Förderprogramm

Förderung energieeffizienter und altersgerechter Wohnraummodernisierung (Sachsen-Anhalt MODERN)

Förderart:
Darlehen
Förderbereich:
Energieeffizienz & Erneuerbare Energien, Gesundheit & Soziales, Wohnungsbau & Modernisierung
Fördergebiet:
Sachsen-Anhalt
Förderberechtigte:
Privatperson, Unternehmen
Ansprechpunkt:

Investitionsbank Sachsen-Anhalt (IB)

Domplatz 12

39104 Magdeburg

Weiterführende Links:
Sachsen-Anhalt MODERN

Kurzzusammenfassung

Kurztext

Wenn Sie Ihr Eigenheim oder ein vermietetes Wohngebäude modernisieren, beispielsweise indem Sie in Energieeffizienz oder Barrierefreiheit investieren, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen ein zinsgünstiges Darlehen erhalten.

Volltext

Die Investitionsbank Sachsen-Anhalt unterstützt Sie aus dem landeseigenen „Fonds Wohnraumförderung Sachsen-Anhalt“ bei der Modernisierung von Wohngebäuden, die Sie selbst nutzen oder vermieten.

Sie erhalten die Förderung für

  • Maßnahmen zum barrierereduzierenden und barrierefreien Umbau auf Grundlage des IB-Merkblatts „Altersgerecht Umbauen“,
  • Baumaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz auf Grundlage des IB-Merkblatts „Energieeffizient Sanieren“,
  • allgemeine Modernisierungsmaßnahmen und
  • den Objekterwerb.

Sie erhalten die Förderung als zinsverbilligtes Darlehen.

Die Höhe des Darlehens beträgt bis zu EUR 50.000 je Wohneinheit und Programmteil. Ihr Förderdarlehen muss mindestens EUR 10.000 betragen.

Ihren Antrag richten Sie bitte vor Beginn Ihres Vorhabens an die Investitionsbank Sachsen-Anhalt.

Zusatzinfos 

rechtliche Voraussetzungen

Die Förderung ist an bestimmte Bedingungen geknüpft:

Antragsberechtigt sind Sie als Trägerin oder Träger von Investitionen an selbst genutzten oder vermieteten Wohngebäuden sowie an bisher nicht wohnwirtschaftlich genutzten Gebäuden, die zu Wohnraum umgenutzt werden.

Die Kosten Ihres Vorhabens müssen in einem angemessenen Rahmen liegen und die daraus entstehenden Belastungen müssen für Sie tragbar sein.

Bei Umnutzung von vorher nicht zu Wohnzwecken genutzten Gebäuden zu Wohnraum müssen Sie eine Stellungnahme der Gemeinde vorlegen, aus der hervorgeht, dass Ihre Maßnahme dem städtebaulichen Entwicklungskonzept entspricht.

Allgemeine Modernisierungsmaßnahmen werden nur zusätzlich zu Maßnahmen zum barrierereduzierenden Umbau und zur Verbesserung der Energieeffizienz gefördert.

Wenn den Sanierungsmaßnahmen der Kauf des Objekts vorausgeht, muss das Objekt

  • überwiegend zu Wohnzwecken genutzt werden und
  • aus mindestens 4 Wohneinheiten bestehen.

Darüber hinaus müssen die Sanierungskosten höher als die Erwerbskosten sein.

Rechtsgrundlage

Richtlinie

„Sachsen-Anhalt MODERN“
Das Förderprogramm zur energieeffizienten und altersgerechten Wohnraummodernisierung

– Vergabegrundsätze –
Stand: 11.05.2021

Unter den Aspekten des altersgerechten Umbauens, insbesondere des Mehrgenerationenwohnens und der Barrierefreiheit, sowie des Klimaschutzes, speziell der Energieeinsparung und der Minderung des CO2-Ausstoßes, bietet die Investitionsbank Sachsen-Anhalt aus Landesmitteln des „Fonds Wohnraumförderung Sachsen-Anhalt“, zinsgünstige Darlehen zur langfristigen Finanzierung von Maßnahmen an selbstgenutzten oder vermieteten Wohngebäuden an. Das Förderprogramm dient der Schließung von Finanzierungslücken für die Investoren, denen die Hausbank die Vergabe von Darlehen zur Umsetzung vorgenannter Maßnahmen außerhalb von Bonitätsgründen verwehrt.

1. Rechtliche Grundlagen

Das Darlehen stellt für Unternehmen sowie private Vermieter eine De-minimis-Beihilfe im Sinne der Verordnung (EU) Nr. 1407/2013 der Kommission vom 18.12.2013 über die Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union auf „De-minimis“-Beihilfen (ABl. EU L 352 vom 24.12.2013) dar.

Der maximal zulässige Beihilfewert beträgt innerhalb von drei Kalenderjahren 200.000 Euro. Der genaue Beihilfewert wird im Darlehensvertrag mitgeteilt.

Die Darlehensgewährung erfolgt auf der Grundlage der §§ 23 und 44 der Landeshaushaltsordnung des Landes Sachsen-Anhalt (LHO) vom 30.4.1991 (GVBl. LSA S. 35), zuletzt geändert durch Artikel 10 des Gesetzes vom 17.2.2012 (GVBl. LSA S. 52, 54) und der Verwaltungsvorschriften zu den §§ 23 und 44 LHO (VV-LHO, RdErl. des MF vom 1.2.2001, MBl. LSA S. 241, zuletzt geändert durch Verwaltungsvorschrift vom 28.01.2013 MBl. LSA 2013, S. 73) in der jeweils geltenden Fassung, soweit in diesen Vergabegrundsätzen und in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Darlehen aus dem Fonds Wohnraumförderung Sachsen-Anhalt keine abweichenden Regelungen enthalten sind.

2. Wer wird finanziert?

Träger von Investitionen an selbstgenutzten und vermieteten Wohngebäuden sowie an bisher nicht wohnwirtschaftlich genutzten Gebäuden, die zu Wohnraum umgenutzt werden. Es werden Maßnahmen an Gebäuden in Sachsen-Anhalt gefördert. Ein Rechtsanspruch auf die Gewährung der Darlehen besteht nicht.

3. Was wird finanziert?

3.1 Altersgerecht Umbauen

Finanziert werden Maßnahmen zum barrierereduzierenden oder -freien Umbau von Wohnungen und Wohngebäuden, unter Beachtung des jeweils gültigen Merkblattes „Altersgerecht Umbauen“, soweit sich aus diesen Vergabegrundsätzen nichts anderes ergibt.

Gefördert werden insbesondere:

  • Erschließungssysteme, z.B. Rampen und Aufzugssysteme

  • Maßnahmen in Wohnungen, z.B. Anpassung der Raumgeometrie von Wohn- und Schlafräumen sowie Küchen

  • Sanitärräume

  • Gemeinschaftsräume.

Die Baumaßnahmen müssen von Fachunternehmen unter Einhaltung der in der Anlage zum Merkblatt „Altersgerecht Umbauen“ vorgegebenen „Technischen Mindestanforderungen” ausgeführt werden.

3.2 Energieeffizient Sanieren – Einzelmaßnahmen

Finanziert werden bauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz unter Beachtung des jeweils gültigen Merkblattes „Energieeffizient Sanieren“ einschließlich der Anlage „Liste förderfähiger Kosten“.

Gefördert werden insbesondere:

  • Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen und Geschossdecken,

  • Erneuerung der Fenster,

  • Einbau einer Lüftungsanlage,

  • Austausch der Heizung einschließlich Einbau einer Umwälzpumpe der Klasse A und ggf. einer hocheffizienten Zirkulationspumpe.

Beim Austausch einer Heizung ist stets ein hydraulischer Abgleich vorzunehmen.

Die Baumaßnahmen müssen von Fachunternehmen unter Einhaltung der in der Anlage zum Merkblatt „Energieeffizient Sanieren“ vorgegebenen „Technischen Mindestanforderungen“ ausgeführt werden.

3.3 Allgemeine Modernisierungsmaßnahmen

Finanziert werden grundsätzlich folgende allgemeine Modernisierungsmaßnahmen im Wohnungsbestand,

  • Instandsetzung und Modernisierung zur Gebrauchswertverbesserung, wie Veränderung des Wohnungszuschnitts, Erneuerung von Elektro- und Wasserversorgung sowie Fußböden

  • bauliche Maßnahmen nach einem Teilrückbau

  • Behebung baulicher Mängel, wie Schadstoffsanierung (Radonsanierung usw.), Lärmschutz und Sanierung von Abwasserkanälen einschließlich Dichtheitsprüfung

  • Erweiterung durch Aufstockung, Anbau und Ausbau

  • Verbesserung von Außenanlagen bei Mehrfamilienhäusern (ab 3 Wohneinheiten) durch Schaffung von Grünanlagen, gebäudebezogene Außenanlagen und Spielplätzen

Die vorgenannten Maßnahmen werden nur zusätzlich zu den Maßnahmen nach 3.1 und/oder 3.2 finanziert, wobei es unerheblich ist, ob die Finanzierung von altengerechten bzw. energieeffizienten Maßnahmen bereits über die Inanspruchnahme der KfW-Programme 159 und/oder 152 bzw. 151 oder im Rahmen der Antragstellung für Sachsen-Anhalt MODERN erfolgt.

Die Maßnahmen müssen von Fachunternehmen ausgeführt werden und den baulichen Vorschriften, insbesondere dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) in der jeweils geltenden Fassung entsprechen.

3.4. Objekterwerb

Sofern den geplanten Maßnahmen im Bereich des altenrechten Umbauens und/oder der energieeffizienten Sanierung der Erwerb des Objektes vorausgeht, ist die Finanzierung des Kaufpreises grundsätzlich möglich. Voraussetzung hierfür ist, dass das Objekt überwiegend wohnwirtschaftlich genutzt wird, es mindestens aus 4 Wohneinheiten besteht und die Sanierungskosten höher als die Erwerbskosten sind.

4. Was wird nicht finanziert?

Nicht gewährt werden Finanzierungen für

  • Ferien- und Wochenendhäuser,

  • Gebäude mit Heimcharakter (z.B. Alten-, Pflege- und Seniorenheime) sowie

  • Umschuldungen bzw. Nachfinanzierungen von bereits abgeschlossenen Maßnahmen,

  • gewerblich genutzte Flächen und Gebäude

  • zusätzlich bei der Umsetzung von energieeffizienten Maßnahmen: Wohneigentum, für das nach dem 01.02.2002 ein Bauantrag oder Bauanzeige gestellt/erstattet wurde,

  • Kachelöfen, Kamine, Kaminöfen etc. sowie Kohle- und Elektroheizungen,

  • Photovoltaikanlagen

5. Fördervoraussetzungen

a) Bei Umnutzung von vorher nicht wohnwirtschaftlich genutzten Gebäuden zu Wohnraum muss eine entsprechende Stellungnahme der Gemeinde vorgelegt werden, aus der hervorgeht, dass die Maßnahme dem städtebaulichen Entwicklungskonzept entspricht. Bei der Förderung von vorgenannten Maßnahmen (Umnutzung) behält sich das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr ein Zustimmungsrecht vor.

b) Die Kosten der Maßnahmen müssen in einem angemessenen Rahmen liegen und so bemessen sein, dass die daraus entstehenden Belastungen, insbesondere der Kapitaldienst (einschließlich bestehender Belastungen), sowie zusätzlich bei Vermietern die Bildung einer ausreichenden Instandhaltungsrücklage und die Verwaltungskosten durch die Einkünfte des Darlehensnehmers auf Dauer gedeckt werden können.

Das Förderprogramm „Sachsen-Anhalt-MODERN“ ist grundsätzlich mit anderen Fördermitteln (z.B. Kredite, Zulagen, Zuschüsse) kombinierbar.

6. Art und Umfang des Darlehens

Gewährt werden kann ein Annuitätendarlehen bis zur vollen Höhe des Finanzierungsbedarfs, maximal jedoch bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit je Programmteil. Bemessungsgrundlage ist die Anzahl der Wohnungen nach Sanierung/Modernisierung.

Die Mindestdarlehenssumme beträgt grundsätzlich 10.000 Euro je Programmteil.

7. Darlehenskonditionen

a) Laufzeit, Zinssatz und Auszahlung

Die Darlehenslaufzeit beträgt bis zu 30 Jahre bei einem Tilgungsfreijahr.

Die jeweils geltenden Nominal- und Effektivzinssätze können im Internet unter www.ib-sachsen-anhalt.de abgerufen werden. Bei Überschreiten des zulässigen Beihilfewertes von 200.000,- EUR kann eine individuelle Zinsberechnung (beihilfefrei) im Programmbaustein 3.3 erfolgen.

Das Darlehen wird zu dem am Tag der Zusage geltenden Zinssatz des Programms zugesagt. Sofern bei Antragseingang (Vorlage der vollständigen Unterlagen) bei der IB ein günstigerer Programmzinssatz galt, kommt dieser günstigere Zinssatz zur Anwendung.

Der Zinssatz wird für die Dauer von 10 Jahren bzw. 20 Jahren ab Darlehenszusage festgeschrieben.

Die Auszahlung des Darlehens erfolgt zu 100%.

Die Abruffrist des Darlehens beträgt 12 Monate nach Darlehenszusage. Die Darlehen können in einer Summe oder in zwei Teilbeträgen abgerufen werden.

Die Auszahlung des Darlehens kann an Bedingungen geknüpft werden.

b) Tilgung, Zinszahlung und Besicherung

Zinszahlungen sind jeweils monatlich und nachträglich zu leisten.

Die Tilgung erfolgt nach Ablauf des Tilgungsfreijahres, gerechnet ab Darlehenszusage, zusammen mit den regelmäßigen Zinszahlungen in monatlichen Annuitäten.

Eine vorzeitige Rückzahlung des gesamten Darlehens ist während der Zinsbindungsfrist nur gegen Zahlung eines Vorfälligkeitsentgelts möglich. Teilrückzahlungen sind ausgeschlossen.

Die Gesamtdarlehenssumme aus diesem Förderprogramm ist grundpfandrechtlich abzusichern. Bei einer Gesamtdarlehenssumme aus diesem Förderprogramm bis 50.000 Euro kann von einer grundpfandrechtlichen Absicherung abgesehen werden.

c) Bereitstellungsprovision

Diese beträgt 0,25 Prozent pro Monat auf den nicht in Anspruch genommenen Darlehensbetrag, beginnend vier Monate und 2 Bankarbeitstage nach Unterzeichnung des Darlehensvertrages seitens der IB.

d) Bearbeitungsgebühr

Es wird keine Bearbeitungsgebühr erhoben.

8. Antragsverfahren

Der Antrag ist auf vorgegebenem Vordruck vor Beginn der Maßnahme bei der IB zu stellen. Mit der Maßnahme darf erst nach Eingang des Antrages bei der IB begonnen werden, wobei der Antragsteller bis zur Darlehenszusage das Finanzierungsrisiko trägt. Als Maßnahmebeginn gilt auch der Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrages. Planungs- und Beratungsleistungen gelten nicht als Maßnahmebeginn.

Dem Antrag ist u.a. eine Stellungnahme der Hausbank gemäß dem Formular „Hausbankstellungnahme“ beizufügen. Sämtliche Antragsformulare zum Kreditantrag/Bestätigung können über das Internet unter www.ib-sachsen-anhalt.de abgerufen werden. Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Darlehen aus dem Fonds Wohnraumförderung Sachsen-Anhalt. Die Darlehensvergabe erfolgt in privatrechtlicher Form.

9. Verwendungsnachweis/Prüfungsrechte

Die Prüfung des Verwendungsnachweises obliegt der Investitionsbank Sachsen-Anhalt. Hierzu ist durch den Kreditnehmer innerhalb von 6 Monaten nach Vollauszahlung des Darlehens der zweckentsprechende Mitteleinsatz nachzuweisen.

Nach Durchführung von energieeffizienten Maßnahmen hat ein zugelassener und vorhabensbezogener, unabhängiger Sachverständige zu bestätigen, dass alle Maßnahmen die Mindestanforderungen des Merkblattes und die einschlägigen Technischen Mindestanforderungen in der jeweils gültigen Fassung einhalten.

Die Prüfungsrechte der Investitionsbank Sachsen-Anhalt ergeben sich aus Abschnitt VI. der Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Darlehen aus dem Fonds Wohnraumförderung Sachsen-Anhalt.

Das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr, das Ministerium der Finanzen und der Landesrechnungshof Sachsen-Anhalt sind berechtigt, Einblick in die Geschäftsunterlagen und Bücher zu nehmen, sich über die Vermögenslage zu informieren und die Verwendung der Darlehen vor Ort zu prüfen oder durch Beauftragte prüfen zu lassen sowie Auskünfte einzuholen.

Service
Service

Wie können wir Ihnen helfen?