Förderprogramm

Öffentlich geförderte Beschäftigung und gemeinwohlorientierte Arbeit in Thüringen (ÖGB-Richtlinie)

Förderart:
Zuschuss
Förderbereich:
Corona-Hilfe, Arbeit
Fördergebiet:
Thüringen
Förderberechtigte:
Verband/Vereinigung, Öffentliche Einrichtung, Kommune, Unternehmen
Fördergeber:

Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

Ansprechpunkt:

GFAW – Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung des Freistaats Thüringen mbH

Warsbergstraße 1

99092 Erfurt

Kurzzusammenfassung

Kurztext

Wenn Sie Maßnahmen planen, mit denen Langzeitarbeitslosigkeit bekämpft und soziale Teilhabe gestärkt wird, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss erhalten.

Volltext

Das Land Thüringen unterstützt Sie, wenn Sie langzeitarbeitslose Personen oder arbeitslose Personen im Langzeitleistungsbezug nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II mit besonderem Unterstützungsbedarf in gemeinwohlorientierte Arbeit bringen.

Sie erhalten die Förderung für

  • sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für zusätzliche, wettbewerbsneutrale und im öffentlichen Interesse liegende Tätigkeiten („Soziale Teilhabe”) sowie
  • Mehraufwendungen, die im Rahmen von Gemeinwohlarbeit entstehen („Gemeinwohlarbeit”).

Die Tätigkeiten umfassen beispielsweise die Bereiche soziale Dienste, Breitensport, freie Kulturarbeit, touristische Infrastruktur, Erhaltung und Verbesserung der Umwelt oder des Wohnumfelds.

Die Vermittlung der Teilnehmenden in die Projekte erfolgt durch das zuständige Jobcenter.

Sie erhalten die Förderung als Zuschuss in folgender Höhe:

  • Für „Soziale Teilhabe” beträgt die Förderung je Arbeitsplatz für maximal 36 Monate pro Monat bis zu EUR 1.450 bei 30 Wochenstunden, EUR 1.209 bei 25 Wochenstunden, EUR 967 bei 20 Wochenstunden sowie EUR 725 bei 15 Wochenstunden. Wird der gesetzliche Mindestlohn erhöht, so erhöhen sich die Förderbeträge mit dem gleichen Faktor.
  • Für „Gemeinwohlarbeit” wird eine Aufwandsentschädigung von EUR 1,50 für jede tatsächlich geleistete Stunde gewährt, bei maximal 30 Stunden pro Woche. Darüber hinaus werden monatlich EUR 130 je Teilnehmenden für Sach- und Verwaltungsausgaben erstattet. Die Förderung ist auf maximal 36 Monate begrenzt.

Zunächst reichen Sie nur eine formgebundene Kurzbeschreibung zu Art und Inhalt des vorgesehenen Arbeits- beziehungsweise Gemeinwohlarbeitsplatzes bei der Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung (GFAW) mbH ein. Wenn Sie von ihr dazu aufgefordert werden, reichen Sie Ihren Antrag spätestens 6 Wochen vor dem geplanten Projektbeginn der GFAW ein.

Zusatzinfos 

rechtliche Voraussetzungen

Die Förderung ist an bestimmte Bedingungen geknüpft:

Antragsberechtigt sind Arbeitgeber wie natürliche oder juristische Personen oder Personengesellschaften, die ihren Sitz oder eine Niederlassung in Thüringen haben.

Sie müssen die Gesamtfinanzierung des Projekts sicherstellen und eine ordnungsgemäße Durchführung und Abrechnung des Projekts gewährleisten.

Die geförderten Personen müssen ihren Wohnsitz in Thüringen haben.

Mehraufwendungen im Rahmen von Gemeinwohlarbeit werden nur dann gefördert, wenn die Arbeit durch arbeitslose Personen im Langzeitleistungsbezug nach dem SGB II im Alter ab 55 Jahren ausgeführt wird, die aufgrund einer negativen Prognoseentscheidung des zuständigen Jobcenters voraussichtlich nicht in den allgemeinen Arbeitsmarkt eingegliedert werden können.

Rechtsgrundlage

Richtlinie

Richtlinie zum Programm „Öffentlich geförderte Beschäftigung und gemeinwohlorientierte Arbeit in Thüringen” (ÖGB-Richtlinie)

[Vom 17. September 2019]

1 Zuwendungszweck, Rechtsgrundlagen

1.1 Der Freistaat Thüringen gewährt nach Maßgabe dieser Richtlinie Zuwendungen zur Stärkung der sozialen Teilhabe durch gemeinwohlorientierte Arbeit für langzeitarbeitslose Personen im Leistungsbezug nach dem Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II) oder arbeitslose Personen im Langzeitleistungsbezug nach dem SGB II mit besonderem Unterstützungsbedarf.

1.2 Die Bewilligung, Auszahlung und Abrechnung der Zuwendung sowie der Nachweis und die Prüfung der Verwendung, die ggf. erforderliche Aufhebung des Zuwendungsbescheides und die Rückforderung der gewährten Zuwendung erfolgen auf der Grundlage des § 23 und des § 44 Thüringer Landeshaushaltsordnung (ThürLHO) und den hierzu erlassenen Verwaltungsvorschriften einschließlich der Allgemeinen Nebenbestimmungen zur Projektförderung (ANBest-P) bzw. zur Projektförderung an Gebietskörperschaften und Zusammenschlüssen von Gebietskörperschaften (AN-Best-Gk), soweit nicht nach dieser Richtlinie Abweichungen zugelassen sind.

Rechtsgrundlage ist ferner das Thüringer Verwaltungsverfahrensgesetz (ThürVwVfG) in der jeweils gültigen Fassung.

1.3 Zur Durchführung des Controllings entsprechend den VV zu § 23 ThürLHO ist als Programmziel die Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit und Stärkung der sozialen Teilhabe definiert.

Zur Erreichung dieses Ziels sind insbesondere folgende Indikatoren zu erfassen:

  • Anzahl der geförderten Personen nach Zielgruppenzugehörigkeit, Alter, Geschlecht, Bildungsstatus sowie Branche bzw. gemeinwohlorientiertem Beschäftigungsbereich,

  • Anzahl der geförderten Personen, die ihre soziale bzw. berufliche Situation im Sinne des Zuwendungszwecks verbessert haben.

1.4 Auf die Gewährung der Zuwendung besteht kein Rechtsanspruch. Vielmehr entscheidet die Bewilligungsbehörde auf Grund ihres pflichtgemäßen Ermessens im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.

2 Gegenstand der Förderung

2.1 Förderung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen für zusätzliche, wettbewerbsneutrale und im öffentlichen Interesse liegende Tätigkeiten (Soziale Teilhabe).

2.2 Förderung von „Gemeinwohlarbeit” durch Zuschüsse für Mehraufwendungen, die im Rahmen von zusätzlichen, wettbewerbsneutralen und im öffentlichen Interesse liegenden Arbeitsgelegenheiten entstehen (Gemeinwohlarbeit).

3 Zuwendungsempfänger

Zuwendungsempfänger sind natürliche oder juristische Personen oder Personengesellschaften, die ihren Sitz oder eine Niederlassung in Thüringen haben.

4 Zuwendungsvoraussetzungen

4.1 Eine Zuwendung kann nur gewährt werden, wenn die Gesamtfinanzierung des Projektes sichergestellt ist und der Antragsteller die Gewähr für eine ordnungsgemäße Durchführung und Abrechnung des Projekts bietet.

Eine Zuwendung kann insbesondere dann nicht erfolgen, wenn:

  • gegen den Antragsteller ein Insolvenzverfahren anhängig ist,

  • gegen den Antragsteller ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde oder

  • eine Eintragung des Antragstellers im Schuldnerverzeichnis nach Maßgabe der §§ 882b ff. ZPO besteht.

4.2 Die Förderung erfolgt für zusätzliche, im öffentlichen Interesse liegende, wettbewerbsneutrale Tätigkeiten, z.B. in den Bereichen soziale Dienste, Breitensport, freie Kulturarbeit, touristische Infrastruktur, Erhaltung und Verbesserung der Umwelt und der Wohnumfeldverbesserung im Sinne der Vorschrift des § 16d Absätze 2 bis 4 SGB II. Eine Förderung im Bereich der Jugendhilfe ist nur möglich, wenn eine direkte Zusammenarbeit der geförderten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit den zu betreuenden Personen ausgeschlossen ist oder ausschließlich unter Aufsicht von Fachkräften erfolgt.

4.3 Die geförderten Personen verfügen über einen Wohnsitz in Thüringen.

4.4 Für die geförderten Personen ist die Teilnahme freiwillig.

4.5 Bei den Fördergegenständen nach den Ziffern 2.1 und 2.2 werden pro Einzelprojekt maximal vier Teilnehmende gefördert.

4.6 Die Anzahl der Förderfälle wird durch die GFAW – Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung des Freistaats Thüringen mbH (i. F. GFAW) in Abstimmung mit dem Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (TMASGFF) insgesamt und in der regionalen Verteilung festgelegt.

4.7 Die Vermittlung von Teilnehmenden in die Projekte erfolgt durch das zuständige Jobcenter. Bei einer Integrationsbegleitung gemäß Ziffer 2.1 der Integrationsrichtlinie (1) bzw. Ziffer 2.2 der Aktivierungsrichtlinie (2) haben die Integrationscoaches ein Vorschlagsrecht.

4.8 Die Förderung nach Ziffer 2.1 (Soziale Teilhabe) erfolgt für Personen gemäß Ziffer 1.1 dieser Richtlinie. Eine Förderung kann im Anschluss an eine Tätigkeit im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) erfolgen, wenn diese abgeschlossen ist und nicht vorzeitig beendet wurde. Die Beantragung einer Förderung oder Verlängerung im Rahmen des BFD schließt eine Förderung nach Ziffer 2.2 aus.

4.9 Die Förderung nach Ziffer 2.2 (Gemeinwohlarbeit) erfolgt für arbeitslose Personen im Langzeitleistungsbezug nach dem SGB II im Alter ab 55 Jahren, die aufgrund einer negativen Prognoseentscheidung des zuständigen Jobcenters voraussichtlich nicht in den allgemeinen Arbeitsmarkt eingegliedert werden können. § 16d Absatz 7 SGB II findet analoge Anwendung.

5 Art und Umfang, Höhe der Zuwendung

5.1 Die Zuwendung nach Ziffer 2.1 (Soziale Teilhabe) erfolgt als Projektförderung und nicht rückzahlbarer Zuschuss im Wege der Festbetragsfinanzierung.

5.1.1 Zuwendungsfähig sind das Gesamtbruttoentgelt des geförderten Arbeitnehmers und die Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitsgebers als Pauschalsatz von 20,4 Prozent des Gesamtbruttoentgeltes. Die Förderung je Arbeitsplatz beträgt pro Monat bis zu 1.450 Euro bei 30 Wochenstunden, 1.209 Euro bei 25 Wochenstunden, 967 Euro bei 20 Wochenstunden und 725 Euro bei 15 Wochenstunden.

Diese Festbeträge gelten ab dem 1. Januar 2020 für sämtliche bewilligte und ab diesem Zeitpunkt noch laufende Projekte unabhängig von der der Bewilligung zugrundeliegenden Richtlinienfassung.

Im Falle einer Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns erhöhen sich die Festbeträge jeweils ab dem Zeitpunkt seiner Inkraftsetzung um den Faktor der Erhöhung des Mindestlohns, abgerundet auf einen vollen Eurobetrag.

5.1.2 Die volle Zuwendung wird nur gewährt, wenn die zuwendungsfähigen Ausgaben mindestens den jeweils genannten monatlichen Festbetrag erreichen. Wird dieser unterschritten, wird die Zuwendung in Höhe der zuwendungsfähigen Ausgaben gewährt. Für Zeiten, in denen Arbeitnehmer keinen Anspruch auf Arbeitsentgelt haben (z.B. Krankengeldbezug, unbezahlter Urlaub), wird kein Zuschuss geleistet. Wird dem Arbeitgeber aufgrund eines Ausgleichssystems Arbeitsentgelt erstattet, ist für den Zeitraum der Erstattung der Zuschuss entsprechend zu mindern.

5.1.3 Die Förderdauer beträgt maximal 36 Monate.

5.2 Die Zuwendung nach Ziffer 2.2 (Gemeinwohlarbeit) erfolgt als Projektförderung und nicht rückzahlbarer Zuschuss im Wege der Festbetragsfinanzierung.

5.2.1 Zuwendungsfähig sind:

  • eine Aufwandsentschädigung für den geförderten Teilnehmenden in Höhe von 1,50 Euro für jede tatsächlich geleistete Stunde. Die förderfähige Stundenzahl darf insgesamt die Höhe der bewilligten Wochenstundenanzahl (maximal 30 Wochenstunden) im Kalendermonatsdurchschnitt nicht überschreiten.

  • Standardeinheitskosten für Sach- und Verwaltungsausgaben des Zuwendungsempfängers in Höhe von monatlich 130 Euro je bewilligtem Teilnehmendenplatz bei mindestens 30 belegten Teilnehmendenstunden.

Die Zuwendung wird als Festbetrag in Höhe der zuwendungsfähigen Ausgaben gewährt.

5.2.2 Die Förderdauer beträgt maximal 36 Monate.

6 Sonstige Förderbestimmungen

Während der Beschäftigungsförderung nach Ziffer 2.1 (Soziale Teilhabe) kann ein begleitendes individuelles Coaching gemäß Ziffer 2.1 der Integrationsrichtlinie oder gemäß Ziffer 2.2 der Aktivierungsrichtlinie erfolgen.

7 Verfahren

7.1 Vorverfahren Für Projekte nach den Ziffern 2.1 (Soziale Teilhabe) und 2.2 (Gemeinwohlarbeit) gilt:

Zunächst ist eine formgebundene Kurzbeschreibung mit der Projektidee sowie den Angaben zu Art und Inhalt des vorgesehenen Arbeits- bzw. Gemeinwohlarbeitsplatzes bei der zuständigen Regionalstelle der GFAW einzureichen.

Die eingereichten Kurzbeschreibungen werden durch den zuständigen Regionalbeirat für Arbeitsmarktpolitik hinsichtlich bestimmter Fördervoraussetzungen vorgeprüft, regional votiert und einem zutreffenden Fördergegenstand zugeordnet. Zu den vorgeprüften Fördervoraussetzungen gehören hierbei die grundsätzliche Verfügbarkeit von geeigneten Teilnehmenden beim jeweils zuständigen Jobcenter, das Vorliegen von öffentlichem Interesse, Wettbewerbsneutralität und Zusätzlichkeit sowie die beihilferechtlichen Voraussetzungen.

Bei einer positiven Bewertung im Vorverfahren werden die potentiellen Antragsteller von der GFAW unter Nennung des in Frage kommenden Fördergegenstands zur Antragstellung aufgefordert.

Die Aufforderung zur Antragstellung ist noch keine verbindliche Förderzusage. Die Förderentscheidung trifft die GFAW im Rahmen der Antragsprüfung.

7.2 Antragsverfahren

Für alle Fördergegenstände gilt:

Die formgebundenen Anträge auf Gewährung einer Zuwendung nach dieser Richtlinie sind spätestens sechs Wochen vor dem geplanten Projektbeginn bei der GFAW – Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung des Freistaats Thüringen mbH, Warsbergstraße 1, 99092 Erfurt, einzureichen. Maßgeblich für den Zeitpunkt der rechtzeitigen Antragstellung ist der Eingang des Antrags bei der GFAW. Mit dem Projekt darf erst nach schriftlicher Zustimmung durch die GFAW bzw. mit Bewilligung des Vorhabens begonnen werden.

Für die Vermittlung der teilnehmenden Personen an den Antragsteller sind die jeweiligen Jobcenter zuständig, ggf. unter Beteiligung der Integrationscoaches in Projekten der Integrationsrichtlinie bzw. der Aktivierungsrichtlinie. Das zuständige Jobcenter bestätigt zudem, dass die Teilnehmenden die personenbezogenen Voraussetzungen für den betreffenden Fördergegenstand erfüllen. Der Abschluss des Arbeitsvertrages bzw. die Bereitstellung der Arbeitsgelegenheiten darf erst nach schriftlicher Zustimmung durch die GFAW bzw. mit Bewilligung des Vorhabens erfolgen.

Für Projekte nach Ziffer 2.1 (Soziale Teilhabe) können Änderungsanträge auf Erhöhung der Zuwendung auf Grundlage der in Ziffer 5.2.1, Absatz 2 und 3 getroffenen Regelungen bis sechs Wochen nach dem durch die Mindestlohnkommission genannten Stichtag zur Wirksamkeit der Erhöhung gestellt werden.

Bei der GFAW vorliegende Anträge, die vor Inkrafttreten dieser Richtlinie nach der ÖGB-Richtlinie in der Fassung vom 18. Mai 2018 gestellt und noch nicht beschieden wurden, können nach der neuen Richtlinienfassung beschieden werden, soweit mit dem Projekt noch nicht begonnen wurde und für Projekte nach den Ziffern 2.1 und 2.2 ein entsprechender Änderungsantrag gestellt wird.

Weitere Informationen zur Antragstellung, die Formulare zur Kurzbeschreibung sowie weitere Formulare stehen unter http://www.gfaw-thueringen.de als Download zur Verfügung.

7.3 Bewilligungsverfahren

Bewilligungsbehörde für diese Richtlinie ist die GFAW als beliehenes Unternehmen. Die Bewilligung der Zuschüsse erfolgt durch die GFAW mit schriftlichem Bescheid, der zusätzliche Bestimmungen und Auflagen enthalten kann.

7.4 Anforderungs- und Auszahlungsverfahren

Die Auszahlung des bewilligten Zuschusses erfolgt gemäß den Regelungen der VV Nr. 7.2 zu § 44 Absatz 1 ThürLHO nach formgebundener Anforderung durch den Träger bei der GFAW.

7.5 Verwendungsnachweisverfahren

7.5.1 Abweichend von Ziffer 6.1 der Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (ANBest-P) bzw. der Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung an Gebietskörperschaften und Zusammenschlüsse von Gebietskörperschaften (ANBest-GK) ist innerhalb von drei Monaten nach Ablauf des jeweiligen Haushaltsjahres ein Zwischennachweis und innerhalb von drei Monaten nach Beendigung des Bewilligungszeitraums ein Verwendungsnachweis vorzulegen. Dieser besteht – auch bei Förderungen an Gebietskörperschaften und Zusammenschlüssen von Gebietskörperschaften – aus einem Sachbericht und einem zahlenmäßigen Nachweis gemäß Nr. 6.4 der ANBest-P. Zwischen- und Verwendungsnachweise sind formgebunden.

7.5.2 Für Projekte nach Ziffer 2.1 (Soziale Teilhabe) enthält die einzureichende Belegliste das monatliche Gesamtbruttoentgelt für den geförderten Arbeitnehmer und den Pauschalsatz für die Arbeitgeber-Sozialversicherungsbeiträge pro Monat. Zudem ist die wöchentliche Arbeitszeit des geförderten Arbeitnehmers nachzuweisen.

7.5.3 Für Projekte nach Ziffer 2.2 enthält die einzureichende Belegliste:

• die gezahlten Aufwandsentschädigungen an die Teilnehmenden unter Angabe der tatsächlich geleisteten Stunden sowie

• die Standardeinheitskostensätze für Sach- und Verwaltungsausgaben pro Monat und bewilligtem Teilnehmerplatz bei mindestens 30 belegten Teilnehmendenstunden.

Als Nachweis für die Zahlung der Aufwandsentschädigung und für die geleisteten Stunden ist eine von den Teilnehmenden unterschriebene Bestätigung vorzulegen.

7.6 Weiter zu beachtende Vorschriften

7.6.1 Soweit der Zuwendungsbescheid mit Wirkung für die Vergangenheit zurückgenommen oder widerrufen wird, sind bereits erbrachte Leistungen zu erstatten (§ 49a Absatz 1 ThürVwVfG). Dies kommt insbesondere dann in Betracht, wenn:

  • die Zuwendung nicht oder nicht mehr für den vorgesehenen Zweck verwendet wird,

  • der vorgeschriebene Verwendungsnachweis nicht rechtzeitig vorgelegt wird oder

  • die Zuwendung durch unrichtige oder unvollständige Angaben erwirkt worden ist.

7.6.2 Der Antragsteller bzw. Zuwendungsempfänger hat der GFAW unverzüglich alle Veränderungen, die Auswirkungen auf die Zuwendung haben können, mitzuteilen (z.B. Zwangsvoll streckungsmaßnahmen in sein Vermögen, Liquidation, insbesondere die Antragstellung zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, die vorzeitige Beendigung des Projektes, personelle Veränderungen innerhalb des Projekts, Absenkung der regelmäßigen Wochenarbeitszeit (Ziffer 2.1) bzw. eine Verkürzung der vorgesehenen Teilnahmezeit (Ziffer 2.2), Bezug von Krankengeld, Bezug von Kurzarbeitergeld).

7.6.3 Für das Zuwendungsverfahren gelten die Vorschriften des Strafgesetzbuches (StGB) und des Subventionsgesetzes – SubvG – (insbesondere § 264 StGB – Subventionsbetrug – und § 1 ThürSubvG in Verbindung mit §§ 2 -6 SubvG). Sofern der Zuwendungsempfänger unrichtige oder unvollständige Angaben über subventionserhebliche Tatsachen macht oder Angaben über subventionserhebliche Tatsachen unterlässt, kann er sich gemäß § 264 StGB wegen Subventionsbetrugs strafbar machen. Subventionserheblich im Sinne von § 264 StGB sind Tatsachen, die nach:

  • dem Subventionszweck,

  • den Rechtsvorschriften, Verwaltungsvorschriften und Richtlinien über die Subventionsvergabe sowie

  • den sonstigen Vergabevoraussetzungen

für die Bewilligung, Gewährung, Rückforderung, Weitergewährung oder das Belassen einer Subvention oder eines Subventionsvorteils erheblich sind und von der Bewilligungsbehörde als subventionserheblich bezeichnet sind (§ 2 SubvG).

7.6.4 Die GFAW und das TMASGFF sind berechtigt, Bücher, Belege und sonstige Geschäftsunterlagen anzufordern und zu prüfen sowie die ordnungsgemäße Verwendung der Zuwendung durch örtliche Erhebungen zu prüfen oder durch Beauftragte prüfen zu lassen (vgl. § 44 Absatz 1 Satz 3 ThürLHO).

Die Prüfungsrechte des Thüringer Rechnungshofs (§ 91 ThürLHO) bleiben hiervon unberührt. Der Zuwendungsempfänger ist verpflichtet, an den Prüfungen mitzuwirken.

Der Zuwendungsempfänger hat alle Belege mindestens bis zu dem im Zuwendungsbescheid festgelegten Termin aufzubewahren, die erforderlichen Unterlagen auf Anforderung bereitzustellen und die notwendigen Auskünfte zu erteilen.

7.6.5 Der Zuwendungsempfänger hat bei der Evaluierung des Förderprogramms, insbesondere bei Verlauf- und Verbleibstudien mitzuwirken.

8 Status- und Funktionsbezeichnungen

Status- und Funktionsbezeichnungen dieser Richtlinie gelten jeweils in männlicher und weiblicher Form.

9 Inkrafttreten, Außerkrafttreten

Diese Richtlinie tritt am 1. Januar 2020 in Kraft und mit Ablauf des 31. Dezember 2020 außer Kraft.

Die Richtlinie zum Programm „Öffentlich geförderte Beschäftigung und gemeinwohlorientierte Arbeit (ÖGB-Richtlinie)” (ThürStAnz Nr. 24/2018 S. 667 – 670) in der Fassung vom 18. Mai 2018 tritt am 31.12.2019 außer Kraft.

(1) Richtlinie zur Förderung der Wiederherstellung und Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit durch Maßnahmen der sozialen und beruflichen Integration (Integrationsrichtlinie)-Förderrichtlinie gemäß Prioritätsachse B, „Förderung der sozialen Inklusion und Bekämpfung von Armut und jeglicher Diskriminierung” im Rahmen des Operationellen Programms Europäischer Sozialfonds 2014 bis 2020 im Freistaat Thüringen

(2) Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Freistaats Thüringen zur Förderung der sozialen Integration und zur Armutsbekämpfung gemäß Prioritätsachse B „Förderung der sozialen Inklusion und Bekämpfung von Armut und jeglicher Diskriminierung” im Rahmen des Operationellen Programms Europäischer Sozialfonds 2014 bis 2020 im Freistaat Thüringen

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