen oder vorrangigen Sicherheiten bestellt werden. Nachträgliche Änderungen der Besicherung bedürfen vorab der Zustimmung der ISB.

Die Haftungsfreistellung kann geltend gemacht werden, wenn

  • der Endkreditnehmerkredit nach Zustimmung der ISB insbesondere gemäß Ziffer 10 der Allgemeinen Bestimmungen der ISB für Endkreditnehmer gekündigt wurde und der Endkreditnehmer die Forderung nicht innerhalb der von der Hausbank festgesetzten Frist beglichen hat oder
  • über das Vermögen des Endkreditnehmers ein Insolvenzverfahren eröffnet oder die Eröffnung mangels Masse abgelehnt wurde.

Die Inanspruchnahme der Haftungsfreistellung setzt voraus, dass das refinanzierte Kreditinstitut der ISB das Vorliegen einer der o.g. Voraussetzungen zusammen mit einer Darlegung des diesbezüglich festgestellten Ausfalls in Textform angezeigt hat.

Mit der Mitteilung über den Ausfall der Forderung und die Geltendmachung der Haftungsfreistellung ist der ISB zugleich mitzuteilen, welche Sicherheiten für die Verwertung zur Verfügung stehen. Dabei sind sowohl die für den haftungsfreigestellten Kredit bestellten Sicherheiten als auch alle sonstigen für diesen Kredit nachrangig haftenden Sicherheiten, verbunden mit einer entsprechenden Einschätzung ihrer Werthaltigkeit anzugeben.

Zugleich mit der Mitteilung in Textform über die erfolgte Gewährung der Haftungsfreistellung durch die ISB, werden 50% des im Refinanzierungsverhältnis offenen Kapitalbetrages zur Rückzahlung an die ISB fällig. Nach Eingang des Rückzahlungsbetrages bei der ISB teilt diese dem refinanzierten Kreditinstitut die Höhe des noch offenen Zinsbetrages (50% der im Refinanzierungsverhältnis offenen Zinsforderung) mit der Bitte um Ausgleich mit.

Die Sicherheitenverwertung und die Beitreibung der Regressforderung erfolgen nach banküblichen Grundsätzen durch die Hausbank, und zwar für sich selbst und zugleich als Treuhänderin für die ISB. Gerichtliche und außergerichtliche Vergleiche über die Regressforderung bedürfen der vorherigen Zustimmung der ISB.

Von nachträglich eingehenden Zahlungen auf den Endkreditnehmerkredit sowie von Erlösen aus der Verwertung der Sicherheiten sind innerhalb banküblicher Fristen jeweils 50% von dem durchleitenden Kreditinstitut an die ISB abzuführen. Ist der Vertragspartner ein Zentralinstitut, so hat dieses sicher zu stellen, dass die ISB über solche Zahlungseingänge bei der Hausbank informiert wird und die quotale Weiterleitung an die ISB zeitnah erfolgt. Eine Verrechnung, Aufrechnung oder Anrechnung mit anderen und auf andere Forderungen der Hausbank ist ausgeschlossen.

Die ISB ist unverzüglich in Kenntnis zu setzen, sofern der Vertragspartner keine weiteren Zahlungseingänge erwartet bzw. die Hausbank die Forderung ausgebucht hat. Sollte ein Zentralinstitut Vertragspartner sein, genügt der ISB auch die Information durch die Hausbank.

Verletzt das Zentralinstitut und/oder die Hausbank eine Pflicht aus dem Kreditverhältnis, insbesondere die Kreditprüfungspflichten, die Mitteilungspflichten oder die Besicherungspflichten, so ist die ISB berechtigt, die Haftungsfreistellung im Umfang des bei ihr durch die Pflichtverletzung verursachten Schadens zu kürzen.

13. Unterlagen

Das durchleitende Kreditinstitut hat zur Antragstellung folgende Unterlagen einzureichen:

  • Antragsvordruck
  • De-minimis-Erklärung des Antragstellers über bereits erhaltene De-minimis-Beihilfen
  • Statistisches Beiblatt Investitionen allgemein

Sofern für das durchleitende Kreditinstitut eine 50%ige Haftungsfreistellung beantragt wird, hat das durchleitende Kreditinstitut der ISB jährlich zeitnah nach deren Ermittlung unaufgefordert die Ausfallwahrscheinlichkeit des Endkreditnehmers einzureichen. Auf Aufforderung der ISB sind zusätzlich folgende Unterlagen einzureichen:

  • Unterlagen gemäß Anlage Rating
  • weitere Unterlagen (zum Beispiel Jahresabschlüsse) während der Kreditlaufzeit

Folgende Unterlagen verbleiben bei der Hausbank:

  • Selbsterklärung des Antragstellers zur Einhaltung der KMU-Definition
  • Kumulierungserklärung des Endkreditnehmers (lediglich notwendig bei Kreditzusagen mit ausgewiesenem Beihilfewert)

14. Verwendungsnachweis/Zweckbindungsfrist

Die dem Endkreditnehmer gewährten Kreditmittel dürfen nur für das im Kreditangebot aufgeführte Vorhaben entsprechend dem dort angegebenen Verwendungszweck verwendet werden.

Der Endkreditnehmer hat eine Bindungsfrist für die zweckentsprechende Verwendung von mindestens 36 Monaten, beginnend mit dem Tag der vollständigen Inanspruchnahme des Kredits, zu beachten.

Für Investitionsfinanzierungen gilt, dass die zu finanzierenden Gegenstände im Anlagevermögen aktivierungsfähig sind.

Die Verwendungsnachweisprüfung ist gemäß den Allgemeinen Bestimmungen für Kreditinstitute von der Hausbank durchzuführen, zu dokumentieren und auf Verlangen der ISB vorzulegen. Zur Dokumentation kann der Verwendungsnachweis für ISB-Refinanzierungskredite verwendet werden. Bei Abweichungen zum ursprünglichen Vorhaben ist die ISB zeitnah zu informieren.

15. EU-Beihilferechtliche Regelungen

Die Gewährung der zinsverbilligten Kredite erfolgt nach der De-minimis-Verordnung (Nr. 1407/2013/EU vom 18.12.2013, veröffentlicht im Amtsblatt der Europäischen Union L 352 vom 24.12.2013).

Es sind die entsprechenden Kumulierungsvorschriften und Beihilfehöchstgrenzen der De-minimis-Verordnung in der jeweils geltenden Fassung zu beachten.

Aufgrund dieser Vorgaben sind Unternehmen in bestimmten Branchen, bestimmte Maßnahmen (zum Beispiel Erwerb von Fahrzeugen für den Straßengütertransport) und Unternehmen, die einer früheren Beihilfenrückforderungsentscheidung der EU-Kommission nicht nachgekommen sind, nicht förderfähig.

16. Hinweis zur Subventionserheblichkeit

Alle Angaben des Endkreditnehmers zur Antragsberechtigung, zum Verwendungszweck und zur Einhaltung der beihilferechtlichen Vorgaben der EU-Kommission sind subventionserheblich im Sinne von § 264 des Strafgesetzbuches in Verbindung mit § 2 des Subventionsgesetzes.

17. Hinweis ERP-Vergabebedingungen

Die Allgemeinen Bedingungen für die Vergabe von ERP-Mitteln sind Bestandteil dieser Richtlinie.

Ein Rechtsanspruch auf Gewährung des Kredites besteht nicht. Über die Anträge wird im Rahmen der verfügbaren Fördermittel entschieden.

Diese Richtlinie gilt für Kreditzusagen ab dem 01.03.2020.

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